Die Gastronomische
Grand Tour von Katalonien
Neue Route
Meer oder Berge? Dorf oder Stadt? Sport oder Kultur? Michelin-Sterne oder Hausmannskost? Entdecken Sie alle Reiserouten der Gran Tour von Katalonien und stellen Sie sich Ihr individuelles Erlebnis zusammen.
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Durchquerung der Muntanyes de Prades
In Cornudella steigt die Straße an und führt uns in das Naturgebiet der Muntanyes de Prades, eine Region, die durch ihre sattgrünen Hänge und abwechslungsreichen Landschaften überrascht. Die Strecke verläuft über Albarca und hinauf zum Coll de Forcals, wo sich beeindruckende Ausblicke über die inneren Täler sowie über Steineichen- und Rotkieferwälder öffnen.
Der Anstieg zieht sich kontinuierlich und angenehm bis zum Coll de l’Arena (1.034 m), dem höchsten Punkt der Etappe. Ab hier beginnt eine spektakuläre, 16 km lange Abfahrt über eine perfekt asphaltierte, kurvenreiche Straße, die mit einem fließenden Rhythmus zum Fahren einlädt.
Das Kloster von Poblet
Ein Streckenabschnitt der Zisterzienserroute führt von Montblanc nach Poblet. Der Wanderweg verbindet die Klöster Santes Creus, Poblet und Vallbona de les Monges miteinander. Wir möchten die schöne Landschaft genießen, deshalb laufen wir die knapp zehn Kilometer lange Strecke durch die Berge von Prades zu Fuß. Bei unserer Ankunft im Zisterzienserkloster von Poblet, das zum Weltkulturerbe erklärt wurde, empfängt uns ein Mönch. Er erklärt, das Kloster biete nicht nur Stille, sondern auch fruchtbare Böden, in denen besonders gute Kartoffeln, Kastanien und Pilze gedeihen.
Von La Seu d’Urgell zum Coll de la Trava
Wir verlassen La Seu d’Urgell – die historische Hauptstadt des Alt Urgell und jener Punkt, an dem sich Segre und Valira vereinen. Die Altstadt und die romanische Kathedrale Santa Maria bilden den Ausgangspunkt einer anspruchsvollen Etappe. Hinter der Stadt nehmen wir die Straße hinauf zum Coll de la Trava (1.480 m) – ein langer Anstieg über 16 km und 834 Höhenmeter. Die Straße ist ruhig, von Rotkiefernwäldern umgeben und bietet immer wieder Blicke auf die umliegenden Berge. Während wir an Höhe gewinnen, erscheint im Hintergrund zunehmend die Serra del Cadí – imposant und schroff. Am Pass angekommen, führt ein sanfter, welliger Abschnitt über 6,5 km weiter, ideal zum Durchatmen und Genießen der Aussicht, bevor wir den Coll de Bancs erreichen, der weite Panoramablicke über das Vall de la Vansa eröffnet.
Die Dörfer der Cerdanya
Wir fahren in Richtung La Seu d’Urgell, wo wir zuerst die Catedral de Santa María besichtigen. Sie ist die einzige vollständig im romanischen Stil erhaltene Kathedrale Kataloniens. Im Anschluss lernen wir einige der regionalen Spezialitäten kennen, wie den Käse der geschützten Herkunftsbezeichnung D.O.P. Alt Urgell i La Cerdanya. Es handelt sich um die einzige geschützte Herkunftsbezeichnung für Käse in Katalonien. Wir erfahren direkt von den Erzeugern, wie sie den Käse herstellen, und wir dürfen ihn verkosten. Am Nachmittag machen wir eine Spazierfahrt durch in Stein erbaute Dörfer des Landkreises La Cerdanya. Die meisten Dörfer tragen kurze Namen wie Talló, Prullans, Pi, Bor, Riu, Alp oder Urtx und entwickelten sich mit Blick auf die Gipfel im Parc Natural Cadí-Moixeró. Auf der Südseite dieses Naturschutzgebietes ragt über Tannen- und Buchenwäldern der majestätische Pedraforca auf, einer der symbolischen Berge Kataloniens. Die Landstraßen zwischen Puigcerdà — eine Ortschaft mit einem schönen See — und Figueres liegen geschützt in den Ausläufern der Pyrenäen und bieten uns viele interessante Zwischenstationen: die Quelle des Flusses Llobregat, die ehemaligen Arbeitersiedlungen in Castellar de n’Hug, das romanische Portal von Santa María de Ripoll oder das Dorf Castellfolit de la Roca, das auf einem schwindelerregenden Felsvorsprung steht.
Sant Pere de Rodes, das romanische Juwel oberhalb des Cap de Creus
Hinter dem höchsten Punkt beginnt der Weg einen langen Abstieg mit weitem Blick über Llançà und das Meer. Nachdem wir Valleta und Vilajuïga passiert haben, beginnen wir den Aufstieg zum Kloster Sant Pere de Rodes (8,8 km, +484 m). Es ist ein stetiger, angenehmer Aufstieg durch den Naturpark Cap de Creus, umgeben von Weinbergen und Olivenbäumen, mit Blick über das Empordà und den Golf von Roses. Oben angekommen, erhebt sich das Kloster Sant Pere de Rodes dramatisch an den Hängen von Verdera. Der im 9. Jahrhundert gegründete Komplex gilt als Meisterwerk der katalanischen Romanik und vereint die drei Säulen der mittelalterlichen Gesellschaft: das Kloster (Glaube), das Dorf Santa Creu de Rodes (Arbeit) und das Castell de Sant Salvador de Verdera (Verteidigung). Von hier aus hat man einen weiten Blick über die Küste des Empordà, wobei Port de la Selva und die Landzunge Cap de Creus deutlich zu erkennen sind.
Das Corb-Tal und die Dörfer von l’Urgell
Hinter dem Sattel beginnt eine lange Abfahrt ins Vall del Corb. Die Route verläuft über Nebenstraßen und feste Erdwege durch offene, ruhige ländliche Landschaften. Weizen-, Gersten- und Mandelplantagen wechseln sich ab mit kleinen Ortschaften wie Vallbona de les Monges, mit seinem Zisterzienserkloster, sowie Maldà, Belianes und Bellpuig, die ihren traditionellen, landwirtschaftlichen Charme bewahrt haben.
Die breiten, angenehmen Pisten sorgen für einen gleichmäßigen Rhythmus, begleitet vom Wind und den Düften der Felder.
Montgarri und die Quelle der Noguera Pallaresa
Wir verlassen den Asphalt und nehmen eine Waldpiste, die sanft hinunter zum Heiligtum von Montgarri führt – einem der schönsten und symbolträchtigsten Orte des Val d’Aran. Die Piste verläuft parallel zur jungen Noguera Pallaresa, eingerahmt von grünen Weiden und Wäldern aus Tannen und Birken. Im Sommer weiden hier Pferde und Kühe, und die Ruhe ist vollkommen. Das alte Heiligtum von Montgarri, heute ein Berghotel und Schutzhaus, ist ein idealer Ort für eine Pause und zum Genießen der Hochgebirgsatmosphäre. Wir folgen der Piste weiter abwärts und gelangen in das Tal von Bonabé, lassen damit das Val d’Aran hinter uns und fahren in den Pallars Sobirà hinein.
In Stein gemeißelte Bibel
Heute locken uns die Berge. Um den Tag voller Energie zu beginnen, essen wir gleich zum Frühstück warme Gerichte. Einige von uns wählen botifarra amb seques (grobe Bratwurst mit weißen Bohnen), andere Eintopf mit Wild. Es wäre ein Frevel, nicht Unmengen von Brot darin zu tunken. Nach dem Frühstück besichtigen wir das im Jahr 879 gegründete Kloster Santa María de Ripoll. Es ist ein vorzügliches Beispiel für katalanische Architektur im Mittelalter. Das monumentale Eingangsportal wird von einer Vielzahl von in Stein gemeißelten Motiven geschmückt, davon sind einige geometrisch, andere stellen Pflanzenmotive oder Figuren dar. Es lohnt sich, die sogenannte „Bibel aus Stein“ in aller Ruhe zu betrachten.
L’Espluga de Francolí
Wir fahren weiter nach L’Espluga de Francolí und besichtigen das Museu de la Vida Rural. Es vermittelt die Werte des traditionellen, ländlichen Lebens und beschreibt die mühevolle Arbeit der Landwirte. Beim Anblick der klassischen Arbeitsutensilien werden wir nostalgisch, weil wir Objekte entdecken, die Erinnerungen an den Lebensstil unserer Großeltern wecken. Wir bleiben in L’Espluga de Francolí und machen einen noch viel größeren Sprung zurück in der Geschichte. In der Cova de la Font Major lernen wir mehr über die geologische und prähistorische Vergangenheit in der Provinz Tarragona. Abenteuerlustige können die Tiefen der Höhle auf einem speläologischen Ausflug erkunden. Von L’Espluga de Francolí aus setzen wir die Reise fort in Richtung Provinz Lleida.
Abfahrt durch das Vall d’Àssua nach Sort
Die Piste führt weiter bis zu einem Punkt, an dem sie nach rechts abbiegt und sich das Vall d’Àssua öffnet, wo der Berasti-Fluss mäandert. Der Weg flankiert das Tal auf mittlerer Höhe – unter uns die Heuställe von Llessui, über uns Gipfel von über 2.500 Metern wie der Montsent de Pallars (2.883 m). Nach und nach beginnt der Weg abzufallen, führt nahe am Coll de Triador vorbei und durch die alten Anlagen des aufgegebenen Skigebiets von Llessui. Die Abfahrt verläuft in weiten Serpentinen über eine breite Piste bis zur Straße von Llessui. Von hier bleibt nur noch, sich vom Asphalt tragen zu lassen – durch Llessui, Sorre und Altron –, bis wir Sort erreichen, ein mittelalterliches Dorf, wo die Noguera Pallaresa erneut erscheint und den Abschluss der Etappe markiert. Die Abenteuerlustigen können hier das Fahrrad gegen ein Kanu eintauschen und Wildwassersport auf einem der besten Flüsse Europas genießen.
Coll de les Ventoses
Wir verlassen El Vendrell, nachdem wir das Pau-Casals-Museum besucht und uns an das Vermächtnis des berühmten Sohnes der Stadt erinnert haben – eine Symbolfigur der katalanischen Musik. Die ersten Kilometer führen in Richtung Sant Jaume dels Domenys, auf Nebenstraßen und Schotterpisten zwischen Weinbergen und Feldern. Hinter dem Dorf beginnt der gleichmäßige Anstieg zum Coll de les Ventoses (560 m) über 8 Kilometer – der höchste Punkt der Etappe. Die Straße bietet weite Ausblicke über den Penedès, mit dem Mittelmeer im Hintergrund und den Bergen des Landesinneren, die bereits den Übergang zur Conca de Barberà ankündigen.
Von L’Ametlla bis an die tore des Deltas
Wir starten in L’Ametlla de Mar am Hafen und folgen zunächst der Hafenstraße, bevor wir auf den Camí Vell de l’Ampolla abbiegen, eine schmale, küstennahe Straße, die immer wieder ans Meer heranrückt und atemberaubende Ausblicke auf das Mittelmeer bietet. Die Route führt an kleinen Buchten und Küstenabschnitten entlang, bis wir L’Ampolla erreichen, wo sich das Landschaftsbild grundlegend verändert. Auf der Strandpromenade von L’Arenal wird das Terrain weit und offen: Vor uns liegt das Ebre Delta, mit seinen ersten Reisfeldern, Lagunen und dieser unverwechselbaren Weite, die den Horizont scheinbar endlos macht. Ein Übergang, der die schroffe Küste nahtlos in die flache Deltaebene übergehen lässt.
Küstenwanderweg
Von L’Ametlla de Mar aus führt ein landschaftlich sehr ansprechender Wanderweg zu ein paar der schönsten Flecken der katalanischen Küste. Der Weg ist bequem zu gehen und folgt dem Verlauf des Langstreckenwanderwegs GR-92. Auf diesem camí de ronda gelangen wir zu wunderschönen Buchten mit roten Felsen und kristallklarem Wasser. Anschließend machen wir einen Stopp in El Perelló, wo wir uns Imkerkleidung überstülpen und in die Welt der Bienenstöcke einsteigen. Die Bienen hier produzieren Honig höchster Qualität, den wir in einem Workshop zu Honiggebäck weiterverarbeiten.
Frisch gebackenes Brot
Auf der gesamten Strecke sind wir immer wieder auf handwerklich hergestellte Brote wie die mit der geschützten geografischen Angabe I.G.P. Pa de Pagès Català gestoßen. Bevor wir abreisen, möchten wir unbedingt noch erfahren, wie man diese Landbrote backt. Daher nehmen wir in Cardedeu an einem Kurs teil, bei dem wir die Herstellung unter Verwendung verschiedener Arten lokaler Bio-Getreide lernen. Wir fahren durch das Mittelgebirge Serra de Collserola in die katalanische Hauptstadt und besuchen dort die Weinberge von Barcelona. Das dortige Unternehmen mit sozialem Bezug stellt Bio-Weine und -Olivenöle her. Unsere Reise endet mit einem Abendessen, das mit Zutaten aus der Umgebung von Barcelona zubereitet wurde – dazu gehört z. B. Geflügel mit der geschützten geografischen Angabe I.G.P. Pollastre i Capó del Prat (Landkreis El Baix Llobregat). Dazu stoßen wir mit einem Wein aus dem geschichtsträchtigen Anbaugebiet D.O. Catalunya an, dessen Weinbautradition bis in die Zeiten der Phönizier und Römer zurückreicht.
Der Camí Natural der Via Verda de la Val de Zafán
Von Horta de Sant Joan geht es direkt auf die Via Verda der Val de Zafán, einer stillgelegten Bahnlinie, die zu einem Radweg umgebaut wurde und sanft nach Süden abfällt. Die Route führt durch Berge und mediterrane Wälder, vorbei an Bot und über zahlreiche Brücken und Tunnel, manche beleuchtet, manche dunkel, weshalb eine Lampe empfehlenswert ist.
Der Weg folgt dem Canaletes-Fluss, taucht in Schluchten ein und öffnet sich wieder zu klaren Wasserbecken. Der Wechsel aus Abenteuer und Ruhe begleitet uns stetig, ein echter Klassiker, an dem Natur und Eisenbahngeschichte harmonisch ineinanderfließen.
Museen in Barcelona
Die nächsten Stunden widmen wir einem entspannten Besuch der Fundació Miró, eine der besten Kunstausstellungen Barcelonas. Die Stiftung wurde ausgehend von der Privatsammlung des Malers Joan Miró gegründet und durch Werke zeitgenössischer Künstler ergänzt. Eine weitere interessante Option ist ein Besuch des Museu Nacional d‘Art de Catalunya (MNAC). Hier ist eine Kunstsammlung zu sehen, die über ein Jahrhundert Kunstgeschichte abdeckt und zur besten Kollektion romanischer Kunst weltweit gehört. Wir beschließen, uns von Barcelona so zu verabschieden, wie wir die Stadt begrüßt haben, nämlich aus der Höhe. Aus der Seilbahnkabine des telefèric de Montjuïc haben wir einen privilegierten Blick auf die Stadt. Wir steigen an der Haltestelle Mirador aus und spazieren durch die üppige Grünanlage. Wir genießen den Sonnenuntergang und beobachten, wie in der zum Mittelmeer offenen Stadt die ersten Lichter angehen.
Eintritt in die Bages-Region
Nach Artés unterqueren wir die C-25 – ein Punkt, der den Beginn des Camí de Sant Martí de Serraïma markiert. Dieser ansteigende Schotterabschnitt führt uns auf eine höher gelegene Piste mit weiten Ausblicken über die Region. Nachdem wir den höchsten Punkt auf dem Pic Garrofí erreicht haben, geht es auf einer Piste bergab, die in die Straße von Gaià überläuft. Die letzten Kilometer führen uns – begleitet vom warmen Licht der untergehenden Sonne über goldenen Feldern, eingerahmt von Bergsilhouetten – direkt nach Navàs. Ein schöner Abschluss einer Etappe, die die zwei Gesichter dieser Region offenbart: die Berge, die es zu überwinden gilt, und die weite zentrale Ebene, die auf uns wartet.
Cap de Creus
Wir starten die Etappe in Figueres, der Geburtsstadt des Genies. Wenige Künstler waren so fasziniert von ihrer Ursprungsregion wie Salvador Dalí vom Empordà. Wir besichtigen das Teatre-Museu Dalí, das der Künstler selbst als „ein vollkommenes surrealistisches Objekt“ bezeichnete. Nachdem wir einige seiner besten Werke und kuriosen Blendwerke betrachtet haben, fahren wir weiter zum Parc Natural del Cap de Creus. Die karge Landschaft ist vom Einfluss des kapriziösen Nordwinds Tramontana geprägt. Im Naturschutzgebiet kann man wandern, Flora und Fauna beobachten und in den Abendstunden Weine verkosten. Wer das Naturschutzgebiet vom Meer aus erkunden möchte, kann einen Kajak-Ausflug machen. Wir entscheiden uns für eine Wanderung auf einem der Küstenwanderwege, die zu den camins de ronda de la Costa Brava zählen.
Auf nach Montserrat
Unsere Reise setzen wir in Richtung Norden fort und fahren nach Terrassa. Die Kleinstadt gehört zu den katalanischen Städten und Dörfern mit Charakter. Zu ihren touristischen Highlights zählen ehemalige Fabrikanlagen im Jugendstil, die parabolischen Jugendstilbögen der Masia Freixa sowie weitläufige Parkanlagen und Kirchen im westgotischen Stil, ein außergewöhnliches europäisches Kulturerbe, das mehrere Jahrhunderte der Kunstgeschichte vereint.
Unsere nächste Station ist Monistrol de Montserrat, von wo aus wir die Zahnradbahn hoch nach Montserrat nehmen. Das Bergmassiv gehört zu den beeindruckendsten und schönsten Kataloniens. Ein symbolisch aufgeladener Ort, denn hier befindet sich das Kloster zu Ehren der Schutzpatronin Kataloniens, der Verge de Montserrat. Die Heiligenfigur wird aufgrund ihrer dunklen Farbe im Volksmund La Moreneta genannt. Wir übernachten in der Klosterunterkunft für Besucher, um in aller Ruhe vom Bergmassiv aus einen der beeindruckenden Sonnenuntergänge zu genießen.
Sehenswürdigkeiten in Lleida
Der Morgen beginnt mit einem üppigen Frühstück mit pa amb tomàquet, Olivenöl der D.O.P. Les Garrigues, Wurstspezialitäten und leckeren Birnen aus Lleida, die über eine eigene geschützte Herkunftsbezeichnung verfügen. Gut gestärkt spazieren wir auf den Hügel der Seu Vella, der Kathedrale von Lleida. Sie verfügt über ein wunderschönes Kuppelgewölbe und einen 60 Meter hohen achteckigen Glockenturm, der einen Rundumpanoramablick auf die Stadt und das Umland bietet. Zum monumentalen Gebäudekomplex der Seu Vella gehört der Königspalast Castell del Rei, der auch La Suda genannt wird. Das agrarisch geprägte Umland der Stadt Lleida ist sozusagen der Gemüse- und Obstgarten der Provinz. Die heimischen Produkte werden direkt in der Gastronomie verarbeitet. In den fruchtbaren Ebenen um die Stadt herum, die zu den katalanischen Städten und Dörfern mit Charakter gehört, besichtigen wir das Castell de Gardeny, das im 12. Jahrhundert die in dieser Gegend ansässigen Tempelritter beherbergte. In der Ritterburg hat man die Möglichkeit, für einen Tag lang in die Haut eines Tempelritters zu schlüpfen.
Via Verda
Von Horta de Sant Joan aus gelangen wir zur Via Verde de la Vall de Zafán. Auf diesem Rad- und Wanderweg mit sehr geringem Gefälle kann man bis nach Sant Carles de la Ràpita fahren. Wenn man einen Abstecher ins Delta de l’Ebre machen möchte, nimmt man in Tortosa den Anschluss an den Langstreckenwanderweg GR-99. Auf dieser Strecke kann man die ganze Vielfalt der Landschaften der Terres de l’Ebre erleben: das imposante Bergmassiv des Parc Natural dels Ports im Norden, den Flussverlauf des Bergflusses Canaletes, einige spektakuläre Viadukte, die Ebene des Ebrodeltas und die Küste. Wir nutzen einen bequemen Fahrradmietservice, holen die Fahrräder an einem vereinbarten Punkt ab und fahren auf der Via Verda bis nach Bot. Am ehemaligen Bahnhof der kleinen Gemeinde angekommen, kehren wir in der kuriosen Cafeteria ein. Die Betreiber haben sie in einem ehemaligen Eisenbahnbus deutscher Herstellung eingerichtet.
Vall de Lord
Der Abstecher in das Vall de Lord lohnt sich, selbst wenn man dafür von Solsona aus etwa 20 km in Richtung Norden fahren muss. Am frühen Morgen hängen noch Nebelschwaden über dem Stausee Pantà de la Llosa del Cavall. In dessen Umgebung erwartet uns ein breites Angebot an Abenteuersport: Klettern, Canyoning, Paragliding oder Mountainbiking. Die Spiegelungen auf dem See in Kombination mit dünnen Nebelschwaden sind äußerst fotogen. Sobald die Sonne durchkommt und uns wärmt, mieten wir ein Kajak und machen einen Paddelausflug auf dem türkis leuchtenden Wasser. Von einer Brücke über den Stausee aus werfen wir einen letzten Blick auf die Landschaft. Dann fahren wir auf einer malerischen Landstraße entlang des Flusslaufs des Cardener bis nach Solsona.
Colonia Güell
Wir fahren hoch auf den Montjuïc, um uns aus der Höhe von Barcelona zu verabschieden. An den Hängen des Berges befinden sich schöne Grünanlagen, der Botanische Garten, die Fundació Joan Miró und das Museu Nacional d’Art de Catalunya sowie der Pavillon von Mies van der Rohe.
Weiter geht es nach Santa Coloma de Cervelló. Dort besichtigen wir die Krypta der Colonia Güell, ein beeindruckendes Bauwerk aus der an die Natur angelehnten Schaffensperiode Gaudís. Die Krypta steht mit sechs weiteren Gebäuden auf der Liste der Werke Gaudís, die zum Weltkulturerbe erklärt wurden, gehört jedoch zu den am wenigsten bekannten.
Die Tradition des Wermuts
Unserem Interesse am Jugendstil können wir in der Stadt Reus frönen. Der Geburtsort Gaudís ist eine Kleinstadt mit Charakter. Viele emblematische Gebäude verdankt Reus dem Architekten Lluís Domènech i Montaner: Casa Rull, Casa Gasull, Casa Navàs und die Nervenheilanstalt Institut Pere Mata mit dem spektakulären Pavillon Nummer 6, Pavilló dels Distingits. Zum Abschluss besuchen wir das Gaudí Centre, ein Informationszentrum, in dem wir unter anderem erfahren, wie Gaudí die Räume im Zusammenspiel der Elemente Wasser, Licht und Luft gestaltete. Viele der Jugendstilvillen der Stadt Reus entstanden dank des Wohlstands, den der Wermut-Export mit sich brachte. Reus hat sich bis heute seine große Wermut-Tradition bewahrt, und überall wird das Getränk als Aperitif serviert. Am Nachmittag besuchen wir eine ehemalige Wermut-Fabrik und erfahren alles über die Geschichte des mit Gewürzen und Kräutern aromatisierten Weins.
Katalanische Küche
Als nächstes steht ein Workshop auf dem Programm, bei dem wir die trencadís-Technik lernen, d. h. wie wir aus Keramik- und Glasscherben die für den Jugendstil so typischen Verzierungen herstellen können. Mit ein paar Werkzeugen und Scherben ausgerüstet gehen wir ans Werk. Am Ende nehmen wir alle unser eigenes Oeuvre und viele Gestaltungsideen für altes Baumaterial mit. In einem weiteren Jugendstilgebäude am Passeig de Gràcia nehmen wir an einem Kochkurs teil und bereiten u. a. einen esqueixada-Salat mit Kabeljau und Tomaten zu. Zum Nachtisch zaubern wir eine leckere crema catalana mit der typischen Karamellkruste obendrauf.
Öl in Bio-Qualität
Wurstwaren, handgefertigter Käse, knuspriges Brot mit geriebener Tomate und nativem Olivenöl extra … und dazu ein paar geröstete Mandeln – so sieht unser Frühstück im sogenannten Künstlerweinberg „Vinya dels Artistes“ in La Pobla de Cérvoles aus. Von unserem Tisch haben wir dabei einen herrlichen Blick auf die in die Landschaft eingebetteten Skulpturen und Kunstinstallationen. In dieser Gegend verläuft neben den Weinrouten von Lleida und des Anbaugebiets D.O. Costers del Segre auch die Olivenöl-Route durch den Landkreis Les Garrigues (D.O.P., geschützte Ursprungsbezeichnung), weshalb wir dem Katalanischen Olivenölmuseum (Museu i Centre de Cultura de l’Oli de Catalunya) in La Granadella einen Besuch abstatten. Die Einrichtung ist in einer alten Ölmühle von 1920 untergebracht.
Schönes Erwachen
In Montserrat zu übernachten hat sich gelohnt. Wir verbringen die Morgenstunden bei einer gemütlichen Wanderung im Parc Natural de Montserrat. In gemächlichem Tempo lassen wir die Gedanken schweifen und erleben, wie die ersten Sonnenstrahlen die faszinierenden Felsformationen des Bergmassivs — Cavall Bernat, Serrat del Moro und La Palomera — in rotes Licht tauchen. Wenn der Besuch in Montserrat mit einer Chorprobe der Escolania zusammenfällt, eine der ältesten Chorschulen Europas, lohnt es sich, in der Basilika dem Virolai zu lauschen. Es ist der Moreneta gewidmet und wird auch rosa d‘abril genannt.
Waldspaziergang
In Senterada unternehmen wir einen Waldspaziergang mit einem pflanzenkundigen Führer, der uns nicht nur von Legenden und Brauchtum erzählt, sondern uns auch beibringt, wie man Kräuter und Pilze erkennt und wie diverse Rezepturen (z. B. für Eingemachtes) zubereitet werden. Das Tal Vall d’Àssua ist der ideale Ort, um mehr über die Arbeit der Viehhirten zu erfahren – sei es indem man einen Hirten mit seiner Herde begleitet oder beim Besuch eines Landeskundemuseums, das die Besonderheiten dieses Berufs veranschaulicht. Die Etappe endet in La Vall de Boí, dessen Ensemble frühromanischer Kirchen zum Weltkulturerbe erklärt wurde. An den dortigen Berghängen weiden Bio-Rinder aus den Pyrenäen, deren Fleisch in den besten Küchen heiß begehrt ist.
Dem Cardener folgend bis nach Manresa
In Súria lohnt sich ein Stopp im mittelalterlichen Ortskern, anschließend folgen wir einer Piste parallel zum Cardener bis nach Callús. Ab hier wechselt die Route auf eine Nebenstraße, die sich durch Felder und masías windet. Die Landschaft verändert sich allmählich: Wälder weichen offeneren, stärker besiedelten Gebieten. Wir passieren Sant Joan de Vilatorrada und erreichen schließlich über den Camí de la Joncadella die ersten Gebäude Manresas. Damit endet eine ruhige, aber kontrastreiche Etappe – und wir erreichen die Hauptstadt des Bages.
Inmitten von Reisfeldern
Das vielfältige Mosaik aus Feldern, Salinen und Lagunen, welches das Ebrodelta prägt, ist besonders schön, nachdem die Reisfelder geflutet wurden, denn dann schimmern sie je nach Lichteinfall unterschiedlich stark und in verschiedenen Farben. In einem alten Landgut zwischen Reisfeldern stoßen wir auf ein außergewöhnliches Projekt: Dort gibt es eine – am Mittelmeer einzigartige – Sake-Brauerei, in der Besucher mehr über dieses beliebte alkoholische Getränk aus Japan und über Miso erfahren. Es werden diverse Aktivitäten wie u. a. eine E-Bike-Tour angeboten. Jedes Jahr finden aus Anlass von Aussaat und Ernte volkstümliche Feste statt, die den traditionellen Reisanbau würdigen. Ein Abendessen mit schmackhaften Garnelen aus La Ràpita bildet den krönenden Abschluss des Tages.
Ein Tag als Landwirt
In La Vall d’en Bas besuchen wir einen Bauernhof – ein Vergnügen für die ganze Familie! Nachdem wir die Kühe gefüttert, beim Melken zugesehen und die neugeborenen Kälber bestaunt haben, dürfen wir die frische Milch probieren. Ein ähnliches Erlebnis kann man bei der landwirtschaftlichen Genossenschaft Fageda d’en Jordà genießen, die sich durch ein außergewöhnliches soziales Engagement auszeichnet. Dort kosten wir auch den im Hause hergestellten Joghurt. In der Ortschaft Santa Pau, die gleich um die Ecke liegt, erstehen wir eine Packung erlesener weißer Bohnen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (D.O.P. Fesols de Santa Pau). In einem kleinen charmanten Hotel im Gebiet Alta Garrotxa kochen wir im Rahmen eines Workshops für gesunde kreative Küche unser eigenes Abendessen mit saisonalen Bio-Zutaten und viel Gemüse.
Mit dem Fahrrad
Wir nehmen unser Frühstück auf der Dachterrasse des Hotels ein und haben dabei einen 360°-Panoramablick über Barcelona, ausgehend vom Meer bis hin zu den Bergen, an die sich die Stadt anlehnt. Zu unseren Füßen liegt der Strand, die Gebäude des Olympischen Dorfs befinden sich in Reichweite. In der Ferne sehen wir die Sagrada Familia und die Torre Glòries (Agbar), die das architektonische Profil der katalanischen Hauptstadt prägen. Der Himmel ist an über 300 Tagen im Jahr blau, und es bietet sich an, die Stadt mit dem Fahrrad zu erkunden. Auf unserer Tour fahren wir mit einem kuriosen Öko-E-Bike aus Bambus vorbei an mit Straßenkunst verzierten Wänden.
Von Banyoles nach Platja d’Espolla und zum Fluvià
Wir verlassen Banyoles und umrunden einen Teil des Sees auf dem Radweg Banyoles–Melianta, bevor wir auf breiten Wegen durch offene Ebenen und Ackerland weiterfahren. Bald erreichen wir Platja d'Espolla, einen der ungewöhnlichsten Naturräume Kataloniens: einen zeitweise trockenen Teich, der nur aus Grundwasser gespeist wird und eine Landschaft schafft, in der sich das Leben an wechselnde Zyklen von Überschwemmungen und Dürren anpasst. Von hier aus führt die Route weiter über den Pla de Martís bis zum Fluss Fluvià.
Ende der Route: Ankunft in Barcelona
Oben angekommen erreichen wir den Passeig de les Aigües – einen der emblematischsten Orte für Radfahrende und Spaziergänger*innen in Barcelona. Dieser ehemalige Wartungsweg, heute eine Panoramastrecke, zieht sich entlang des Collserola-Hangs und bietet einzigartige Ausblicke über die gesamte Stadt. Während wir vorankommen, breitet sich Barcelona unter uns aus: die Sagrada Família, das Meer, dahinter der Hafen und der Montjuïc mit seinem Schloss. Die letzte Abfahrt führt über eine sanfte, kurvige Straße hinunter zur Plaça Karl Marx, wo wir in die Stadt einfahren und über Radwege zur Plaça Catalunya gelangen – dem Endpunkt dieser Etappe und dem Abschluss der Grand Tour de Catalunya Gravel.
Ein Spaziergang durch das Stadtviertel Eixample
Wir starten früh in den Tag und genießen die Morgenstunden auf der dem Meer zugewandten Seite der Stadt. Um den Grundriss Barcelonas besser zu verstehen, buchen wir eine private Führung bei einem Architekten, der uns durch das Stadtviertel Eixample begleitet. Es reicht von der Altstadt bis zum Stadtteil Gracia und wirkt in seiner Geradlinigkeit wie auf dem Zeichenbrett entworfen. In der Eixample sind die meisten Gebäude von architektonischem Wert der Stadt vereint, darunter bedeutende Jugendstilgebäude wie die Casa de les Punxes, La Pedrera, la Casa Amatller oder die Casa Batlló.
Sternenhimmel
Vor Einbruch der Nacht lohnt es sich, bis nach Àger zu wandern, denn dort kann man ein wunderschönes Naturschauspiel erleben: einen perfekten Sternenhimmel. Die Berge des Montsec wurden zum Touristischen Reiseziel und Starlight Reserve der UNESCO erklärt. In diesem Lichtschutzgebiet liegt die Sternwarte Centre d’Observació de l’Univers, in der Groß und Klein alles über die Mysterien des Kosmos erfahren. Nach einem Tag voller Emotionen fahren wir weiter in Richtung La Pobla de Segur, Endstation der historischen Eisenbahnstrecke Tren dels Llacs, auf der man einen herrlichen Ausblick auf die Seen entlang der Strecke hat.
Von La Garrotxa zum Empordà
Hinter dem Pass verändert sich die Landschaft allmählich. Eichen- und Korkeichenwälder weichen Feldern und vereinzelten Bauernhäusern, die die Ebene des Empordà ankündigen. Die Route führt durch Maià de Montcal und Lladó, ein charmantes Dorf inmitten von mediterranen Wäldern und Trockenstein-Terrassen, bevor sie auf ebenen Schotterwegen weiter nach Cistella und Avinyonet de Puigventós führt. Die letzten Kilometer sind flach und leicht, führen an Olivenhainen und Getreidefeldern vorbei, bis wir Figueres erreichen – die Hauptstadt des Alt Empordà und Heimat des weltberühmten Dalí-Museums – das Ende sowohl der Etappe als auch des Abschnitts 4.
Von den Aiguamolls de l’Empordà nach Sant Pere Pescador
Wir verlassen Castelló d’Empúries mit dem Fahrrad und gelangen in den Naturpark Aiguamolls de l’Empordà, eines der bedeutendsten Feuchtgebiete Kataloniens. Breite Wege führen durch Ackerland und Auen, die von Graureihern, Flamingos und Stockenten bewohnt werden. Die Landschaft ist offen und weitläufig, mit dem Meer in der Nähe und den Pyrenäen als Fernkulisse. Nachdem wir den Fluss Fluvià überquert haben, erreichen wir Sant Pere Pescador, ein Dorf, das sowohl vom Wind als auch vom Fluss geprägt ist, der sich seinen Weg zum Mittelmeer bahnt.
Vom Fuß des Montseny zu den Waldpisten
Wir verlassen Sant Celoni Richtung Süden und unterqueren die Autobahn AP-7, um ins Tal von Olzinelles zu gelangen. Die Straße ist schmal und ruhig, gesäumt von Steineichen und Kiefern in einer grünen, feuchten Umgebung, die die Essenz von Montnegre bewahrt. Noch vor dem Dorf biegen wir rechts ab und beginnen den Anstieg auf einer Waldpiste, die durch den Forst zum Coll de Can Poliva (471 m) führt. Die Atmosphäre ist mediterran bis ins Mark: staubige Wege, der Duft von Kiefern und Rosmarin, und gelegentliche Ausblicke, die sich zwischen den Bäumen öffnen.
Meeresküche in Cambrils
Das privilegierte Klima an der Costa Daurada lädt zu einer Katamaranfahrt ein. Wir starten am Nachmittag von der Estació nautica de Cambrils aus und segeln an Stränden mit feinem Sand vorbei. Sie werden eingerahmt von malerischen Felsformationen, um die herum das Meer türkisfarben leuchtet. Vom Meer aus sehen wir das Profil von Salou, ein Küstenort mit schönen Stränden. Unweit des Städtchens sehen wir die atemberaubenden Loopings der Achterbahnen von PortAventura World und nehmen uns vor, sie irgendwann mit den Kleinsten der Familie zu besteigen. Da wir in Cambrils, der gastronomischen Hauptstadt der Costa Daurada, wieder von Bord gehen, gönnen wir uns zum Abendessen ein suquet de romesco, für das die Restaurants vor Ort berühmt sind.
Von Les Garrigues nach l’Urgell: Oliven und Obst
Wir überqueren Les Borges Blanques, Hauptstadt der Region Les Garrigues und bekannt für ihre lange Tradition der Produktion von hochwertigem Olivenöl, ein echtes Symbol der Gegend. Weiter geht es über feste Erdwege, die parallel zur Bahnlinie verlaufen, immer flankiert von Obstplantagen, bis wir Juneda erreichen. Hinter Juneda trifft die Route auf die vierte Wasserrinne (Sèquia Quarta) des Canal d’Urgell, einen der Hauptarme dieses hydraulischen Systems, das das Wasser über hunderte von Feldern in l’Urgell und dem Segrià verteilt. Ein landwirtschaftliches Mosaik, das die Identität der gesamten Region prägt.
Ein ruhiges Dorf
Wir beginnen den Morgen mit einem Abstecher nach Guimerà. Das Dorf ist ein gutes Beispiel für mittelalterliche, ländliche Architektur. In den ersten Morgenstunden haben wir das Privileg, alleine durch die Gassen des Dorfes zu spazieren, das auf Postkarten aus Lleida nicht fehlen darf.
Durch die Wiesen und Berge der Vorpyrenäen
Hinter Sentís verlassen wir den Asphalt und folgen einer Piste, die weiter ansteigt – zuerst zum Coll de Sant Pere (1.420 m), danach zum Coll de Sas (1.483 m), dem höchsten Punkt der Etappe. Der Weg schlängelt sich durch Hochgebirgsweiden und lichte Wälder, mit spektakulären Ausblicken auf den Tossal de la Costa (1.867 m) und das Barrabés-Tal zur Linken. Ein stiller, authentischer Streckenabschnitt, in dem nur der Wind und das Knirschen des Grus unter den Reifen zu hören sind.
Nach dem Pass folgt eine kurze Abfahrt zum kleinen Dorf Sas – eine Ansammlung von steinernen Pyrenäenhäusern mit unverkennbarem Charme.
Ein literarischer Spaziergang
Nachdem wir alle selbst zubereiteten Gerichte auch verzehrt haben, tut ein Spaziergang gut. Man bietet uns dafür zwei literarische Rundgänge an: einen zu den Schauplätzen des Romans „Der Schatten des Windes“ (von Carlos Ruiz Zafón) und einen zweiten zu den Kulissen des Romans „Die Kathedrale des Meeres“ (von Ildefonso Falcones). Wir wählen die zweite Option, weil wir gerne die Kirche Santa María del Mar und das Stadtviertel El Born sehen möchten. So können wir nach dem Rundgang auch gleich ohne Hast in diesem belebten Quartier verweilen und in einer der vielen Bars ein paar Tapas essen und ein Glas Wein trinken.
Von den tagunen bis zum Ebre
Weiter geht es zur Casa de Fusta, einer Ikone des Deltas und heute Besucherzentrum des Naturparks. Von hier nehmen wir eine Route, die den Rand der Lagune Encanyissada umrundet, einem der fotogensten und charaktervollsten Orte des gesamten Gebiets. Die Landschaft ist vollkommen eben, mit endlosen Horizonten und einem besonderen Licht, das sich im Tagesverlauf ständig verändert. Anschließend folgen wir den Gravelpisten entlang der Reisfelder bis nach Amposta, wo wir den Kanalweg Canal de l’Esquerra de l’Ebre aufnehmen, der uns parallel zum Fluss in Richtung Tortosa führt. Schon bald treffen wir auf den Camino Natural de la Via Verda de la Val de Zafán, über den wir die letzte Etappe nach Tortosa radeln. Die Stadt empfängt uns voller Geschichte und dient als Verbindungspunkt zwischen dem Delta und den Bergen des Naturparks Els Ports. Hier können wir die imposante Kathedrale Santa Maria bewundern, der perfekte Abschluss eines Tages, an dem Natur, Ruhe und Weite die Hauptrolle spielen.
Mit Picasso in Gósol
Von der ländlichen Ruhe des Berguedà fühlte sich auch Pablo Picasso angezogen. Auf dem Rücken eines Esels und beladen mit seinen Staffeleien gelangte er im Frühjahr 1906 in das Dorf Gósol. Das Genie wohnte in der einzigen Pension des Ortes. Es heißt, er habe in wenigen Monaten mehrere Hundert Skizzen angefertigt, die den Beginn seiner kubistischen Phase einläuteten. Er malte die Häuser und Einwohner des Dorfes und füllte das sogenannte carnet català mit Reisenotizen. Eine Reproduktion dieses Notizbuches ist im Centre Picasso de Gósol zu sehen. Wir teilen uns auf: Ein Teil der Gruppe besucht das Museum und kostet anschließend die regionale Gastronomie. Der andere Teil der Gruppe zieht Wanderstiefel an und umrundet einen der markantesten Berge Kataloniens, den Pedraforca. Auf einer 17 km langen Wanderung mit 790 m Höhenunterschied sehen wir alle vier Seiten dieses freistehenden und gabelförmigen Steinkolosses. Dabei wandern wir ein Stück auf dem Weg, den die Katharer im Mittelalter auf ihrer Flucht nach Frankreich nahmen.
Die Strecke von Espot nach Llessui – ein Balkon über dem Pallars
Ab dem Pass verläuft die Piste nahezu eben weiter, kurvt entlang des Bergkamms und eröffnet jederzeit freie Sicht auf das gesamte Tal. Die Landschaft ist offen und pastoral: immense Weiden, frei grasende Schaf-, Rinder- und Pferdeherden, und Schluchten, die tief hinab zum Talgrund führen. Keine Bäume – nur ein Wechsel steiler, grüner Hänge, die ein Gefühl unendlicher Weite erzeugen. In einigen Abschnitten fällt die Piste leicht ab, nur um später erneut anzusteigen, immer mit Blick auf die Täler zur Linken und die Bergmassive zur Rechten. Ein perfekter Abschnitt, um langsam, entspannt und vollkommen in die Natur eingetaucht zu radeln.
elBulli heute
Anhand zahlreicher Installationen, ganz in der Art eines Degustationsmenüs, lädt elBulli1846 Besucher dazu ein, mit Blick auf den Naturpark Cap de Creus die Geschichte des Restaurants elBulli Revue passieren zu lassen und über Gastronomie und Innovation zu reflektieren. Danach fahren wir mit dem E-Bike durch den Naturpark Aiguamolls de l’Empordà. Unterwegs können wir zahlreiche Vögel beobachten und verschiedene Erzeugnisse wie z. B. das Olivenöl mit geschützter Ursprungsbezeichnung D.O. Empordà kosten. In L’Escala erfahren wir etwas über den Alltag der Esquenapelats – so wurden früher die örtlichen Fischer bezeichnet, denen bis heute beim Salzfest Festa de la Sal Tribut gezollt wird. Das Museu de l’Anxova i de la Sal, in dem die alten Fischfabriken nachempfunden wurden und zahlreiche Gerätschaften ausgestellt sind, bringt Besuchern die Herstellung der eingesalzten Fische näher.
Weiter in Richtung Montblanc
Unsere Etappe führt uns weiter nach Montblanc. Auf dem Weg kommen wir in Prades vorbei, ein weiteres Dorf mit Charme. Die Gemeinde, die von einer beachtenswert schönen Landschaft umgeben ist, wird aufgrund des roten Steins, aus dem sie erbaut ist, auch Villa Roja genannt. Von Prades aus fahren wir einen kleinen Umweg von weniger als 7 Kilometer und besuchen Capafonts. Dort nehmen wir an einer interessanten Aktivität teil: Für ein paar Stunden werden wir zu Schäfern und lernen sogar Käse herzustellen.
Viel mehr als nur Wein
Nachdem wir entlang der Miravinya-Route den herrlichen Blick von fünf Aussichtspunkten genossen haben, könnten wir der Route des Xató (eines traditionellen katalanischen Wintersalats) folgen oder an der Costa Barcelona die Süßweine aus der Rebsorte Malvasia de Sitges probieren. Wir entscheiden uns jedoch für die Weinroute durch den Penedès, auf der zwei Aktivitäten anstehen: in La Bisbal del Penedès verkosten wir natives Olivenöl extra und in El Vendrell probieren wir die Essige, die seit mehr als einem Jahrzehnt bei der Nobelpreis-Gala kredenzt werden. Den Abschluss des Tages bildet eine Fahrt in einem Landwagen, die an der modernistischen Weinkellerei in Nulles an der Weinroute D.O. Tarragona startet.
Abfahrt zum Meer: Ankunft in Port de la Selva
Vom Kloster aus beginnt ein unvergesslicher Abstieg auf einer kurvenreichen Straße, die direkt ins Meer zu führen scheint. Mit sinkender Höhe rückt das Blau des Mittelmeers immer näher, bis wir in Port de la Selva ankommen – einem malerischen Fischerdorf, umrahmt von Bergen und getaucht in das Licht des Meeres. Hier vermischt sich die Stille des Cap de Creus mit dem Geruch von Salz und dem Rauschen der Segel im Hafen und markiert das Ende der Etappe.
Riesen in Solsona
Bei einer Führung durch die Stadt Solsona, in der viele Gebäude im barocken Stil erhalten sind, entdecken wir auch das Quarto dels Gegants. In diesem Museum werden die Riesen und Fabelwesen aufbewahrt, die während des Stadtfests durch die Straßen tanzen. Das Kloster Santuari del Miracle liegt nur zwölf Kilometer entfernt von Solsona, eine der katalanischen Städte mit Charakter, und ist wegen des barocken Altars der Klosterkirche einen Abstecher wert. Die Reise geht weiter in Richtung Süden, zurück in die Provinz Barcelona. Wir haben viele Optionen für interessante Zwischenstopps. Cardona mit seiner Festung und der stillgelegten Salzmine; Poble Vell de Súria auf der linken Flussseite des Cardener, eine ehemals bedeutende Ansiedlung auf der Salzroute, oder Manresa, eine der katalanischen Städte mit Charakter, in der viele Jugendstilgebäude erhalten sind.
Die lange Abfahrt nach La Seu d’Urgell
Die Abfahrt bringt uns zur Berghütte Refugi de la Basseta, im Heiligtum von Sant Joan de l’Erm – eine Oase der Ruhe zwischen Wiesen und Hochgebirgswäldern. Von hier aus setzt sich die Route fort, mit abwechselnden kurzen Anstiegen und Abfahrten entlang des Tals des Flusses Santa Magdalena, durch enge Pfade, Schluchten und wasserreiche Abschnitte, die für Frische und Kontrast sorgen. Nach einem weiteren Anstieg von etwa 7,5 Kilometern geht es hinunter durch den Serrat de les Cabanelles: eine lange, genussvolle Abfahrt mit Serpentinen und Panoramasektionen. Die Piste ist insgesamt komfortabel, weist aber einige technische Stellen auf, die Konzentration erfordern. Auf den letzten Kilometern passieren wir Sendes und Bellestar – bereits im Alt Urgell – bevor wir La Seu d’Urgell erreichen. Ende der Etappe und Abschluss des Abschnitts 3.
Die grüne Lunge Collserolas
Wir verlassen die Hauptstraße und tauchen ein in das dichte Wegenetz des Parks. Breite, gut verdichtete Naturwege führen durch Pinien- und Steineichenwälder und an kleinen ländlichen Siedlungen wie Sant Bartomeu de la Quadra vorbei. Jahrhundertealte Gehöfte tauchen immer wieder in der Landschaft auf – stille Zeugen der landwirtschaftlichen Vergangenheit dieser Berge. Die Route wechselt zwischen offenen Bereichen mit weiten Ausblicken und schattigen Waldpassagen, in denen das Sonnenlicht spielerisch durch die Baumkronen fällt. Die Abfahrt nach Rubí folgt gepflegten Waldwegen – einige Abschnitte sind schmaler, aber technisch unkompliziert.
Weinterrassen zu Füßen der Serra del Montsant
In La Vilella Alta verlassen wir erneut den Asphalt und folgen einer Piste, die mitten durch das Priorat führt, eine der geschätztesten DOCa-Regionen Spaniens, deren Weinberge in perfekt abgestuften Terrassen angelegt sind. Der Anstieg ist konstant, angenehm und gelegentlich technisch, mit steinigem Untergrund, der besondere Aufmerksamkeit verlangt. Die Umgebung ist majestätisch: Rechts ziehen sich Terrassen empor, die sich wie ein Mosaik über die Hänge legen, und links dominieren die Felswände der Montsant-Sierra. Nur das Knirschen des Gravel unter den Reifen und der Wind aus den Bergen durchbrechen die Stille. Nach einigen Kilometern kehren wir auf die Straße zurück und folgen ihr weiter vorbei am historischen Kloster Monestir d’Escaladei, dem Ursprung der Priorat-Weinkultur, bis wir schließlich nach Poboleda rollen, einem kleinen Steindorf, das Ruhe, Authentizität und die Essenz des Priorat in sich trägt.
Lebensqualität in Tarragona
Am Portal der Kathedrale erwartet uns ein Stadtführer, der uns in ihre Geheimnisse einweiht. Wir sehen das Hauptschiff und den Kreuzgang und steigen auf den Kirchturm. Dabei hören wir von Intrigen, Verrat, Kämpfen, Verträgen und Geheimnissen, die dem Stoff einer Fernsehserie gleichen. Am Abend, als das römische Erbe der Stadt bereits beleuchtet ist, sitzen wir in einem kleinen Restaurant mit wenigen Tischen und offener Küche. Die jungen Köche engagieren sich für eine Küche mit lokalen Produkten. Sie servieren frischen Fisch direkt aus der Fischauktionshalle im Hafen von Tarragona und dazu Biowein.
Jugendstil im Maresme
Anschließend fahren wir nach Canet de Mar und besichtigen das Casa-Museu de Domènech i Montaner, das Leben und Werk des großen Jugendstilarchitekten gewidmet ist. Wir bewundern die Modelle einiger seiner emblematischen Werke, wie den Palau de la Música oder das Hospital de Sant Pau. In einer Cafeteria des Dorfes probieren wir die vidreres modernistes (Jugendstilfenster), ein kurioses Teegebäck, dessen Urheber die Konditoren von Canet de Mar sind. Dann geht es weiter in das Fischerdorf Arenys de Mar, dessen Fischereihafen zu den wichtigsten Kataloniens gehört. Sobald am Nachmittag die Fischerboote eintreffen, findet eine klassische Fischauktion statt, bei der man die Garnelen sehen kann, die am Abend in den renommierten Restaurants des Ortes serviert werden. In Arenys de Mar besichtigen wir eine kuriose Form des Jugendstils: den Friedhof am Meer, dem der katalanische Dichter Salvador Espriu den 1946 im Ausland auf Katalanisch veröffentlichen Gedichtband Cementiri de Sinera widmete. Wer die Küste vom Meer aus ansehen möchte, kann im Hafen von Arenys eine Bootsfahrt buchen, bei der man die Landschaft, die Unterwasserwelt und die Meeresvögel erleben kann. Es werden auch Nachtfahrten angeboten, bei denen man die Sterne beobachten und mythologischen Geschichten lauschen kann.
In Mataró, unserer nächsten Station, sehen wir anhand luxuriöser Villen wie der von Coll i Regàs, wie die Unternehmer lebten, die in der Textilindustrie — wie in der Colònia de Ter, die wir kennengelernt haben— zu Vermögen gekommen waren. Ebenfalls in der Hauptstadt des Maresme besichtigen wir das Museum für moderne Kunst Nau Gaudí. Es wurde in der Fabrikhalle eingerichtet, die Gaudís erstes Architekturprojekt war. Einen Teil des Nachmittags widmen wir einem entspannten Stadtbummel. Natürlich kaufen wir in der Konditorei die obligatorischen neules. Das knusprige Gebäck ist typisch für die Weihnachtszeit. Es wird in Schachteln angeboten, entweder in der klassischen Stangenform oder gefüllt mit crema catalana oder catànies (gebrannte Mandeln mit Schokoladenüberzug).
Portlligat und Cadaqués
Auf dem Wanderweg, der von Portbou bis nach Blanes führt und ehemals von patrouillierenden Zöllnern genutzt wurde, liegt der wunderschöne Naturhafen Portlligat. Wir gelangen von der Panoramastraße vom Cap de Creus in die Bucht von Portlligat. In der ehemaligen, bescheidenen Fischersiedlung wohnten Dalí und seine Ehefrau Gala über 30 Jahre lang. Bereits beim Besuch des Casa-Museu, das wie ein bunt durchgewürfeltes Labyrinth angelegt ist, konnten wir feststellen, dass der Künstler den Surrealismus nicht nur malte und modellierte, sondern auch lebte. Den Nachmittag verbringen wir im malerischen Fischerdorf Cadaqués. Am Abend suchen wir Zuflucht in einem Restaurant und genießen dort die Meeresküche, die wir mit den Weinen der D.O. Empordà kombinieren.
Von Puigcerdà nach Collada de Toses
Nach der Abfahrt von Puigcerdà, der historischen Hauptstadt von La Cerdanya, beginnt die Route mit einigen flachen Kilometern durch das Tal, vorbei an Wiesen und vereinzelten Bauernhäusern. In Urtx beginnt der lange Aufstieg zum Collada de Toses. Die ruhige, kurvenreiche Straße steigt über mehr als 20 Kilometer stetig an, mit einer sanften und gut zu bewältigenden Steigung. Zu Beginn öffnet sich der Blick über die Ebene von Cerdanya, weiter oben führt die Straße durch dichte Tannen- und Schwarzkiefernwälder. Hier und da geben Lichtungen den Blick auf entfernte Gipfel frei, darunter die Berge oberhalb von La Molina.
Entlang der Noguera Pallaresa und des Sant-Antoni-Stausees
Vom Aussichtspunkt führt die Route sanft und angenehm dahin, stets parallel zur Noguera Pallaresa. Der Untergrund wechselt zwischen Gravel und Grünweg, mit Abschnitten auf breiten Wegen und kleinen Pfaden nahe der Straße. Wir durchqueren Gebiete großer biologischer Vielfalt, Bewässerungskanäle und Flussauen.
Der Weg führt am Sant-Antoni-Stausee entlang – mal direkt am Wasser, mal höher gelegen mit großartigen Ausblicken auf das Pallars-Becken. Nach der Durchfahrt durch Tremp, wo das Terrain flacher wird, rollen wir weiter bis nach La Pobla de Segur – dem Ende der Etappe und dem Abschluss der Ruta dels Llacs.
Mató und ab auf die Landstraße
Nachdem wir in einem der Läden am Platz vor dem Kloster den traditionellen Frischkäse mató gekauft haben, der in Kombination mit Honig einfach herrlich schmeckt, schweben wir mit der Seilbahn Aeri über das Tal des Llobregat wieder nach unten. Dort holen wir unser Auto und nehmen dann die Landstraße quer durch den Parc Natural de Sant Llorenç del Munt i l’Obac. Wir hätten nun die extrem spannende Option, in Sant Fruitós de Bages einen Tandem-Fallschirmsprung zu machen, bei dem man aus 4 000 m Höhe zunächst in freiem Fall fliegt. Wir vertagen das Abenteuer jedoch auf einen anderen Zeitpunkt.
Zwischen Olivenhainen bis ans Meer
Hinter Reus geht es Richtung Riudoms über breite, sanfte Gravelpisten, die ein Mosaik aus Oliven- und Mandelbaumfeldern durchqueren. Die Atmosphäre wird immer entspannter, das Gelände fällt nach und nach ab, bis wir Cambrils erreichen, wo das Mittelmeer in voller Weite vor uns erscheint. Ab hier folgen wir der Strandpromenade auf dem Radweg: ein ruhiger, flacher Abschnitt, auf dem wir die beeindruckenden Ausblicke der Costa Daurada so richtig genießen können.
Traditionelle Naturheilmittel
Über kurvenreiche Straßen gelangen wir nach Ossera. Dort wollen wir die Route der Düfte und der Trementinaires erkunden. Die Frauen, die einst diesen Beruf ausübten, stellten Terpentinöl aus Baumharz her und sammelten Heilpflanzen, um daraus Arzneisalben anzumischen. Nachdem wir mehr über die spannende Geschichte dieses alten Handwerks erfahren haben, lernen wir in einem Workshop, wie wir unsere eigene Salbenmischung herstellen können. Der Duft von Käse führt uns anschließend nach La Seu d’Urgell, berühmt für Butter und Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung (D.O.P.) Mantega i Formatge de l’Alt Urgell i la Cerdanya. Jedes Jahr im Oktober werden dort bei der Fira de Sant Ermengol die besten handwerklich hergestellten Käsesorten aus den Pyrenäen feilgeboten.
Äpfel aus Girona
Da wir uns in der Provinz Girona befinden und es hier die geschützte geografische Angabe für Äpfel aus Girona (I.G.P. Poma de Girona) gibt, fahren wir nach Palau Sator und besuchen eine Apfelsektkelterei. Im Laden der Kelterei erstehen wir verschiedene aus Äpfeln oder mit Äpfeln hergestellte Produkte, darunter nicht nur sidra (Apfelsekt), sondern auch Säfte, Konfitüren und Essig. Unsere Tour nähert sich erneut der Küste. Wir sehen uns die Buchten von Begur an, eine Gemeinde, die das Siegel Fischerdörfer und -viertel trägt. Niemand porträtierte die Landkreise des Empordà besser als der katalanische Schriftsteller Josep Pla. Wer sich für sein Werk und die Landschaften interessiert, die er beschrieb, sollte sich in Palafrugell in der Stiftung Fundació Josep Pla umsehen. In Calella de Palafrugell, einem Dorf mit Charme, kann man auf den Spuren seiner Kindheit wandeln. Pla verbrachte die Sommermonate im Sommerhaus seiner Familie am Strand Platja del Canadell.
Castellar de N’Hug
Am Nachmittag steht selbstverständlich eine kleine Wanderung an. Wir laufen bis nach Castellar de N’Hug, das das Siegel Dörfer mit Charme trägt. Es ist die Endstation der Eisenbahnstrecke Tren del Ciment. Die Ortschaft ist bekannt für ihre Lage mitten in der Natur, für romanische Kunst und riesengroße Croissants. Hier befindet sich die Quelle des Llobregat. Der Fluss durchquert die gesamte Provinz Barcelona von den Pyrenäen bis zum Mittelmeer. Der Wanderweg zur Quelle ist kurz und dank Treppen und Handläufen bequem zu gehen. Oben angekommen sehen wir, wie ein beeindruckender Wasserfall direkt aus den Felsspalten schießt. Vor Anbruch der Dunkelheit und mit ein paar Croissants im Gepäck, die gefühlt ein Kilo wiegen, kommen wir in unserer Unterkunft in Ripoll an.
Kochkurs
Wir fahren weiter nach Palamós, wo wir uns im Espai del Peix zu einem Kochkurs zum Thema Fisch angemeldet haben. In der Kochschule hören wir zunächst einen historisch-kulturellen Exkurs zum Verzehr von Fisch. Im praktischen Teil lernen wir Gerichte der sogenannten „Bordküche“ zu kochen, mit denen sich die Fischer an Bord selbst versorgen. Als Zutaten dürfen Reis aus Pals und gamba (Garnele) aus Palamós nicht fehlen. Während die Fischerboote im Hafen anlegen, um ihren Fang zur Auktion in der llotja zu bringen (wer Interesse hat, kann diese live verfolgen), fahren wir zum Weingut Brugarol in der Nähe von Palamós. Die Bodega Brugarol ist nicht nur wegen ihrer Weine interessant, sondern auch wegen der Architektur ihrer Gebäude. Sie wurden vom Architekturbüro estudio RCR aus Olot entworfen, das mit dem begehrten Pritzker-Preis ausgezeichnet wurde.
Catànies aus Vilafranca
Am Vortag haben wir uns der Geschichte des Cava gewidmet. Heute besichtigen wir das Vinseum in Vilafranca del Penedès, das der Kultur des Weins in Katalonien gewidmet ist und in einem ehemaligen Palast gegenüber der Kirche Santa María untergebracht ist. Bei dem schier unendlichen önogastronomischen Angebot der Weinkellereinen im Penedès fällt es nicht leicht, eine Auswahl zu treffen. Es gibt Themenbesuche, Aktivitäten rund um den Wein und Weinverkostungen. Wir wählen eine Kombiverkostung aus Wein und Käse, bei der wir sämtliche Facetten der Weine erleben, die so nahe am Meer entstehen. Vor unserer Abfahrt aus Vilafranca del Penedès erstehen wir in einer Konditorei noch eine Schachtel Catànies, d. h. geröstete und karamellisierte Mandeln mit Schokoladenüberzug.
Auf ins Herz des Penedès
Breite Abfahrtspisten bringen uns zur Vía Blava de l’Anoia, einem flachen Weg, der zum Fluss hinunterführt. Und hier verändert sich die Landschaft vollständig: Die ersten Weinberge des Penedès erscheinen – und reichen bis zum Horizont. Der letzte Abschnitt führt über Schotterpisten zwischen perfekt ausgerichteten Rebzeilen, bis wir Sant Sadurní d’Anoia erreichen, das Ende dieser Etappe und der Eingang zur Welt des Cava.
Congost de Mont-rebei
Nach einem Spaziergang durch den Stadtkern von Lleida setzen wir uns wieder ans Steuer, um auf der Panoramastraße zwischen Balaguer und la Baronia de Sant Oïsme die wunderschöne Landschaft zu genießen. Hier haben wir Blick auf den Fluss Segre, den Stausee von Camarasa und das Bergmassiv des Montsec. Die Nachthimmel dieser Gegend wurden zur Reserva Starlight erklärt und eignet sich besonders gut für astronomische Beobachtungen. In der spektakulärsten Schlucht von Katalonien, Congost de Mont-rebei, fahren wir mit dem Kajak auf der Noguera Ribagorçana. Neben uns türmen sich imposante Felswände auf, durch die sich der Fluss seinen Weg gebahnt hat. Über ein System aus einer Hängebrücke sowie Treppen und Plattformen kann man die Schlucht zu Fuß überqueren. Wir beenden den Tag in La Pobla de Segur, wo wir vor dem Abendessen an einen Workshop zur Herstellung von Ratafía teilnehmen, dem berühmten katalanischen Kräuterlikör.
Wandern in Aigüestortes
Heute stehen wir früh auf und fahren bis ins Vall de Boí, das Tal, das den Eingang zum Parc Nacional d‘Aigüestortes i Estany de Sant Maurici bildet. In der einzigartigen Landschaft des Nationalparks erwarten uns Gletscherseen und 3 000 m hohe Berge. Die Flora besticht mit Enzian und Rhododendron, zur heimischen Fauna gehören der Bartgeier, das Schneehuhn, der Auerhahn und die Gemse. Der Nationalpark ist ein Wanderparadies und bietet Wanderrouten für jedes Niveau. Wir wandern vom Planell d‘Aigüestortes bis zu den fotogenen Bergseen Estanc de Llebreta und Estanc Llong. Ein Geländewagentaxi bringt uns von Boí zum Planell d‘Aigüestortes. Nach der Wanderung machen wir noch ein Foto vor dem spektakulären Wasserfall Cascada de Sant Esperit. Danach bringt uns das Taxi zurück ins Tal, und wir stärken uns bei einem Abendessen mit Fleisch, Pilzen und Käse von Schäfern aus der Region.
Ankunft in El Vendrell
Hinter dem Stausee wird das Gelände flacher. Die Route führt durch Wein- und Olivenhaine, vorbei an masías und kleinen Dörfern wie La Gornal, stets in einer offenen, ländlichen Umgebung. Die letzten Kilometer sind einfach und angenehm, perfekt für eine entspannte Einfahrt nach El Vendrell – dem Endpunkt der Etappe, Schnittstelle zwischen dem Inland und der Costa Daurada und Geburtsort des Musikers Pau Casals, dessen Museum man hier besuchen kann.
Mittelalterliche Dörfer
Die reizenden Mittelalterdörfer des Empordanet kann man auf unterschiedlichste Weisen erkunden: zu Fuß (auf eigene Faust, oder mit Themenführungen zur Geschichte oder der Bedeutung des keramischen Kunsthandwerks), mit dem Auto oder sogar im Heißluftballon. Wir parken unser Auto und wählen eine Rundfahrt mit robusten E-Bikes, die wir als „Burricletes“ mieten. In Peratallada versetzen wir uns in eine Zeit zurück, die von Rittern, Edelleuten und Töpferwerkstätten geprägt war. Von Pals, aus, dem Dorf mit einer unverkennbaren Silhouette und einer vollständig erhaltenen Stadtmauer, haben wir Blick auf die Ebene des Empordà, den Berg Montgrí und die Illes Medes. Anschließend fahren wir an die Küste zurück nach Calella de Palafrugell, ebenfalls ein Dorf mit besonderem Charme. Auf einer Führung durch das ehemalige Fischerdorf mit den weiß gekalkten Häusern und den berühmten Arkaden erfahren wir, dass der Schriftsteller Josep Pla hier die Sommer seiner Kindheit verbrachte. Wer gerne etwas Aktiveres unternehmen möchte, kann auf dem naturbelassenen Teil des Camí de Ronda zwischen Llafranc und Palamós wandern gehen. Der Küstenpfad führt vorbei an der kleinen Fischersiedlung S’Alguer, an Felsenbuchten mit türkisen Gewässern wie die Cala Canyers oder die Cala dels Corbs.
Ein ganz besonderer Aperitif
Nachdem wir im Hofladen des Hotels Safran aus der Serra del Montsec erstanden haben, machen wir uns auf den Weg zum nördlichsten Teil der Weinstraße von Lleida, wo die Reben auf einer Höhe von fast 1.000 Metern über dem Meeresspiegel wachsen. In La Pobla de Segur halten wir bei einer Kleinbrauerei, die originelle Angebote bereithält, wie z. B. die Kombination von Bier mit geschmacklich passender Eiscreme oder eine Variante des klassischen katalanischen Aperitifs: „Beermut“ – anstelle von Wermut gibt es Bier, zu dem lokale Käsesorten und Wurstwaren wie die Dauerwurst Secallona gereicht werden. Zudem besuchen wir eine Ratafia-Fabrik, die als Familienunternehmen seit 1883 im Bereich Mazeration und Destillation tätig ist.
Eine perfekte Kombination
Modernisme und Schokolade – besser könnte diese Tour kaum anfangen! Nach dem Verlassen eines charmanten Hotels im katalanischen Jugendstil besuchen wir zwei Geschäfte: den Laden einer Ende des 19. Jh. ins Leben gerufenen Schokoladenmarke, die uns mit jedem Bissen in unsere Kindheit zurückversetzt, und einen innovativen Shop, in dem jede einzelne Praline voller Fantasie und Kreativität steckt. Anschließend genießen wir – umgeben von den Meisterwerken des Modernisme am Passeig de Gràcia – eine köstliche Tasse Schokolade. Und da man eine Stadt bekanntlich am besten kennenlernt, wenn man ihre Märkte besucht, steht als Nächstes ein Bummel durch die Markthalle Mercat de Santa Caterina (einer der 39 städtischen Märkte in Barcelona) auf dem Programm. Dort wählen wir die Zutaten für den Kochworkshop aus, bei dem Reisgerichte nach Seemannsart zubereitet werden.
Gastronomie im Berguedà
Am Nachmittag sind wir wieder alle vereint und fahren in Richtung Bagà. Wir machen einen kurzen Zwischenstopp in Guardiola de Berguedà und besichtigen das prächtige Benediktinerkloster von Sant Llorenç. Am Ende des Tages haben wir uns eine Auswahl lokaler Gerichte redlich verdient. Wir kosten die traditionellen Rezepte des Berguedà: pèsols negres (schwarze Erbsen mit Speck) patates emmascarades (maskierte Kartoffeln) mit Blutwurst und trinxat (Weißkohlkartoffelstampf aus der Pfanne), den sie in dieser Gegend trumfos amb col nennen. Nach dem Abendessen machen wir einen Spaziergang durch Bagà.
Abfahrt nach Josa de Cadí und Gósol
Vom Pass beginnt eine 6 km lange Abfahrt auf einer breiteren, angenehmen Piste, voller Kurven und mit großartigen Ausblicken auf Josa de Cadí, das tief im Tal erscheint. Das Dorf mit seinen Steinhäusern und engen Gassen ist ein lebendiges Zeugnis der mittelalterlichen Vergangenheit der Region – verbunden mit Katharer-Legenden und dem traditionellen Handwerk der trementinaires.
Ab Josa führt die Straße weiter nach Gósol, mit einem Anstieg und einem Abstieg, flankiert von Wiesen und Wäldern. Der letzte Abschnitt eröffnet eine herrliche Aussicht auf den Ort und einen Teil des Pedraforca-Massivs – ein Vorbote unserer Ankunft im Berguedà.
Dörfer im Val d’Aran
Wir erleben das Val d’Aran als einen Ort tief verwurzelter Traditionen. Es gibt Aberglauben und das Feuerfest zur Sommersonnenwende, das zum immateriellen Weltkulturerbe erklärt wurde. Kunsthandwerker stellen Keramik her und klassische Schmiedekunst. Metzger bieten traditionelle Wurstwaren an, wie die Trockenwurst fuet, die im Tal langoisa seca heißt. Unseren Tag beginnen wir mit einem Besuch von Arties. Im Dorfkern sehen wir die bemerkenswerten Häuser im Renaissancestil. In Salardú besichtigen wir ein Schmuckstück der aranesischen Romanik, die Kirche Sant Andrèu. Sie besticht mit einem achteckigen Turm, Wandfresken und einem Christus am Kreuze aus Holz. Die Strecke von Arties nach Salardú ist wunderbar geeignet für einen E-Mountainbike-Ausflug. Es gibt weitere Optionen, die Wesensart des Tals zu erkunden, wie z. B. in den nahegelegenen Dörfer Escunhau, Bagergue oder Tredòs. Wir finden jedoch, dass die Landschaft zu gemächlichen Wanderungen einlädt. Deshalb machen wir einen kleinen, aber feinen Ausflug. Wer auf der Suche nach Tiefenentspannung ist, findet diese im Thermalbad Banhs de Tredòs. Es handelt sich um die höchstgelegene Therme Europas mit einer einzigartigen Lage mitten in der Natur.
Von Gósol nach Saldes, am Fuß des Pedraforca
Wir verlassen Gósol, ein Bergdorf mit starker Pyrenäenidentität und einem geschichtlichen Kapitel, das mit Picasso verbunden ist, der hier 1906 lebte. Zunächst rollen wir die Straße hinunter nach Saldes, mit dem Pedraforca stets im Blickfeld. Die Straße windet sich durch das Tal und bietet an mehreren Stellen spektakuläre Ausblicke auf diesen steinernen Koloss mit seinen zwei charakteristischen Gipfeln – den pollegons, Symbol des Berguedà und der katalanischen Pyrenäen.
Perfekt gegarter Reis
Nachdem wir einige Gläser der berühmten Sardellen aus L’Escala erstanden haben, geht es in ein Apfelweinlokal, wo wir knackige Äpfel aus Girona und einige Apfelerzeugnisse wie Apfelwein (Sidra), Saft, Kompott und Essig probieren. Im Espai del Peix im Hafenstädtchen Palamós nehmen wir an einem Kochworkshop zum Thema Fisch und Meeresfrüchte teil und erlernen die Zubereitung verschiedener Rezepte, darunter auch ein Gericht mit Reis aus Pals. Außerdem haben wir Gelegenheit auf einem der Boote mitzufahren, die von Palamós aus auf Garnelenfang gehen.
Mittelalterliche Dörfer
Wir fahren von der Küste aus ins Landesinnere des Empordà. Hinter uns liegt der Montgrí mit seiner Burg. Dieser Berg markiert die Trennlinie zwischen den Landkreisen Alt Empordà und Baix Empordà und den Zugang zum Fischerdorf L’Estartit. Vom Hafen aus kann man Bootstouren zu den vorgelagerten Illes Medes buchen. Die Inselgruppe ist eins der bedeutendsten Naturschutzgebiete für Meeresflora und -fauna des Mittelmeers und ein Paradies für Taucher. Nach unserer Ankunft in Peratallada und einem deftigen Frühstück mit Wurst und Käse aus dem Empordà mieten wir ein robustes e-Bike namens burricleta (Packesel-Bike), mit dem wir durch die mittelalterlichen Dörfer des Empordanet radeln: Peratallada, Ullastret, Canapost, La Bisbal d’Empordà, die katalanischen Hauptstadt der Keramik; und Pals, das Dorf mit der unverkennbaren Wehrmauer.
Fauna der Pyrenäen
Die Wälder in diesem Teil der Pyrenäen sind von Murmeltieren und großen Hirschen bevölkert. Wenn der Herbst kommt, sorgt die Brunftzeit der Hirsche für einen ganz besonderen „Soundtrack“ in den Bergen. Auf unserer Wanderung können wir die Tiere hören, aber nicht wirklich erkennen. Deshalb besuchen wir am Nachmittag den Aranpark in Bossòst. Das zum Wildtierpark gehörige Dorf wurde im typisch aranesischen Stil erbaut. Im Park erfreuen sich Klein und Groß der imposanten Präsenz von Braunbären, Luchsen und grauen Wölfen. Zum Abschluss des Tages kehren wir nach Vielha zurück. Wenn der Besuch auf einen Dienstag fällt, können wir am Pintxo Pote teilnehmen, der mittlerweile regelrecht institutionalisiert ist. In der Altstadt von Vielha führt dann eine Tour von Bar zu Bar, und in jeder davon gibt es ein Getränk (pote) und ein Häppchen (pintxo).
Aufstieg zum höchsten Punkt der Etappe: Coll d’Ares (1.534 m)
Wir verlassen Àger und beginnen sofort den langen Anstieg zum Coll d’Ares: 14 Kilometer bergauf mit 935 Höhenmetern. Die schmale, verkehrsfreie Straße windet sich durch das Massiv und eröffnet immer weitreichendere Blicke über das Ager-Tal.
In der ersten Hälfte des Anstiegs durchqueren wir den Parc Astronòmic del Montsec – einer der besten Orte Kataloniens, um den Sternenhimmel zu beobachten. Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft offener und felsiger, und am Pass auf 1.534 Metern ist der Blick gigantisch: das Gebiet Vall Alta de Serradell–Terreta–Serra de Sant Gervàs im Vordergrund und dahinter, am Horizont, die Pyrenäen.
Schwimmen mit Thunfischen
Unser erster Zwischenstopp ist L’Ametlla de Mar, eine Gemeinde, die unter dem Siegel Fischerdörfer und -viertel Kataloniens geführt wird. L’Ametlla de Mar konnte sich den Charme des Fischerlebens bewahren. Wir spazieren durch den belebten Hafen und besuchen einige der geschützt gelegenen und sehr unterschiedlichen Buchten des Städtchens. Es gibt Strände im Stadtkern und außerhalb, einige mit feinem Sand, andere mit Kieselsteinen, wieder andere umgeben von Felsformationen oder dichten Pinienwäldern. Da wir heute voller Abenteuerlust aufgestanden sind, ziehen wir uns Neoprenanzüge an, um mit riesigen roten Mittelmeer-Thunfischen zu schwimmen. Nach kurzer Bootsfahrt, auf der wir ein paar grundlegende Hinweise zum Schnorcheln erhalten, kommen wir bei den Thunfischbecken an. Es ist ein erhabenes Gefühl, die Thunfische aus der Tiefe kommen und vorbeischwimmen zu sehen. Zum Abschluss des Ausflugs dürfen wir den beliebten Fisch kosten, der bereits für die römischen Legionäre eine wichtige Eiweißquelle darstellte.
Besalú und sein mittelalterliches Erbe
Dem Fluvià flussaufwärts folgend, erreichen wir Besalú, eine der bekanntesten mittelalterlichen Städte des Landes. Die romanische Brücke, das jüdische Viertel, das Kloster Sant Pere und die gepflasterten Straßen bilden ein außergewöhnliches historisches Ensemble. Nachdem wir die Brücke überquert haben, verlassen wir die asphaltierten Straßen und begeben uns auf Wege, die sanft zum Coll de Sacreu (318 m), dem höchsten Punkt der Etappe, ansteigen.
El Pinell de Brai und die Kathedrale des Weins
Wir verlassen die Via Verda und erreichen über eine Nebenstraße El Pinell de Brai, einen Ort, der eine der architektonischen Perlen der Region beherbergt: die Catedral del Vi. Diese modernistische Weinkooperative wurde von Cèsar Martinell entworfen, einem Schüler Gaudís. Ihr Bau mit parabolischen Bögen und ornamentaler Keramik gilt als Symbol der Weinkultur und der Identität der Terra Alta, einem der bedeutendsten Weinbaugebiete Kataloniens.
Hinter El Pinell führt ein Weg in die Wälder und Weinberge hinauf und belohnt uns schließlich mit einem beeindruckenden Panoramablick über das Ebretal und die fernen Berge der Serra de Montsant.
Wanderung um Aigüestortes
Das Tal Vall de Boí trägt das Siegel Mit der Familie in die Natur und die Berge und ist ein Paradies für Wanderfreunde. Es gibt Touren in sämtlichen Schwierigkeitsgraden. Einige eignen sich für Familien mit Kindern, andere nur für erfahrene Wanderer. Wir wählen einen Ausflug mit sanftem Anstieg vom Planell d’Aigüestortes bis zum Gebirgssee Estany Llong. Ein Geländewagentaxi bringt uns von Boí bis zum Planell d‘Aigüestortes. Der Weg, der bis zum Coll de Rus führt, entspricht dem historischen Weg, den die Bewohner des Vall de Boí vor dem Bau der entsprechenden Landstraßen nahmen, wenn sie nach Barcelona mussten. Auf dem gleichen Pfad, allerdings in umgekehrter Richtung, reiste die katalanische Bourgeoisie auf dem Rücken von Eseln zur Therme von Caldes de Boí. Nach der Wanderung haben wir großen Hunger. Zu unserem Glück ist das Vall de Boí der ideale Ort, um die Pyrenäenküche zu kosten: Pilze, Sennereikäse und carn a la llosa, d. h. auf dem heißen Stein gegrilltes Fleisch.
Der Nationalpark hat drei Eingänge. Einen bei Boí und Espot, den Dörfern mit den bedeutendsten Kathedralen und in die man gehen muss, um die bekanntesten Gegenden wie Aigüestortes i l’estany de Sant Maurici zu besuchen. Der zweite Eingang liegt nahe der Dörfer Sort und Llessuí, wo es noch ein Informationszentrum gibt. Und der dritte Eingang ist der von Pont der Suert i Senet mit einem weiteren Informationszentrum.
Zurück ans Meer
Nach Montferri fahren wir auf Landstraßen, die zwischen Weinbergen liegen. Auf einem kleinen Aussichtspunkt steht eine Kapelle, die von Josep Maria Jujol, einem Mitarbeiter Gaudís, entworfen wurde. Der Grundriss der Kapelle gleicht einem Schiff, das nach Montserrat hin ausgerichtet ist. Die Felsformationen des Berges dienten dem Architekten als Inspirationsquelle. Wir gelangen erneut zur Küste und machen Halt in Altafulla. Wir spazieren durch die Vila Closa, die Altstadt, und fahren dann an den Strand ins Fischerviertel Les Botigues, das sich den Charme früherer Zeiten erhalten hat. Bei unserer Ankunft in Tarragona machen wir einen Rundgang durch die Part Alta, die Altstadt. Dort besichtigen wir das Historische Museum der Stadt in der Casa Castellarnau, ein wertvolles Exemplar bürgerlicher Architektur in einer von edlen Steinfassaden geprägten Gasse.
Pisten entlang des Riu Negre
Wir verlassen Solsona mit einem sanften Beginn und folgen 15 Kilometer lang einem Weg parallel zum Riu Negre, unterbrochen von einigen Asphaltabschnitten. Der Fluss begleitet uns ruhig, während die Landschaft grün bleibt und von verstreuten masías geprägt ist. Dieser erste Teil ermöglicht es, in den Rhythmus zu finden und die Strecke ohne große Steigungen zu genießen, bis wir den Eix del Cardener erreichen – das Tor nach Cardona.
Ein Spaziergang durch Tortosa
Ausgehend vom Delta de l’Ebre können wir weitere Ausflüge machen. In dieser Gegend gibt es uralte Spuren menschlicher Präsenz. Die Felsmalereien von Ulldecona gehören zu der sogenannten Levante-Kunst, die zum Weltkulturerbe erklärt wurde. In den Olivenhainen zwischen Ulldecona und La Sénia gibt es beeindruckende, tausendjährige Olivenbäume. Man kann sich aber auch entscheiden, in Küstennähe zu bleiben und in Sant Carles de la Ràpita das Wassersportangebot zu nutzen. Wer hingegen Entspannung und Erholung sucht, wird die naturbelassenen Strände des Deltas lieben. Wir entscheiden uns für eine Tour durch das monumentale Tortosa. Die Kleinstadt trägt das Siegel Städte und Dörfer mit Charakter, denn sie kann mit einer Festung, einer Kathedrale und den Überresten eines Judenviertels aufwarten. In der Markthalle, die im Jugendstil erbaut wurde, finden wir die typischen Spezialitäten der Terres de l’Ebre und auch ein paar kleine Bars, wo wir sie direkt vor Ort kosten können. Selbstverständlich verlassen wir die Markthalle mit einer Schachtel pastissets de cabell d‘àngel (Mürbegebäck gefüllt mit Kürbiskonfitüre) im Gepäck.
Abfahrt nach Bagergue und Salardú durch das Vall d’Unhòla
Vom Pass aus ist der Blick überwältigend: Vor uns breitet sich das Vall d’Unhòla aus, eingeschlossen von Gipfeln wie dem Cap des Closos und dem Tuc Blanc de Parros. Die Abfahrt beginnt auf einer breiten Piste, wo die Vegetation lichter wird – ein starker Kontrast zum satten Grün des vorherigen Tals. Der Fluss Unhòla begleitet uns auf den letzten Kilometern, mit seinem charakteristisch rotbraunen Wasser, das durch Eisenoxide und -hydroxide gefärbt ist.
Wir erreichen Bagergue, das höchstgelegene Dorf des Val d’Aran, und folgen anschließend der Straße weiter hinunter nach Salardú – dem Endpunkt dieser Etappe.
Abfahrt hinunter zum Ebre
Vom höchsten Punkt beginnt eine Abfahrt hinunter nach Miravet, berühmt für seine Templerburg und seine historische Flussüberquerung. Danach führt die Route über Nebenstraßen und Feldwege zwischen Obstgärten und trockenen Kulturen weiter Richtung Benissanet, bis wir Móra d’Ebre erreichen, Hauptstadt der Ribera d’Ebre. Hier tritt der Ebre erneut in den Vordergrund und beschließt eine Etappe, die an jeder Kurve Geschichte und Natur atmet.
Leckerer Käse
Nach den heftigen Emotionen beim Rafting kommt uns der Besuch in einer Sennerei, die Bergkäse herstellt, gerade recht, um unseren Puls wieder auf Normalzustand zu bringen. Wir bekommen erklärt, wie Käse entsteht, und dürfen die Käse aus eigener Herstellung kosten, die mit so angesehenen Preisen wie dem World Cheese Award ausgezeichnet wurden. Bevor wir zu unserer Unterkunft in den Landkreis El Pallars Sobirà fahren, machen wir noch einen Abstecher in das nur wenige Kilometer entfernte malerische Gerri de la Sal. Dort besichtigen eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, die zum Kulturerbe von nationalem Interesse erklärt wurden: die befestigte Altstadt, ein Kloster aus dem 11. Jahrhundert, eine mittelalterliche Brücke und das ehemalige Salzsilo Real Alfolí.
Abfahrt hinunter nach Horta de Sant Joan
Vom höchsten Punkt aus kündigt ein spektakuläres Panorama über die Täler von Paüls den Beginn der Abfahrt an. Die Piste fällt steil ab, weist einige technische Stellen auf und führt über den Coll de la Carrasqueta. Von hier bieten sich grandiose Blicke auf die zerklüfteten Felsformationen des Naturparks Els Ports, mit steilen Wänden und Schluchten, die wie Naturkathedralen wirken. Die Abfahrt endet auf der Straße zwischen Prat de Comte und Arnes, die wir ein paar Kilometer bis nach Horta de Sant Joan folgen. Das Steindorf ist durch seine markante Silhouette sofort erkennbar und gilt als eines der symbolträchtigen Eingangstore zum Naturpark, nicht zuletzt durch seine Verbindung zu Pablo Picasso, dessen Werk hier im Centre Picasso gewürdigt wird Eine kurze, aber fordernde Etappe, in der sich die Natur von ihrer rauesten, majestätischsten Seite zeigt.
Blick auf La Cerdanya
Unsere Tour führt uns durch die Stadt Puigcerdà, die mit einem wunderschönen See in der Stadtmitte aufwartet. Die Straßen der Stadt dienten dem Schriftsteller Carlos Ruiz Zafón als Kulisse für einen seiner Romane. Nur sieben Kilometer von Puigcerdà machen wir einen kurzen Abstecher zum Museum der Apotheke von Llívia, der ältesten Europas. Weiter geht es anschließend auf kleinen Nebenstraßen durch Dörfer mit kurzen und knappen Namen und deftigen Wurstwaren (bull blanc, bull negre, pà de fetge). Nachdem wir Urtx, Alp und Das durchquert haben, fahren wir nach Meranges. Das Dorf besticht mit einer vollkommenen, ländlichen Architektur und der Nähe zum Bergsee Estany de Malniu. Vom Dorf aus, das auf 1 590 m liegt, haben wir Blick auf die gesamte Cerdanya.
Kajak-Ausflug auf dem See
Am Morgen gleiten wir mit dem Kajak und ohne Hast über den See, der vor über 250 000 Jahren entstand. Reiher, Schwäne und Enten lassen sich von unseren leisen Booten und unserer Präsenz nicht weiter stören. Nach der Kajak-Tour sehen wir uns die pesqueres de Banyoles am Ufer des Sees genauer an. Es handelt sich um Bootsstege mit eleganten Konstruktionen aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Sie dienten zum Verstauen von Angelutensilien und als Badehäuser für die Bourgeoisie der Stadt. Wir tun es den eleganten Herrschaften des 19. Jahrhunderts gleich und nehmen an einem dafür vorgesehenen Bereich ein erfrischendes Bad.
Von Gombrèn nach Ripoll entlang des Viehwegs
Eine kurvenreiche Abfahrt führt uns nach Gombrèn, einem ruhigen und malerischen mittelalterlichen Dorf unterhalb der Wallfahrtskirche Montgrony. Von hier aus verlassen wir die Straße und biegen auf den Viehweg von Campdevànol ab, einen sehr fahrradfreundlichen Feldweg, der sich zwischen Wald und offenen Wiesen schlängelt, begleitet vom ständigen Rauschen des Wassers. In der Nähe von Campdevànol wird der Weg flacher und noch angenehmer und führt bald nach Ripoll, der historischen Hauptstadt des Ripollès und einem alten Verkehrsknotenpunkt. Hier können Sie das Kloster Santa Maria besuchen, eines der Meisterwerke der katalanischen Romanik.
Gastronomie in der Region Terres de l’Ebre
Früh morgens verlassen wir Tarragona auf dem Weg in die Region Terres de l’Ebre. Wir besichtigen L’Ametlla de Mar, eine der Gemeinden mit den besten und vielfältigsten Stränden der katalanischen Küste, die mit dem Siegel „Fischerviertel- und Dörfer“ ausgezeichnet wurde. Der Hafen von L’Ametlla de Mar hat sich den Charme eines ehemaligen Fischerdorfs bewahrt. Hier steigen wir in ein Boot und anschließend in einen Neoprenanzug, um dann zwischen roten Tunfischen zu schwimmen, von denen einige über 200 kg wiegen. Am Ende des Ausflugs nehmen wir an einer Tunfisch-Verkostung teil. Die Gastronomie der Terres de l’Ebre gehört zu den touristischen Pfründen der Region. Wer keine Lust hat, mit Tunfischen zu schwimmen, kann alternativ weiterfahren nach L’Ampolla, um dort einen Bootsausflug zur Bucht Bahía del Fangar zu machen. Der Ausflug umfasst einen Besuch der Muschelbänke, wo wir Austern und Miesmuscheln kosten, die mit einem Glas Cava serviert werden.
Ankunft in Sitges und am Mittelmeer
Der finale Abstieg bringt uns direkt nach Sitges – einer der ikonischsten Städte der katalanischen Küste. Wir erreichen das Zentrum über die Strandpromenade und folgen dem Radweg entlang des Meeres bis in die Altstadt. Salzige Meeresluft, Palmen und weiße Häuser kündigen unsere Ankunft am Meer an. Eine kurze, aber intensive Etappe, die die Stille der Weinberge mit der Weite des Mittelmeers verbindet.
Kunst in Figueres
In der Kirche Sant Pere in Figueres läuten die Kirchenglocken. Sie spielte im Leben des Genies mit dem extravaganten Schnurrbart eine wichtige Rolle. Wir widmen den Morgen dem Dalí-Dreieck, also drei Orten, die auf der Landkarte miteinander verbunden ein Dreieck ergeben. Das triangle dalinià markiert wichtige Stationen im Leben des surrealistischen Malers. Es besteht aus seiner Geburtsstadt Figueres, seinem Haus in Port Lligat und dem Castell de Púbol. Auf dem Weg von einer Station zur anderen machen wir ein paar kleinere Zwischenstopps. Im Teatre-Museu Dalí sind wir fasziniert von den vielen Details, die wir in den Trompe-l‘œil-Malereien des Künstlers sehen. Im Spielzeugmuseum Museu del Joguet sehen wir eine kleine Ausstellung zu Dalís Kindheit und Jugend, im Espai Dalí Joies eine Kollektion seiner Schmuckdesigns. Auch im Museu de l’Empordà ist Kunst zu sehen, vor allem zeitgenössische und regionale.
Wasserfall aus Gletscherwasser
Von Vielha aus folgen wir dem Flussverlauf der Garona (Garonne) bis hin zu einem der malerischsten Orte des Val d’Aran. Das Naturschutzgebiet Artiga de Lin umfasst grüne Weidelandschaft, Schluchten und Flüsse und gehört zu den schönsten Nebentälern des Val d’Aran. Es ist schnell und bequem zu erreichen. Von Artiga de Lin aus machen wir eine Wanderung bis zum Wasserfall Els Uelhs Deth Joeu, der sich aus dem Gletscherwasser des Aneto speist. Er bietet ein besonderes Naturspektakel. Vier Kilometer weiter bergauf, im Vall de Benasc, verschwindet der Fluss in den Felsen, um an diesem Ort mit Wucht und in einem Wasserfall wieder auszutreten.
Aufwachen in Barcelona
Unseren zweiten Tag in Barcelona widmen wir dem Meer und den lokalen Produkten und besuchen einige der Märkte der Stadt. Das Netzwerk der Märkte von Barcelona zählt 43 Mitglieder, es gehört damit zu den größten der Welt. Wir stehen früh auf und machen ein bisschen Sport an der Strandpromenade. Nach einen kurzen Spaziergang durch das Stadtviertel La Barceloneta sehen wir seine beiden Seiten: den traditionell gebliebenen Teil voller Kneipen und Tapasbars, in dem Wäsche vor den Fenstern hängt und katalanische Rumba ertönt, und den neu erbauten Teil direkt am Meer mit ein paar schicken Strandbars, die wir uns für ein andermal vormerken.
Die Valls d’Àneu und die Ankunft in Espot
Die Piste führt bergab entlang der Noguera Pallaresa bis nach Esterri d’Àneu, vorbei an Alòs d’Isil, Isil und Borén, wo der lange Abstieg endet. Von dort überqueren wir den Fluss und beginnen einen neuen Anstieg auf einer Nebenstraße, die uns nach Son führt – einem natürlichen Aussichtspunkt über den Stausee von Torrassa und die gesamten Valls d’Àneu. Die Wälder entlang der Straße bestehen aus Rotkiefern, Schwarzkiefern und Tannen – typische Vegetation der mittleren Höhenlagen der Pyrenäen. Die letzten Kilometer wechseln zwischen sanften Anstiegen und Abfahrten durch Waldpassagen, bis wir Espot erreichen – das Tor zum Nationalpark Aigüestortes i Estany de Sant Maurici und das Ende einer Etappe, die die Essenz der Pyrenäen perfekt zusammenfasst.
Landwirtschaft und Kulturerbe
Am Vormittag erstrahlen in Tarragona die Marktstände auf der Plaça del Fòrum – inmitten römischer Ruinen, die zum UNESCO-Welterbe gehören – mit ihren frischen Waren und buntem Obst und Gemüse aus der Region Camp de Tarragona. Ebenfalls in der Altstadt kann man bei einem interessanten Rundgang mehr über die Geschichte des Weins im Anbaugebiet D.O. Tarragona, über die jungen Erzeuger von Naturweinen und über die Wiederbelebung des Festes L’Embutada, mit dem das Eintreffen der neuen Jungweine gefeiert wird, erfahren. Weiter geht es ins Fischerviertel El Serrallo, wo wir noch eine kulinarische Köstlichkeit der Stadt kennenlernen: den Fisch und die Meeresfrüchte, die für die Zubereitung von Romesco verwendet werden (hier bezeichnet dieser Begriff nicht die berühmte Sauce, sondern einen schmackhaften Fischtopf, der aus diesem Stadtteil stammt).
Von Girona zum Ter – durch Auwälder und Felder
Wir verlassen Girona auf breiten, gut befestigten Wegen, die sanft ansteigen und parallel zum Ter verlaufen. Der Weg führt durch landwirtschaftliche Flächen und Auwälder mit Erlen, Pappeln, Eschen und Weiden – Baumarten, die von der ständigen Flussfeuchtigkeit leben. Das Licht filtert durch die Blätter, und das Rauschen des Wassers begleitet uns. Wir durchqueren Sant Gregori und Bonmatí, wo die Landschaft ländlicher wird und das Terrain leicht zu wellen beginnt.
Weinlandschaft Priorat
Bei unserer Ankunft im Priorat, Heimat der berühmten Weine der Herkunftsbezeichnungen D.O. Montsant und D.O.Q. Priorat, haben wir Blick auf den Montsant. In den Morgenstunden leuchten die rötlichen Gipfel dieses Bergmassivs im Sonnenlicht. Im Priorat gibt es ein breites önotouristisches Angebot, bei dem wir die faszinierende Welt des Weines und die Weinkultur entdecken können. Wir entscheiden uns, mit historischem Input zu beginnen, und besuchen die Kooperative von Falset-Marçà. Wie die am Vortag besuchten Weinkathedralen ist auch sie ein Jugendstilbau. Während wir noch auf den offiziellen Fremdenführer warten, taucht Blai auf, der wohl Mitarbeiter der Kooperative ist und uns vergnügt erklärt, wie Wein gekeltert wird. Von Falset aus nehmen wir anschließend eine der schönsten Panoramastraßen der Costa Daurada. Wir haben Blick auf die in Terrassen angelegten Weinberge des Priorats und auf die malerischen Ortschaften Gratallops, La Vilella Alta und La Vilella Baixa. Für eine weitere Reise behalten wir uns die Ortschaften Porrera, Torroja del Priorat und Cabacés vor, für die ein größerer Umweg nötig wäre.
Ankunft in Tarragona
Die letzten Kilometer überqueren Vilabella und bringen uns über Nebenstraßen und offene Wege bis an die Tore der Provinzhauptstadt Tarragona. Wir passieren die Jardins Imperi, bevor wir in die Stadt einfahren – UNESCO-Welterbe und eines der großartigsten römischen Zentren der Iberischen Halbinsel. Die Ankunft im Zentrum führt uns direkt in die monumentale Atmosphäre Tarracos: die Stadtmauern, römische Relikte und das imposante Amphitheater mit dem Meer als Hintergrund bilden den perfekten Abschluss einer abwechslungsreichen, kulturell reichen Etappe voller unvergesslicher Eindrücke.
Von Berguedà zum Coll de la Merolla
Von La Pobla de Lillet aus folgen wir der Straße, die zum Coll de la Merolla (1.108 m) hinaufführt, einem natürlichen Pass zwischen Berguedà und Ripollès. Der Aufstieg ist etwa 8,5 km lang – gleichmäßig, angenehm und kurvenreich, mit viel Schatten unter Rotkiefern, Buchen und Tannen. Mit zunehmender Höhe wechselt die Landschaft zwischen felsigen Hängen und kleinen Lichtungen, bis wir den Pass erreichen, wo sich ein weiter Blick auf die umliegenden Gipfel und die Montgrony-Bergkette eröffnet.
Kurs auf die Garrotxa
Golf-Fans kommen im Camiral, A Quinta do Lago Resort, das in einer sehr schönen Landschaft eingebettet ist, auf ihre Kosten. Wir beschließen jedoch, von Süden kommend in Richtung Garrotxa zu fahren. Dieser Landkreis besticht durch seinen vulkanischen Urspung. Den Nachmittag verbringen wir in Hostalets d’en Bas, ein sehr hübsches Dorf im Tal Vall d’en Bas. Das Dorf besteht aus mehreren kleinen Ansiedlungen am Fluss Riu Fluvià. Ein paar Tage zuvor hatten wir in der Bucht von Roses die Flussmündung des Fluvià überquert.
Jugendstil in Barcelona
Man kommt nicht jeden Tag in den Genuss, in einem Jugendstil-Hotel zu erwachen. Wir sind von den geschwungenen Formen fasziniert und widmen den Morgen diesem Architekturstil. Die Ruta del Modernisme vereint in Barcelona bis zu 120 Gebäude im Jugendstil mit Werken so bedeutender Architekten wie Gaudí und Domènech i Montaner. Wir nehmen an einer Führung teil, bei der wir einige der Gebäude sehen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören: Casa Batlló, La Pedrera, Casa Vicens, Recinte Modernista de Sant Pau und Palau de la Música Catalana. Wir erfahren mehr über den Ursprung dieser Kunstströmung und ihrer Bedeutung für die Stadt. Man macht uns auf wichtige Details in den Gebäudefassaden aufmerksam.
Austern schlürfen
Im Hafen von L’Ampolla erwartet uns bereits ein Boot, das uns in die Bucht Badía del Fangar bringt, wo wir frisch von den Muschelbänken geerntete Miesmuscheln und Austern serviert bekommen. Wir übernachten in einer zur Unterkunft umgebauten ehemaligen barraca, die traditionelle Behausung der Reisbauern des Ebrodeltas. Am Abend, mit einem Glas exzellenten, weißen Garnatxa aus der Terra Alta in der Hand und mit den gefluteten, spiegelnden Reisfeldern im Vordergrund, genießen wir einen der schönsten Sonnenuntergänge unserer Reise.
Die Dörfer der Bergregion Collsacabra
Es gibt viele unterschiedliche Arten, den Landkreis Garrotxa zu erleben (im Heißluftballon, mit dem Fahrrad oder zu Fuß) und so viele leckere lokale Produkte zu probieren, dass wir beschließen, bald zurückzukehren. Unsere erste Station des Tages ist das Dorf mit Charme Rupit. Es wurde aus Stein errichtet und liegt mitten im Gebirgszug Collsacabra. In seiner Umgebung gibt es schwindelerregende Abhänge, Schluchten und Wasserfälle. Im Fremdenverkehrsbüro von Rupit buchen wir eine Führung, bei der man uns die Geschichte des Dorfes näherbringt, das sich um einen großen Felshügel herum entwickelte, auf dem einst eine Burg stand.
Von Palafrugell nach Palamós entlang des Grünen Weges
Von Begur aus geht es hinunter nach Regencós auf dem Weg nach Palafrugell, einst das Zentrum der Korkindustrie Kataloniens. Hier treffen wir auf den Pirinexus-Grünweg, einen flachen, angenehmen Abschnitt, der von Feldern und Bauernhäusern gesäumt ist und uns zurück zum Meer nach Palamós führt. Dieser historische Fischereihafen hat sich seinen authentischen Charakter bewahrt, mit täglich morgendlicher Fischanlandung und einer belebten Promenade und Hafenanlage.
Wermut in Reus
Nach kurzer Fahrt gelangen wir nach Reus, dem Geburtsort Gaudís. Zum Aperitif trinken wir einen Wermut, der in der Stadt eine lange Tradition hat. Man erläutert uns die Geschichte des Getränks, das von Reus, Paris und London aus in die ganze Welt exportiert wurde. Die drei Städte kontrollierten ehemals den Markt und den Preis für diesen aromatisierten Aperitifwein. Die großen Wermut-Hersteller bieten geführte Touren und Verkostungen an, einige davon sogar mit Theatereinlage. Der Wohlstand, den Reus Dank des Wermutexports erlebte, spiegelt sich in vielen von namhaften Architekten entworfenen Jugendstilgebäuden wider. Auf der Jugendstilroute kann man insgesamt 26 solcher Gebäude sehen, darunter Casa Navàs, Casa Rull, Casa Gasull und die Klinik Institut Pere Mata von Lluís Domènech i Montaner und die Casa Anguera von Pere Caselles.
Von Sant Joan de les Abadesses nach Camprodon
Wir verlassen Sant Joan de les Abadesses auf der Via Verda del Ferro i del Carbó und fahren in Richtung Sant Pau de Segúries auf einem sanften, angenehmen Abschnitt, der dem Fluss Ter durch Wälder und Wiesen folgt. Wir verlassen den Grünen Weg und fahren auf Nebenstraßen weiter nach Camprodon, einer der bedeutendsten Städte der Region. Die romanische Brücke über den Ter, die belebte Hauptstraße und die sich im Wasser spiegelnden Steinhäuser schaffen eine warme und authentische Atmosphäre.
Vom Meer ins Cadiretes-Massiv
Wir verlassen Tossa de Mar und lassen die Küste hinter uns, um in das Cadiretes-Massiv einzutauchen – ein geschütztes Naturgebiet mit Steineichen, Korkeichen und mediterranen Kiefernwäldern. Der Anstieg führt stetig durch dichte Vegetation, mit schattigen Passagen und gelegentlichen Ausblicken zurück auf das Meer. Mit zunehmender Höhe öffnet sich die Landschaft und gibt den Blick frei auf die Ebene von Vidreres und am Horizont auf das Montseny-Massiv. Ein stiller, naturnaher Abschnitt auf teils steinigen, aber gut fahrbaren Wegen.
Weinberge, soweit das Auge reicht
Jetzt sind wir im Penedès, dessen Weinberge sich bis zum Meer erstrecken. Um die Besonderheiten dieser Region aus nächster Nähe zu entdecken, sollte man in Vilafranca del Penedès das Vinseum (ein Museum für Weinkultur in Katalonien) und in Sant Sadurní d’Anoia das Informationszentrum Cava Centre besuchen, wo man u. a. alles Wissenswerte über die Bläschenbildung im katalanischen Schaumwein Cava erfährt. Der Weintourismus im Penedès hält vielfältige Angebote bereit, wie z. B. Verkostungen, Fahrradtouren, Mittagessen in den Weinbergen und mehr. Wir entscheiden uns für die Erkundung eines Familienweinguts in einem Citroën Méhari mit einer anschließenden traditionellen Mahlzeit.
Tossa de Mar
Wir fahren an der Küste entlang bis nach Tossa de Mar. Dabei lassen wir im Norden die Serra de Les Gavarres hinter uns mit ihren Wäldern aus Eichen und Korkeichen, Ursprung für den Kork von Wein- und Champagnerkorken. Den ersten Kaffee des Tages trinken wir mit Blick auf die Stadtmauer von Tossa de Mar. Im Fischerviertel Sa Roqueta laufen wir bis zum Portal, dem Zugang zur Altstadt Vila Vella. Dort sind wir zu einer Führung verabredet, die den Besuch des Stadtmuseums Museo Municipal beinhaltet, in dem wir Werke von Marc Chagall sehen. Nach dem Spaziergang durch den ältesten Teil des ehemals befestigten Tossa de Mar wandern wir auf einem camí de ronda bis in die Bucht Cala Giverola. Am Aussichtspunkt Mirador de Sant Jaume, einem natürlichen Felsvorsprung, haben wir einen spektakulären Blick auf die Klippen, das Dorf und seinen Burghügel.
Kajakausflug auf dem Ebre
Seit wir in den Terres de l’Ebre angekommen sind, hat uns der Ebre begleitet. Es wird also Zeit, den Fluss aus der Nähe zu erkunden, und zwar mit dem Kajak. Auf ruhiger Fahrt, bei der nur unser Paddeln und Vogelgezwitscher zu hören ist, gelangen wir in das spektakuläre Dörfchen Miravet, über dem eine Tempelritterburg thront. Wir besichtigen die Burg und nehmen an einem Töpferworkshop teil, in dem wir mehr über die Töpfertradition in Miravet erfahren. Nach dem Kajakausflug geht es weiter in Richtung Priorat. Zwischen Móra d’Ebre und Móra la Nova nehmen wir einen kleinen Umweg von weniger als zehn Minuten, um die iberische Siedlung Castellet de Banyoles zu sehen. Von dort aus haben wir Blick auf eine Flusskurve des Ebre und die Gemüsefelder der Ribera d’Ebre. Der Blick ist besonders schön während der Obstblüte. Die Farbexplosion der Bäume beginnt Anfang Februar mit der Mandelblüte und endet mit der Kirsch- und Pfirsichblüte im April.
Vom Stausee Camarasa zum Aiguabarreig des Segre und der Noguera Pallaresa
Wir überqueren den Segre erneut und verlassen Balaguer nach Norden auf Wegen, die uns nach Camarasa und Sant Llorenç de Montgai führen. Hier überqueren wir den Fluss nochmals, während sich der Stausee zu unserer Rechten ausbreitet.
Die Landschaft verändert sich deutlich: Wir lassen die Agrarbene hinter uns und gelangen in das Schutzgebiet Aiguabarreig del Segre i Noguera Pallaresa, wo beide Flüsse in einer landschaftlich und ökologisch außergewöhnlich vielfältigen Umgebung zusammenfließen. Hier beginnt der Höhengewinn dieser Etappe. Der erste Anstieg – auf einer Piste – bietet schöne Blicke auf den Stausee, bevor wir in Felder und sanfte Hügel eintauchen.
Wir durchqueren Vilanova de la Sal und erkennen nun klar die Silhouette des Montsec, der zunehmend den Horizont dominiert.
Zwischen Rebenhügeln und kurvigen Straßen
Hinter Falset schlängelt sich eine kurvenreiche Straße durch perfekt terrassierte Weinberge, vorbei an Gratallops und La Vilella Baixa. Je weiter wir vorankommen, desto mächtiger erhebt sich der Naturpark der Serra del Montsant vor uns, imposant, mit seinen senkrechten Kalksteinwänden, die den Horizont dominieren.
Die Strecke ist ein wahres visuelles Spektakel: klippenartige Dörfer, Wege, die sich um die Hügel winden, und überall der Duft von Wein, der die Luft erfüllt.
Vallbona de les Monges
Auf unserem nächsten Stopp treffen wir einige der Nonnen, die noch das Kloster Vallbona de les Monges bewohnen. Sie erklären uns, dass das Kloster Vallbona, anders als die zwei anderen Klöster der Zisterzienserroute, mitten in einem Dorfkern liegt. Dieses Zugeständnis musste die Äbtissin bei Gründung des Klosters machen, weil Nonnenklöster seit dem Konzil von Trient nicht mehr an abgelegenen Orten erbaut werden durften. Wir sehen die beeindruckenden Räume des Klosters und den Kreuzgang. Beim Herausgehen stöbern wir in der Klosterboutique, wo die Nonnen Nachbildungen der historischen Keramik des Klosters anbieten. Anschließend fahren wir weiter zum Estanc d’Ivars i Vila-sana. Auf dem Weg kommen wir vorbei an Belianes, Arbeca und Les Borges Blanques, d. h. wir fahren durch die Gegend, in der die exzellenten Olivenöle der D.O.P. Les Garrigues erzeugt werden.
Romanik im Tal von Boí
Den Nachmittag widmen wir der romanischen Kunst im Tal von Boí. Die im Stil der Romanik erbauten Kirchen im Vall de Boí wurden zum Weltkulturerbe erklärt. Die kleinen Kirchenbauten, acht Kirchen und eine wunderschöne Ermitage, schlagen einen Bogen zurück ins Mittelalter, als die romanische Kunst im Dienste des Glaubens entstand. Wir besichtigen die Kirche Sant Climent de Taüll, wo der berühmte Christus dank moderner Video-Mapping-Technik aussieht wie frisch gemalt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie leuchtend die Kirche in ihrem Urzustand gewirkt haben muss. In der Kirche Sant Climent bekommen wir noch mehr Lust auf Romanik, sodass wir anschließend die Kirche Santa Eulàlia mit dem schmalen Kirchturm im lombardischen Stil besuchen. In der Abenddämmerung haben wir von der Einsiedelei Sant Quirc de Durro aus einen herrlichen Blick auf die Gipfel der Pyrenäen, die in rosaroten Tönen erstrahlen.
Carrilet-Grünweg bis nach Girona
In Quart treffen wir auf den Carrilet Girona–Sant Feliu de Guíxols Grünweg – eine ehemalige Bahnlinie, die heute eine der angenehmsten Radstrecken der Region ist. Der gut gepflegte Weg verläuft zwischen Wäldern und bewirtschafteten Wiesen und folgt teils dem Verlauf des Onyar-Flusses. Restaurierte Bahnbrücken und Holzstege verleihen der Strecke einen besonderen Charme. Die Einfahrt nach Girona erfolgt allmählich: Schon von weitem erkennt man die Altstadt und die Kathedrale. In der Stadt angekommen, können wir unsere Räder abstellen und durch die kopfsteingepflasterten Gassen schlendern, die römischen und mittelalterlichen Spuren der Stadt entdecken – und natürlich das jüdische Viertel besuchen, eines der best erhaltenen Europas. Ein perfekter Ort, um die Etappe mit einem Kaffee zu beenden.
Wandern in Colomèrs
Der Schriftsteller Camilo José Cela schrieb in Viaje al Pirineo de Lérida (Reise in die Pyrenäen Lleidas), dass die Beine die Flügel des Herzens seinen. Auf Bergpfaden zu wandern ist die beste Art, die Region zu erkunden. Aus diesem Grund wandern wir am Nachmittag von Salardú zum Circ de Colomèrs. Das größte Gletscherseegebiet der Pyrenäen liegt am äußeren Rand des Parc Nacional d’Aigüestortes i Estany de Sant Maurici. Auf der vollständigen Wanderung kämen wir an sieben Gletscherseen vorbei. Wir sind nicht so ambitioniert und steigen nur bis zur Berghütte auf. Entlang des Weges kommen wir an Seen, Bächen, Brücken und Felsformationen aller Art vorbei. An der Hütte angelangt trinken wir einen Kaffee mit Blick auf den See Estany de Colmèrs und die Gipfel der umliegenden Berge, die sich in ihm spiegeln. Ein friedvoller Moment. Von der Berghütte aus gibt es einen kurzen und einen langen Rundweg, die zu den verschiedenen Gletscherseen führen. Um wieder zu Kräften zu kommen, beschließen wir den Tag mit einer òlha aranesa, dem deftigen und schmackhaften Eintopf, der für die Gastronomie des Tals so typisch ist.
Barri Gòtic
Wir genießen erneut den Blick aufs Meer, diesmal vom Kolumbus-Denkmal aus. Zur Aussichtsplattform nehmen wir den Aufzug. Wieder unten angekommen, schließen wir den Besuch mit einer Weinverkostung ab. Wir probieren vier unterschiedliche D.O.s: Alella, Plà de Bages, Catalunya und Penedès. Als es schon dämmert, beginnen wir unseren nächtlichen Rundgang durch die Altstadt, d. h durch die Ciutat Vella und das Barri Gòtic. Wir besichtigen die Kirche Santa María del Pi, die Kathedrale und ein paar hübsche kleine Plätze. Der Plaça Sant Felip Neri zeugt vom Barcelona der Handwerkskammern. An einigen Wänden sind noch heute die tragischen Spuren des Bürgerkriegs zu erkennen.
Von Tarragona nach Reus: Geschichte und Modernisme
Wir verlassen Tarragona über Radwege und kleine Nebenstraßen, die uns aus der Stadt hinausführen, auf einem angenehmen, flachen Verlauf, der fast unmerklich in Reus mündet. Wir durchqueren das Zentrum, wo sich die Plaça del Mercadal befindet, überragt vom modernistischen Gebäude des Gaudí Centre, in dem das Leben und Werk des Architekten anschaulich interpretiert werden. Ein Bummel durch die Stadt lädt zu einem vermut ein, einem Getränk, das hier seit dem späten 19. Jahrhundert Tradition hat. Danach tauchen wir wieder in die ländliche Umgebung ein. Eine perfekte Kombination aus kulturellem Erbe und authentischem katalanischen Flair.
Berghütte Refugi de Montgarri
Das Arantal steht für überlieferte Kultur, aber vor allem für frische Luft und Berge. Um das Tal in seiner ganzen Schönheit zu erleben, wandern wir bis nach Montgarri. Dieses malerische Bergdorf war bis in die 70er Jahre bewohnt und liegt am Oberlauf der Noguera Pallaresa. Es handelt sich um einen idyllischen, abgelegenen Ort. Der Wanderweg führt durch eine wunderschöne Berglandschaft mit Kiefern- und Tannenwäldern. In den Wintermonaten lädt die Gegend zu Schneeschuhwanderungen und Ausflügen mit Hundeschlitten ein. In der Berghütte von Montgarri lassen wir uns eine òlha aranesa schmecken, den berühmten Eintopf aus dem Arantal. Am Nachmittag kehren wir nach Vielha zurück, die Hauptstadt des Landkreises. Dort erstehen wir einige der typischen Wurstwaren und genießen ein entspanntes Bad im Spa des Hotels.
Costa Daurada
Den späten Nachmittag verbringen wir an den wunderschönen Stränden der Costa Daurada. Sie sind durch einen Rundweg verbunden, der von Tarragona in Richtung Castell de Tamarit führt. Der Weg führt vorbei an Stränden und Buchten und durch den Bosc de la Marquesa, ein naturbelassenes Stück Küste. Cambrils, ein bedeutendes gastronomisches Reiseziel an der Costa Daurada, ist eine gute Wahl, um die traditionelle, katalanische Meeresküche zu kosten. Ein lustiges Familienerlebnis erwartet uns in PortAventura World, einem Freizeitpark mit Attraktionen für jedes Alter.
Via Verda del Ferro i del Carbó nach Sant Joan de les Abadesses
In Ripoll beginnt die Via Verda del Ferro i del Carbó – eine alte Eisenbahnstrecke, die zu einem Radweg umgebaut wurde. Der größtenteils asphaltierte und von Grün umgebene Weg folgt dem Fluss Ter entlang einer fast unmerklichen Steigung in Richtung Sant Joan de les Abadesses. Dieser ruhige Abschnitt ist von Bäumen, Holzstegen und kleinen Brücken gesäumt, die die Bäche überqueren, die den Fluss speisen. Die Ankunft in Sant Joan de les Abadesses, Heimat des Klosters und der alten Brücke über den Ter, bildet einen ruhigen Abschluss der Etappe, in dem Natur, Geschichte und romanisches Erbe miteinander verschmelzen.
Von der Ebene des Baix Ter zu den mittelalterlichen Dörfern des Empordà
Nach der Überquerung des Ter wird die Route noch ländlicher und kultureller. Wir passieren Gualta und erreichen Ullastret, Heimat einer alten iberischen Siedlung und eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Städte der Region. Die nächste Station ist La Bisbal d'Empordà, die Hauptstadt der Region, die für ihre Töpfertradition bekannt ist: In ihren Werkstätten hört man noch immer die Töpferscheiben drehen, und farbenfrohe Keramiken verschönern die Straßen. Die letzten Kilometer führen durch Peratallada, ein wahres mittelalterliches Juwel mit gepflasterten Gassen, befestigten Toren und warmen goldenen Steinfassaden, und dann durch Sant Feliu de Boada, ein kleines Feudaldorf, umgeben von Feldern und jahrhundertealten Bauernhäusern. Ein letzter Abschnitt auf ländlichen Wegen führt uns nach Pals, wo die Altstadt und ihr romanischer Turm die Etappe beenden und einen Tag voller Geschichte und Empordà-Charakter abrunden.
Von Olot nach La Fageda d’en Jordà
Wir verlassen Olot, die Hauptstadt von La Garrotxa und eine von Vulkanen umgebene Stadt, und fahren durch Felder und Obstgärten, bevor wir La Fageda d'en Jordà erreichen, einen der bezauberndsten Wälder des Landes. Hier ragen Buchen über sanft hügeliges Gelände, das von alten Lavaströmen geformt wurde und eine Landschaft mit Tossols und unregelmäßigen Formen schafft. Die Stille, das fleckige Licht und der erdige Duft machen diesen Abschnitt zu einem wirklich einzigartigen Teil der Route.
Von Poboleda nach Cornudella de Montsant
Wir verlassen Poboleda auf einer Piste, die sanft zwischen Weinbergen ansteigt und uns zum Coll de Conill führt. Von dort geht es langsam bergab, bis wir eine Nebenstraße erreichen, die uns nach Cornudella de Montsant bringt, vorbei an kleinen Schluchten und bewaldeten Abschnitten.
Zur Rechten beginnen die Muntanyes de Prades aufzutauchen, mit ihren weichen Formen und dichten Wäldern, die in starkem Kontrast zu den nackten Felswänden des Montsant stehen. Ein Einstieg in die Etappe, der Wein, Berge und die ländliche Stille des Priorat auf perfekte Weise vereint.
Zwischen Pisten und Klöstern
Nach dem Pla de Manlleu verlassen wir den Asphalt und nehmen den Camí de la Coma, eine Piste, die sich durch Wälder und Felder zum Coll de l’Arboçar windet. Zurück auf der Straße beginnt die Abfahrt zum Gaià-Fluss, wo die Landschaft schattiger und frischer wird. Hier wartet einer der Höhepunkte des Tages: das Kloster Santes Creus, ein Juwel der Zisterzienserroute und historisches Wahrzeichen der Region. Die Route führt weiter über Aiguamúrcia, Vila-rodona und Bràfim – ein sanftes Profil, das Dörfer und landwirtschaftliche Flächen abwechselt.
Die Eleganz von Sitges
Wir nehmen die Carretera del Vi in Richtung Küste und machen einen Zwischenstopp beim Castell d’Olèrdola, eine archäologische Ausgrabungsstätte mit einem ausgezeichneten Blick auf die Ebenen des Penedès und des Garraf. Sitges trägt das Siegel Fischerdörfer und -viertel und gehört zu den hübschesten Küstenorten Kataloniens. Von der Strandpromenade steigen wir die Stufen zur Kirche Sant Bartolomeu i Santa Tecla hinauf. Sie liegt auf einem kleinen Vorsprung, der einen weiten Blick über die Strände von Sitges bietet. Ein Spaziergang durch die Altstadt mit ihren verwinkelten und kühlen Gassen führt uns bis zum Museu Maricel, das eine bemerkenswerte Kunstsammlung zeigt. Beim Herausgehen kosten wir einen der kuriosesten Weine Kataloniens, ein Süßwein aus der Malvasía-Traube, dessen Herstellung von der Stiftung Hospital San Juan Bautista gefördert wird.
Durch La Molina und Masella
Hinter dem Pass verlassen wir die Asphaltstraße und folgen einer panoramareichen Piste, die die Skigebiete La Molina und Masella durchquert. Der Weg wechselt zwischen offenen Abschnitten in Hochgebirgswiesen und lichtem Wald, stets mit Blick auf das Cerdanya-Tal. Die Abfahrt ist stellenweise technisch, mit steilen Passagen und steinigen Bereichen, doch die Landschaft entschädigt für jede Anstrengung: der Cadí hinter uns, die gesamte Cerdanya zu unseren Füßen.
Anstieg nach Àger und zum Montsec
Hinter Vilanova führt die Route auf einer Nebenstraße abwärts durch Les Avellanes, bevor wir wieder eine Gravelpiste erreichen – der Beginn des letzten Anstiegs des Tages, in Richtung Turó de les Torres. Der Weg ist angenehm fahrbar, mit einigen anspruchsvolleren Abschnitten, aber stets eingebettet in eine offene, ruhige Landschaft.
Mit zunehmender Höhe weiten sich die Ausblicke auf die Montsec-Kette, die mächtig zu unserer Rechten aufragt. Der letzte Abschnitt ist flach und sehr angenehm und führt zum Aussichtspunkt von Àger – ein privilegierter Blickpunkt, bevor eine kurze Abfahrt auf der Straße uns ins Etappenziel bringt: das Dorf Àger.
Nebenstraßen
Die Piste bringt uns zur Zufahrtsstraße nach Serrateix – ein ruhiger Nebenstraßenabschnitt nahezu ohne Verkehr. Die Route führt weiter in Richtung Montmajor, stets mit der Serra de Sallent als Orientierungspunkt im Hintergrund. In Montmajor beginnt eine sanfte Abfahrt, die uns nach Navès führt. Von hier an wird das Profil flacher, und bald erscheint das intensive Blau des Sant-Ponç-Stausees vor uns, eingebettet zwischen Wäldern – ein Ort, der dazu einlädt, innezuhalten und die Farben des Wassers zu genießen.
Durchquerung des Barravés-Tals
Wir verlassen El Pont de Suert und folgen zunächst dem Lauf der Noguera Ribagorçana, die uns auf den ersten Kilometern begleitet. Wege und Pfade wechseln sich mit Asphaltabschnitten ab, stets parallel zum Fluss – durch Felder, Wälder und kleine Ortschaften wie Les Bordes, Vilaller und Ginast. Das Tal ist flankiert von Bergketten, die zunehmend höher aufragen, je weiter wir nach Norden vorstoßen. Hinter Forcat biegen wir rechts auf eine Piste ab, die steil hinauf nach Senet führt.
Der einzige Nationalpark Kataloniens
Wir haben noch den beeindruckenden Sternenhimmel vor unserem inneren Auge und nehmen deshalb gerne die Stunde Fahrtzeit von La Pobla de Segur ins Vall de Boí in Kauf. Bei unserer Ankunft in Senterada sehen wir schon die Abzweigung in das Tal Vall Fosca, das wegen der landschaftlichen Schönheit einen Besuch wert ist. Die Straße geht stetig bergauf bis zum Coll de la Creu de Perves, der einen guten Blick auf die Pyrenäen bietet. Ab El Pont de Suert und bis zum Parc Nacional d’Aigüestortes i Estany de Sant Maurici windet sich die Straße in die Berge hinein. An diesem Eingang befindet sich ein Informationszentrum. Im einzigen Nationalpark Kataloniens genießen wir eine beeindruckende Natur mit über 200 Gletscherseen und 3 000er-Gipfeln. Im Frühling und Sommer setzen Enzian und Rhododendron Farbakzente auf den grünen Bergwiesen.
Der Nationalpark hat noch zwei weitere Eingänge. Boí und Espot besitzen die bedeutendsten Kathedralen und in diese Dörfer muss man gehen, um die bekanntesten Gegenden wie Aigüestortes i l’estany de Sant Maurici zu besuchen. Der dritte Eingang liegt nahe der Dörfer Sort und Llessuí, wo es noch ein Informationszentrum gibt.
Vom ländlichen Vallès nach Caldes de Montbui
Wir verlassen L’Ametlla del Vallès in Richtung Santa Eulàlia de Ronçana und fahren über breite Wege, die zwischen Feldern und Wäldern aus Weißkiefern und Steineichen verlaufen. Die Landschaft ist offen, und am Horizont zeichnet sich bereits die Silhouette der Serra de Collserola ab. Je näher wir Caldes de Montbui kommen, desto welliger wird das Terrain. Die Ortschaft ist bekannt für ihre römischen Bäder und Thermalquellen – eine lebendige Tradition, die sie zu einem der ältesten Kurorte Kataloniens macht. Nach der Durchfahrt durch die Altstadt gelangen wir in den westlichen Vallès und fahren weiter über ländliche Wege durch Felder, Wälder und kleine Ortskerne.
Panoramareicher Anstieg zum Coll de Torn
In Saldes beginnt der Anstieg zum Mirador de Gresolet, einem der berühmtesten Aussichtspunkte des Naturparks Cadí-Moixeró. Von diesen Balkonen aus sieht man die Nordwand des Pedraforca und das Gresolet-Tal, umgeben von Tannen- und Buchenwäldern. Hier verlassen wir den Asphalt und folgen einer Waldpiste, die entlang der Südflanke des Massivs verläuft – mit steilen Felswänden zur Linken und dem Tal zur Rechten. Der Weg steigt kontinuierlich an, ohne je technisch zu werden, und führt über Collell, den Coll de les Bassotes und schließlich zum Coll de Torn (1.915 m), dem höchsten Punkt der Etappe. Während des gesamten Anstiegs erscheint und verschwindet der Pedraforca immer wieder – und bietet einige der eindrucksvollsten Ausblicke der gesamten Route.
Mit dem Mittelmeer als Wegweiser
Hinter Cambrils führt die Route über die Straße weiter nach Miami Platja, wo wir wieder den küstennahen Rad- und Wanderweg aufnehmen, der parallel zum Meer verläuft, vorbei an idyllischen Buchten wie der Cala dels Vienesos oder der Cala de les Sirenes. Wir erreichen L’Hospitalet de l’Infant und folgen von dort der Straße rund um den Platja del Torn, wo das intensive Blau des Mittelmeers zum Greifen nah ist. Nach einem letzten Abschnitt über Straßen und Küstenpisten gelangen wir nach Calafat und weiter über den Camí de les Tres Cales.
Schließlich erreichen wir L’Ametlla de Mar, ein charmantes Fischerdorf und der perfekte Abschluss einer Etappe voller mediterraner Essenz.
Die Genies des Jugendstils
Barcelona ist eine dem Mittelmeer zugewandte Stadt. Sie bietet enorme kulturelle Reichtümer, Gastronomie auf höchstem Niveau, einen attraktiven Einzelhandel und einen Küstenstreifen, an dem Sie Wassersport treiben oder einfach nur das Meer genießen können. Von der Hotelterrasse aus erleben wir, wie bei aufgehender Sonne so emblematische Gebäude wie die Sagrada Familia nach und nach erstrahlen. Die berühmte Kirche ist Teil des Jugendstilkomplexes, der von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Barcelona ist die Stadt mit den meisten Bauwerken im Jugendstil, die auf dieser ausgewählten Liste geführt werden. Um mehr über den Einfluss der Jugendstilarchitekten Gaudí und Domènech i Montaner zu erfahren, buchen wir eine Führung durch einige ihrer bekanntesten Gebäude. Dabei erfahren wir alles über die Geschichte der Jugendstilbauten Hospital de Sant Pau, Casa Batlló, Casa Milà und Palau de la Música Catalana sowie weiterer Gebäude. Auch ein paar spannende Anekdoten nehmen wir von den Führungen mit.
Gaumenfreuden im Landkreis El Maresme
In El Maresme starten wir den Tag mit Yoga in den Weinbergen. Wir reisen entlang der Weinroute D.O. Alella, deren Reben sanft von der Meeresbrise umspielt werden. Dieser Landkreis, der zu den Gegenden zählt, in denen die weißen Bohnen mit geschützter Ursprungsbezeichnung D.O.P. Mongetes del Ganxet angebaut werden, bringt diverse Erzeugnisse hervor, die in der gehobenen Küche sehr geschätzt werden (wie z. B. die sogenannten Tränenerbsen (Pèsols llàgrima) aus El Maresme oder saftige Erdbeeren, die Besucher in der entsprechenden Saison selbst ernten können). Dann fahren wir nach Mataró, wo wir einige Schachteln knuspriger Waffelröllchen (Neules) kaufen, die traditionell zur Weihnachtszeit verzehrt und hier nach alten Rezepten hergestellt werden.
Weingarten Penedès
Unser nächstes Ziel ist das Herz des Penedès, ein Landkreis mit einer langen Weinbautradition. Die Weinberge der Region liegen zwischen Montserrat und dem Mittelmeer auf sanften, wellenförmigen Hügeln und weiten Ebenen. Man könnte hier eine Analogie zum Meer sehen, das den Weinen des Pendès mit seinem Klima Charakter verleiht. In Sant Sadurní d’Anoia besuchen wir das Centre d’Interpretació del Cava, wo wir in verschiedenen Sälen alles über dieses für Katalonien so symbolträchtige Getränk erfahren, über seine Geschichte, die Protagonisten und die Architektur der Weinkellereien. Der Penedès wirkt wie ein Weingarten, wenn man ihn von der Ruta Miravinya aus betrachtet. Am Nachmittag besteigen wir die fünf Aussichtstürme auf diesem Wanderweg und genießen den herrlichen Blick über die Weinberge des Alt Penedès mit seinen historischen Terrassen und Hütten aus Trockenstein. Wir beenden den Tag mit einer vertikalen Weinverkostung, d. h. wir lernen die subtilen Unterschiede kennen, die sich bei unterschiedlichen Jahrgängen des gleichen Weins ergeben.
Auf der Zisterzienserroute
Unsere nächste Station ist Siurana. Bei einer Führung durch das Dorf, das auf einem steilen Felsen mit Blick auf den gleichnamigen Stausee liegt, lauschen wir Geschichten von Sarrazenen, Kriegern und Prinzessinnen. Das Dorf ist umgeben von roten Kalksteinbergen mit Klettersteigen, die selbst von den besten Kletterern der Welt geschätzt werden. Wir fahren über Landstraßen durch die Montanyes de Prades und gelangen nach Poblet, eines von drei Klöstern auf der Zisterzienserroute. Das zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärte Zisterzienserkloster wird nach wie vor von Mönchen bewohnt und gehört zu den am besten erhaltenen Klosteranlagen der Welt. Nicht weit entfernt von Poblet liegt Montblanc. Ein Besuch des befestigten, mittelalterlichen Städtchens lohnt sich besonders während des Volksfests zu Ehren von Sant Jordi, dem Heiligen Georg. Die letzte Station des Tages ist Valls, Stadt der Castells und Calçots. Die Castellers bauen riesige Menschentürme mit bis zu zehn Etagen. Zwischen November und April werden bei den traditionellen Calçotades Unmengen der regionalen Calçots (Frühlingszwiebeln) gegrillt und mit Romesco-Sauce verspeist.
Anstieg auf Pisten mit weiten Ausblicken
We Wir lassen Navàs im Herzen des Bages hinter uns und beginnen einen langen, 18 Kilometer langen Anstieg auf einer Schotterpiste. Die Steigung ist konstant, aber moderat, sodass man angenehm pedalieren kann, während sich mit jedem Höhenmeter der Horizont öffnet und die Blicke über das Tal weiter werden. Die Landschaft wechselt zwischen Feldern, Wäldern und verstreuten alten masías. Die Stille der Piste – nur unterbrochen vom Knirschen der Reifen auf dem Gravel – prägt den Beginn einer Etappe, die tief in der Essenz des Gravelfahrens verwurzelt ist: Vorankommen ohne Eile, aber mit dem Gefühl, sich Schritt für Schritt vom Alltagslärm zu entfernen.
Von La Pobla de Segur nach Sentís
Wir verlassen La Pobla de Segur auf einer Nebenstraße, die sanft zwischen Gehöften und kleinen Feldern ansteigt und abfällt, bevor sie auf den Eix Pirinenc trifft. Die Route führt uns durch Senterada, ein kleines Bergdorf, das zwischen steilen Hängen eingebettet liegt. Weiter nördlich erreichen wir die Abzweigung nach Xerallo – ab hier wird der Anstieg deutlich steiler.
Eine schmale, vollkommen verkehrsfreie Straße führt hinauf nach Sentís, einem Steindorf auf über 1.200 Metern Höhe, wo die Landschaft endgültig in reines Hochgebirgsterrain übergeht.
Aktivtourismus auf dem Fluss
Nachdem wir zwei Tage lang das Auto nicht bewegt haben, kehren wir zurück auf die Landstraße und fahren gemächlich nach Llavorsí. Abgesehen von Llavorsí gehören auch die Gemeinden Rialp und Sort (Sporttourismusdestination Kataloniens) zu den katalanischen Rafting-Reisezielen. Der Fluss Noguera Pallaresa wird seit den 80er Jahren für Rafting genutzt, damals als erster Fluss der iberischen Halbinsel. Er gehört zu den besten Wildwasserflüssen Europas. Auf der Wildwasserschwierigkeitsskala wird er mit den Graden II, III und IV eingestuft. Wir wollen das einzigartige Erlebnis nicht verpassen, das sogar für Kinder geeignet ist, und lassen uns ausrüsten mit Neoprenanzug, Helm und Schwimmweste. Dann rauschen wir in Begleitung eines erfahrenen Rafters flussabwärts. In dieser Gegend ist das Angebot an Abenteuersportarten sehr vielfältig. Zur Auswahl stehen Hydrospeed, Kanuabfahrten, Canyoning und Bungeejumping. Für Familien, die auf der Suche nach einer ruhigeren Option in den Tälern Valls d’Àneu sind, die unter dem Siegel „Mit der Familie in die Natur und die Berge“ geführt werden, gibt es mehrere Alternativen. Sehenswert sind das Landeskundemuseum Ecomuseo d’Esterri d’Aneu oder das dem Braunbären gewidmete Casa de l’Ós dels Pirineus in Isil. Im Vall d’Àssua können wir im Landeskundemuseum Ecomuseo de Llessui alles über die Arbeit der Schäfer erfahren.
Der Geschmack von Girona
Wir bleiben an der Küste und machen einen kleinen Abstecher nach Lloret de Mar, wo wir durch die Parkanlage Jardins de Santa Clotilde spazieren, die auf beeindruckenden Felsen direkt am Meer liegt. Der Landschaftsarchitekt Nicolau Rubió ließ sich beim Entwurf dieser wunderschönen Gartenanlage von der italienischen Renaissance inspirieren. Auf der Freitreppe hinunter zum Meer, die von Meerjungfrauen-Statuen flankiert wird, schießen wir ein malerisches Foto nach dem anderen. Eine zweite, nicht minder schöne Gartenanlage liegt in Blanes. In dem von Carl Faust erschaffenen Botanischen Garten Marimurtra werden wichtige wissenschaftliche Studien durchgeführt. Der Tempel mit Blick auf die Bucht von Sa Farconera gilt als einer der meist fotografierten Orte an der Costa Brava. Wir fahren Richtung Norden und ins Landesinnere bis nach Girona. Die Stadt ist mit dem Siegel Städte und Dörfer mit Charakter ausgezeichnet. Wir wählen eine besondere Art der Besichtigung: einen gastronomischen Rundgang. Während wir uns das kulturelle Erbe der Stadt ansehen, zu dem die Kathedrale, das verwinkelte Judenviertel und die bunten Häuser entlang des Flusses Riu Onyar, gehören, lassen wir uns die lokale Gastronomie schmecken. Wir kosten u. a. die Backwaren xuixo de crema und bunyols, regionale Käsesorten auf pa amb tomàquet mit Olivenöl, zum Mittagessen eine fideuà und zum Nachtisch ein Eis aus der Manufaktur der Sterneköche Gebrüder Roca. Am besten gefällt uns, dass wir dabei an Orte kommen, die von den Einwohnern der Stadt frequentiert werden.
Lehrreicher Bootsausflug
Erste Station des Tages ist L’Ametlla de Mar, wo man im Mittelmeer beim Schwimmen zwischen riesigen Exemplaren des Roten Thunfischs einen besonderen Nervenkitzel erleben kann. Im Anschluss an alle angebotenen Optionen – mit Schnorcheln, einem Tauchgang oder als informative Bootsfahrt – kann der beliebte Fisch gekostet werden. Alljährlich finden in der Ortschaft spezielle Gastro-Tage zum Thema Roter Thunfisch statt. Im Fischerdorf L’Ampolla fahren wir mit dem Boot in die Bucht Badia del Fangar hinaus. Auf den Zuchtplattformen können wir frische Austern und Miesmuscheln probieren und dabei Wissenswertes über das empfindliche Ökosystem erfahren.
Aromen des Mittelmeers
Unsere nächste Station ist Reus, wo der Wermut nicht nur Tradition hat, sondern fast schon zur Religion geworden ist. Die Wermut-Route führt uns zu einem Museum mit einer Sammlung von Gegenständen, die bei der Herstellung des berühmten Getränks verwendet werden, und zu einer ehemaligen Fabrik. Zum Abschluss genießen wir mit Blick auf die Casa Navàs – ein echtes Juwel des Modernisme in Katalonien – einen Wermut und kosten Haselnüsse mit der geschützten Ursprungsbezeichnung D.O.P. Reus. Die Stadt Reus liegt außerdem an der Fahrradroute zum Thema Olivenöl, die durch die Ortschaften verläuft, in denen Olivenöl der Sorte Arbequina (geschützte Ursprungsbezeichnung D.O.P. Siurana) – eines der weltweit begehrtesten Olivenöle – produziert wird. Am Nachmittag beobachten wir im Hafen von Cambrils das Einlaufen der Fischerboote. Die verführerischen Düfte aus den Küchen der nahegelegenen Restaurants laden uns ein, die Fisch- und Meeresfrüchtespezialitäten der kulinarischen Hauptstadt der Costa Daurada zu entdecken.
Von Lleida nach Balaguer dem Segre folgend
Wir verlassen Lleida, überqueren den Segre und schließen uns sofort der Ruta dels Llacs an – einer Radroute, die die Stadt über ehemalige Bahnservicewege mit den Pyrenäen verbindet. Der erste Abschnitt ist vollkommen flach, mit sehr ebenen Wegen, umgeben von Getreidefeldern, Obstbäumen und Störchen, die uns regelmäßig begleiten.
Der Fluss verläuft rechter Hand, schlängelt sich gemächlich zwischen Ufern und kleinen Wasserflächen, über denen Vögel kreisen. Wir erreichen Balaguer, im Hintergrund das Castell Formós und das Heiligtum des Sant Crist. Ein idealer Ort für eine Pause – und um die typische coca de recapte zu probieren – bevor wir uns der zweiten Tageshälfte widmen.
Das Vermächtnis der Zisterzienser
Wir überqueren die Berge von Prades – ein Paradies für Pilzliebhaber und Heimat der vorzüglichen Kartoffeln aus Prades – und erreichen die Kleinstadt Valls, wo wir eine der berühmtesten kulinarischen Spezialitäten Kataloniens kosten: Calçots aus Valls (eine spezielle Art Frühlingszwiebeln, die über offenem Feuer gegrillt werden). Am letzten Sonntag im Januar findet vor Ort das beliebte Calçotada-Fest statt. Wir fahren weiter in das von einer imposanten Befestigungsmauer umgebene Städtchen Montblanc und besichtigen dort einen siebenstöckigen Turm. Den krönenden Abschluss der Tour bildet eine Weinprobe mit Blick auf die Landschaften der Trepat-Route, die einer im Anbaugebiet D.O. Conca de Barberà heimischen Rebsorte gewidmet ist. Im Museu Terra in L’Espluga de Francolí erfahren wir bei einem interessanten Rundgang, wie das Leben auf dem Land und die Arbeit auf den Feldern früher aussahen. Am Abend genießen wir unweit des Klosters Reial Monestir de Santa Maria de Poblet ein köstliches Menü mit Trüffeln aus dem Landkreis und dazu passenden Weinen.
Das Tal Vall de Núria
Von Ripoll aus fahren wir mit dem Auto nach Ribes de Freser. Dort steigen wir um in die Zahnradbahn, mit der wir die 1 000 m Höhenunterschied bis zur Talstation des Vall de Núria überwinden. Der Anblick, der sich uns bietet, gleicht einem Ölgemälde: Baumgruppen, grüne Wiesen und ein Wallfahrtsort, der vor den Gipfeln der Pyrenäen ganz klein wirkt. Von dort aus gibt es viele bequeme Wanderwege, auf denen man häufig Gämsen und Murmeltiere sehen kann. Wir teilen uns auf. Ein Teil der Gruppe macht eine kleine, geführte Wanderung. Der andere Teil reitet bis zum Bosc de la Verge. Für unseren nächsten Besuch merken wir uns die Herausforderung vor, den Puigmal zu erklimmen. Dieser eindrucksvolle, 2 913 m hohe Berg bildet die natürliche Grenze zu Frankreich.
Abfahrt zum Kloster Poblet und nach Montblanc
Auf der ersten Hälfte der Abfahrt nimmt die dichte Vegetation noch die Sicht, doch plötzlich öffnet sich das Panorama: Wir sehen zum ersten Mal, wie sich die Straße den Hang hinunterzieht, und die Blicke über das gesamte Tal schweifen. Der lange Abstieg führt uns direkt zum Monestir de Poblet, UNESCO-Weltkulturerbe und eines der bedeutendsten Klöster des katalanischen Zisterzienserordens. Dahinter verlassen wir erneut den Asphalt und folgen einer Piste, die zwischen Olivenhainen und Feldern verläuft, vorbei an l’Espluga de Francolí, bis wir Montblanc erreichen. Die mittelalterliche Stadt, vollständig ummauert, bewahrt den historischen Charme vergangener Jahrhunderte, ein stimmungsvoller Abschluss einer Etappe, die Natur und Kultur in perfekter Balance vereint.
Vom Meer zum Montgrí-Massiv
Von Sant Pere Pescador aus folgt die Route ländlichen Wegen und Teilen der Pirinexus-Runde bis nach l'Escala, wo wir die Küste umfahren, bevor wir ins Landesinnere abbiegen. Wir durchqueren landwirtschaftliche Landschaften auf dem Weg zum Naturpark Montgrí, Medes-Inseln und Baix Ter. Wir passieren Ullà und Torroella de Montgrí und fahren unterhalb der imposanten Burg aus dem 13. Jahrhundert, die auf dem Kalksteinmassiv thront. Weiße Kiefernwälder und niedrige Buschvegetation vermischen sich mit Reisfeldern und einem Netz von Kanälen. Auf beiden Seiten des Flusses spiegelt ein Flickenteppich aus Feldern und Bauernhäusern die landwirtschaftliche und historische Bedeutung dieser fruchtbaren Ebene wider.
Frische Produkte vom Markt
Wir sind auf dem Markt verabredet, um dort gemeinsam die frischen Zutaten für unseren Kochkurs einzukaufen. So kommen auch gleich die cabassos (Basteinkaufskörbe) zum Einsatz, die wir am Tag zuvor im Born erstanden haben. Nachdem wir die paella de marisc (Meeresfrüchtepaella) gekocht und das Rezept minutiös notiert haben, um bei unserer Heimkehr damit zu triumphieren, verspeisen wir sie genüsslich. Danach gehen wir zur cofradía de pescadors (Fischerinnung), um die Ankunft der Fischerboote zu sehen und eine Fischauktion zu erleben. Es ist spannend zu sehen, wie die Fischereiaktivität in einer so riesigen Metropole überdauert hat und wie die Fischerinnung mit der riesigen Nachfrage der vielen Restaurants der Barceloneta umgeht.
Val d’Aran
Wir fahren durch das Herz der Pyrenäen in ein weiteres Tal, das Val d’Aran. Ein Drittel des Landkreises liegt auf über 2 000 m Höhe. Das Arantal öffnet sich zum Atlantik hin, was sich in seiner Flora und Fauna widerspiegelt. Die aus Stein erbauten Dörfer sind um Kirchen herum angelegt und sind Ausgangspunkte für Ausflüge zu Schluchten, Flüssen und grünen Weiden. Die schroffe und schwer zugängliche Orografie des Arantals hat seine Bewohner über Jahrhunderte von äußeren Einflüssen ferngehalten. So entstanden gesellschaftliche und kulturelle Besonderheiten, die auch heute noch das Tal prägen. Dazu gehören eine deftige Küche, eine eigene Sprache — das Aranesische — und die romanische Architektur, die hier zu einer besonderen Blüte fand. Es fällt schwer eine der über 30 Kirchen auszuwählen. Jedoch stechen die abgeschiedene Era Mair de Diu dera Purificacion in Bossòst und die pittoreske Santa Eulàlia d’Unha hervor. Beide wurden im 12. Jahrhundert erbaut.
Einkaufsbummel in Olot
Wir treffen uns alle wieder in Olot. Bei einer Führung über den Marktplatz und durch die Jahrhunderte alten Läden in der Altstadt begegnen wir den Spezialitäten, für die der Landkreis Garrotxa bekannt ist: Hülsenfrüchte, die wir lose kaufen, Wurstwaren, Schokolade und ratafía, ein beliebter katalanischer Likör. Um die Mittagszeit besuchen wir das Dorf mit Charme Santa Pau. Dort kosten wir beim Mittagessen die berühmtesten weißen Bohnen Kataloniens: mongetes / fesols de Santa Pau. Wer auf der Suche nach Kontakt mit der Natur ist, kann eine Wanderung durch den Buchenwald Fageda d’en Jordà machen. Der Wald entstand auf dem ehemaligen Lavafeld des Vulkans El Croscat. Wer nicht wandern möchte, kann sich mit der Pferdekutsche hindurchfahren lassen. Der katalanische Dichter Joan Maragall widmete der schönen Gegend einen Reim: Li agafa un dolç oblit de tot lo món, en el silenci d’aquell lloc profond (Er vergisst die Welt um sich herum an diesem Ort absoluter Stille).
Im Herzen des Naturparks
Oben angekommen, folgt die Belohnung: die Abfahrt nach Navarcles über Talamanca, mit dessen im 18. Jahrhundert wiederaufgebautem Schloss. Der erste Abschnitt ist eine spaßige, kurvenreiche Straße mit spektakulären Blicken auf die rötlichen Felswände des Massivs Sant Llorenç del Munt i l’Obac. Weiter unten öffnet sich die Landschaft und bietet Panoramablicke über große Teile des Bages. In Navarcles verändert sich die Szenerie abrupt: Wir verlassen den Naturpark und tauchen in eine ländliche Region ein, durchzogen von Wegen zwischen Feldern und masías.
Zwischen Kanälen und Feldern
Wir verlassen Mollerussa auf einer breiten, flachen Piste, die parallel zur dritten Wasserrinne (Sèquia Tercera) des Canal d’Urgell verläuft, einer Infrastruktur, die diese Region grundlegend geprägt hat. Die Landschaft ist offen; rundum erstrecken sich Mais-, Apfel- und Birnenfelder, die dank dieses historischen Bewässerungssystems gedeihen, das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Die Wege sind angenehm breit und schnell, das Terrain ähnelt dem der vorherigen Etappe, perfekt, um in gleichmäßigem Rhythmus dahinzurollen und die Umgebung zu genießen.
Von Salardú zum Pla de Beret, der Quelle der Noguera Pallaresa
Wir verlassen Salardú auf der Straße Richtung Baqueira und folgen der Passroute, die hinauf zum Pla de Beret führt. Ein Anstieg über 6 Kilometer mit rund 400 Höhenmetern – stetig, aber gut zu bewältigen –, vorbei an einzelnen Häusern und durch Wälder aus Tannen und Schwarzkiefern. Mit zunehmender Höhe öffnen sich immer weitreichendere Ausblicke über das Val d’Aran und die Straße zieht sich durch ausgedehnte Hochgebirgswiesen. Der Pla de Beret liegt auf über 1.850 Metern Höhe und gehört zu den größten natürlichen Ebenen der Pyrenäen. Hier entspringt die Noguera Pallaresa – in einer idyllischen Landschaft aus Weiden und sanften Gipfeln, die im Winter Teil des größten Skigebiets der Pyrenäen werden: Baqueira Beret.
Die Krypta von Gaudí
Nicht weit entfernt von Barcelona machen wir unseren ersten Zwischenstopp in Santa Coloma de Cervelló, wo wir die Cripta de la Colonia Güell besichtigen. Sie entstand in der an die Natur angelehnten Schaffensperiode Gaudís. Der Architekt sagte von ihr, sie sei ein „monumentales Entwurfsmodell für die Sagrada Familia“ gewesen. In der Krypta wandte Gaudí viele architektonische Innovationen an, die sich in seinen späteren Bauwerken wiederfinden. Die Krypta gehört zu den Bauten im Jugendstil, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurden. Im Gebäude der ehemaligen Kooperative der Colonia kann man eine Ausstellung über Arbeiterviertel im Allgemeinen, die Arbeiter in der damaligen Zeit und das Werk von Gaudí besuchen.
Das Schloss von Cardona
In Cardona passieren wir das imposante Schloss, das hoch über der Stadt thront und schon aus der Ferne sichtbar ist. Zu seinen Füßen erinnert der Besuch der Salzberg-Mine an die historische Bedeutung des Bergbaus, der diese Gegend geprägt hat. Ein kurzer, aber intensiver Anstieg bringt uns auf eine Piste, die in eine sanfte Abfahrt Richtung Valls de Torroella übergeht. Der Weg wird schattiger, sobald wir in einen Wald eintauchen, der die Luft abkühlt und ein Gefühl der Abgeschiedenheit vermittelt. Die Pisten sind angenehm zu fahren, und insgesamt geht die Route stetig bergab in Richtung Súria.
Der Anstieg zum Coll de Pal (2.106 m)
Wir verlassen Bagà und beginnen ohne Übergang den langen Anstieg zum Coll de Pal – eine legendäre Straße des katalanischen Radsports: 20 Kilometer und 1.338 Höhenmeter.
Die ersten Kilometer verlaufen durch dichte Wälder, mit schattigen Abschnitten und langen Geraden, die sich durch die Berge ziehen. Danach öffnet sich die Landschaft und die Blicke weiten sich: Vor uns erscheinen die gestaffelten Linien der Cadí-Moixeró-Bergkette.
Wir passieren den Aussichtspunkt Mirador de la Devesa, von dem aus man den Pedraforca, die Serra d’Ensija, den Verd und an klaren Tagen sogar Montserrat sehen kann. Mit zunehmender Höhe verändert sich die Vegetation: Die Schwarzkiefernwälder weichen alpinen Wiesen, die den nahen Pass ankündigen. Am Coll de Pal (2.106 m) öffnet sich der Blick über die gesamten Ostpyrenäen und die große Ebene der Cerdanya.
Abfahrt aus Terrassa
Die Route beginnt im Stadtgebiet von Terrassa. Nachdem wir das urbane Zentrum hinter uns gelassen haben, folgen wir einer Schotterpiste entlang der Riera de les Arenes bis nach Matadepera – dort beginnt die eigentliche Herausforderung des Tages: der Coll d’Estenalles. Dieser klassische Anstieg der Region ist 11 km lang, hat eine durchschnittliche Steigung von 3,3 % (manche Abschnitte erreichen bis zu 9 %) und wird vollständig auf Asphalt bis auf 870 m Höhe erklommen. Während wir höher steigen, rücken die Silhouetten von La Mola und Montcau immer deutlicher ins Bild. Die Vegetation des Parks – Vogelbeeren, Buchsbäume, Eichen – begleitet uns während des gesamten Anstiegs. Es ist ein angenehmer Pass, mit langen Geraden und kurvigen Abschnitten, die die Auffahrt abwechslungsreich gestalten.
Zu Tisch mit Dalí
Die gastronomische Route durch Figueres führt uns an Dalís bevorzugte Orte: Wir spazieren am Turm Torre Galatea vorbei und verkosten bei Ca la Teta jene wunderbaren, vom Tramuntana-Wind umwehten Weine – und dazu gibt es köstliche Gerichte wie den Fleisch-Fisch-Eintopf Mar i muntanya. In Peralada besichtigen wir eine avantgardistisch anmutende Weinkellerei (das Design aus der Feder von RCR Arquitectes in Olot wurde mit dem Pritzker-Architekturpreis ausgezeichnet). Das Museum im Schloss Castell de Peralada beherbergt eine Sammlung von Exponaten aus der Welt des Weins. Anschließend streifen wir uns in der Gemeinde Garriguella einen Imkeranzug über und erfahren Wissenswertes über die Honiggewinnung in der Serra de l’Albera.
Von Manresa zu den Toren Montserrats
Wir verlassen Manresa über den Camí de les Pedreres, wo bereits die ersten Tritte den unverwechselbaren Umriss des Montserrat am Horizont freigeben. Weiter geht es über Waldwege und Pfade zwischen Castellgalí und El Pinyot – in einer ruhigen, schattigen Umgebung. Das Massiv rückt näher, größer und eindrucksvoller, je weiter wir nach Marganell fahren. Hier verlassen wir die Piste und wechseln auf eine schmale Straße, die einen der schönsten Panoramablicke auf Montserrat bietet – mit seinen perfekt geformten Gipfeln und senkrechten Felswänden.
Auf dem Carrilet-I-Grünweg nach La Garrotxa
Hinter Bonmatí treffen wir auf die Via Verda del Carrilet I, die der alten Bahnlinie zwischen Girona und Olot folgt. Der gut ausgeschilderte, kompakte Naturweg schlängelt sich durch eine liebenswerte Landschaft, über Brücken und durch kleine Tunnel, die an die Eisenbahnvergangenheit der Strecke erinnern. Mit zunehmender Höhe wird die Vegetation üppiger und das Grün intensiver. Wir folgen dem Brugent-Fluss und passieren Dörfer wie Sant Feliu de Pallerols und Les Planes d’Hostoles.
Abfahrt ins Vallès – von Santa Fe nach Sant Celoni
Nach dem höchsten Punkt beginnt eine lange, spektakuläre Abfahrt. Die ersten Kilometer verlaufen durch die Region Santa Fe del Montseny, unter natürlichen Tunneln aus hohen, schattigen Bäumen. Weiter unten öffnet sich die Straße, die Kurven werden zahlreicher – eine schnelle, sehr unterhaltsame Abfahrt auf makellosem Asphalt. Von mehreren Aussichtspunkten sieht man bereits die Ebene des Vallès und die Küstengebirge im Hintergrund. Mit abnehmender Höhe steigt die Temperatur, und die Vegetation wandelt sich: Mediterrane Kiefern- und Steineichenwälder ersetzen das hochalpine Grün. Der letzte Abschnitt folgt einer leicht abfallenden Piste bis nach Sant Celoni – einem Ort mit geschichtsträchtigen Straßen, barocken Kirchen und mittelalterlichem Charme. Hier endet die Etappe.
Von Port de la Selva nach Cadaqués durch das Herz des Cap de Creus
Wir verlassen Port de la Selva und umrunden den Hafen und die Bucht in Richtung Punta de la Creu, wo der Weg steil über felsiges Gelände ansteigt. Die Höhe wird schnell erreicht und die Aussicht ist von Anfang an spektakulär. Wir betreten eine Landschaft aus windgeformten Felsen und niedriger, widerstandsfähiger Vegetation, die vom Tramontana-Wind gepeitscht wird. Typisch für Cap de Creus steigen und fallen die Granitwege in kurzen Abschnitten, bis weiter vorne wieder das Meer auftaucht und uns nach Cadaqués führt – einem der bekanntesten Küstendörfer der Region. Weiß getünchte Häuser, gepflasterte Straßen und ein strahlendes, unverwechselbares Licht prägen das Bild des Ortes, dessen ruhiges Erscheinungsbild einen lebhaften maritimen Charakter verbirgt, der sich vor der Kulisse von Felsen, Meer und Wind entfaltet.
Von Camprodon nach Beget über schmale Straßen und durch dichte Wälder
Wir verlassen Camprodon in Richtung Rocabruna und nehmen schmale Straßen, die allmählich durch dichte Wälder zum Pass Coll de la Boixeda hinaufführen. Von dort beginnt eine 12 km lange Abfahrt auf einer schönen Nebenstraße, die von Vegetation in allen Grüntönen beschattet wird. Wir passieren Rocabruna und dann Beget, eines der malerischsten Dörfer auf der Route, mit gepflasterten Straßen und einer spektakulären natürlichen Umgebung.
Von Les Guilleries zum Sau-Stausee und nach Vic
Wir verlassen Rupit über eine Nebenstraße, die in das Schutzgebiet Guilleries-Savassona führt. Die Straße fällt stetig ab, bis wir den Sau-Stausee erreichen – einen ikonischen Speichersee am Ter, bekannt für den Kirchturm der alten Ortschaft, der bei niedrigem Wasserstand auftaucht. Wir überqueren die Staumauer und fahren weiter auf einer Straße, die sich um den See windet – meist jedoch von dichten Wäldern umgeben ist, die den Blick auf das Wasser verdecken.
Hinter dem Stausee rollen wir weiter Richtung Tavèrnoles und nehmen von dort eine Piste, die uns durch Felder und vorbei an masías nach Roda de Ter führt – und schließlich nach Vic, der Hauptstadt von Osona, deren historischer, arkadengesäumter Ortskern den Endpunkt dieser Etappe bildet.
Wurstwaren von Vic
Wir fahren weiter nach Vic und begeben uns auf den großen Marktplatz Plaza Mayor, wo dienstags und samstags ein belebter Wochenmarkt stattfindet. Wir besuchen einen Wursthersteller mit Jahrhunderte alter Tradition und nehmen an einem Workshop zur Herstellung von llonganissa und fuet teil, zwei der exzellenten Wurstwaren der Stadt. Unseren nächsten Stopp machen wir in Sant Fruitós de Bages. Dort haben wir eine jener Aktivitäten gebucht, zu der man meist nur einmal im Leben kommt: Ein Sprung mit dem Fallschirm aus 4 000 m Höhe mit Blick auf die Pyrenäen und Montserrat. Wer lieber mit den Füßen auf dem Boden bleiben möchte, kann sich die tines de la Vall del Montcau ansehen, große Konstruktionen aus Trockensteinmauern, in denen früher direkt am Weinberg die Trauben eingemaischt wurden. Auch ein Besuch im sehr gut erhaltenen Kloster von Sant Benet de Bages lohnt sich. Hier kann man mehr über die Kellereikultur des Klosters erfahren und die Weine der D.O. Pla de Bages kosten. Weiter in Richtung Süden kann man Mura besichtigen, ein Dorf, das zu den Dörfern mit Charme gehört, und das Naturschutzgebiet Parc Natural de Sant Llorenç del Munt i l’Obac. Die Felsformationen hier ähneln denen von Montserrat. Eine weitere interessante alternative Route, um von Vic aus zurück nach Barcelona zu fahren, verläuft durch den Parc Natural del Montseny und in Richtung Costa del Maresme. Das Biosphärenreservat wurde von der UNESCO zum Immateriellen Kulturerbe erklärt. An der Costa del Maresme gibt es ruhige Strände mit feinem Sand und Ortschaften mit zahlreichen Gebäuden im Jugendstil.
Vom Wald zur Küste – durch das Maresme
Nach dem Pass folgt eine steile Abfahrt nach Sant Iscle de Vilalta. Dort beginnt ein weiterer anspruchsvoller Anstieg, der uns zum Sender dels Miradors führt – einem Höhenweg, von dem aus bereits das Meer glitzert. Die Piste fällt Richtung Maresme ab, durch Wälder und Felder, bis wir Canet de Mar erreichen – eine Küstenstadt mit reicher modernistischer und maritimer Tradition, bekannt für ihr Kunsthandwerk und das architektonische Erbe von Domènech i Montaner. Weiter geht es über ländliche Wege, die kleine Bäche queren, bis nach Arenys de Munt, wo wir auf die Straße zum Coll del Pollastre (267 m) treffen. Der Anstieg ist kurz, aber kurvig und mit großartigen Ausblicken über die Küste. Die Belohnung: eine schnelle Abfahrt nach Mataró, der Hauptstadt des Maresme – einst römische Siedlung und heute eine lebendige Stadt mit bedeutendem modernistischem Erbe, darunter die Nau Gaudí, Gaudís erstes Werk.
Ein Bad im Mittelmeer
Wir beenden den Tag, wie wir ihn begonnen haben: am Meer, diesmal aber an Bord eines Katamarans, von dem aus wir den Sonnenuntergang sehen. Kurz nachdem wir aus dem Hafen ausgelaufen sind, setzen die Matrosen Segel und der Motor verstummt. Nach einem kleinen Segeltörn mit Blick auf Barcelona wird der Anker geworfen, und wir bekommen Gelegenheit, uns bei einem Bad im Mittelmeer zu erfrischen. Wieder an Bord, bekommen wir zum Aperitif Cava und Früchte der Saison gereicht. Wir stoßen an auf eine großartige Reise, während die Sonne hinter den Bergen von Collserola untergeht.
Von Tortosa zu den Toren des Naturparks
Wir verlassen Tortosa auf dem Camino Natural de la Via Verda de la Val de Zafán, einer ehemaligen Bahnstrecke, die heute als komfortabler Radweg entlang des Ebre verläuft. Die Strecke ist nahezu flach und sehr angenehm zu fahren, vorbei an den Dörfern Aldover und Xerta, wo der Fluss und die Obstfelder das Landschaftsbild prägen. Kurz darauf verlassen wir die Via Verda und fahren ein kurzes Stück auf der Straße, bevor wir auf eine abgelegenere Nebenstraße Richtung Paüls abbiegen, eine stille, angenehme Strecke, die sich durch mediterrane Wälder schlängelt.
Von den Buchten des Cap de Creus zu den Aiguamolls de l’Empordà
Nach Cadaqués biegt die Route ins Landesinnere ab und führt über Wege, die die Südhänge des Parks durchqueren. Der Weg führt in der Nähe von Castell de la Guardiola vorbei, bevor er wieder zur Küste hinabführt, wobei sich Anstiege und Abstiege abwechseln und an berühmten Buchten wie Montjoi und Murtra vorbeiführen. Ein letzter kurzer Anstieg führt zu einem natürlichen Aussichtspunkt mit einem atemberaubenden Panorama über den gesamten Golf von Roses. Von hier aus steigen wir in Richtung Roses ab, durchqueren die Stadt und folgen weiter ländlichen Wegen, die in den Naturpark Aiguamolls de l'Empordà führen. Die Landschaft verändert sich dramatisch: Berge weichen Reisfeldern, Feuchtgebieten und Kanälen, in denen es von Vögeln nur so wimmelt – Graureiher, Enten, sogar rosa Flamingos. Die letzten Kilometer sind völlig flach und eignen sich perfekt für einen entspannten Abschluss in Castelló d'Empúries, einer alten Kreisstadt mit einem bemerkenswerten historischen Erbe und dem Tor zur Empordà-Ebene.
Kathedralen des Weins
Weiter geht es auf der Weinroute durch das Anbaugebiet D.O. Terra Alta, indem weltweit die größte Menge an Trauben der weißen Rebsorte Garnacha Blanca angebaut wird. Um mehr über die Hintergründe und Geschichte dieser Rebsorte mit mediterranem Charakter zu erfahren, besuchen wir die sogenannten Weinkathedralen von Gandesa und El Pinell de Brai, die beiden beeindruckendsten modernistischen Weinkellereien Kataloniens. Als wir durch den Landkreis La Ribera d’Ebre fahren, nehmen wir uns fest vor, zwischen Februar und April hierher zurückzukehren, wenn die Mandel-, Pfirsich- und Kirschbäume blühen und die Landschaft in einen Traum in Weiß und Rosa verwandeln.
Unendliche pisten des Ebre-Deltas
Wir tauchen in den Naturpark ein, radeln über die Platja de l’Arenal und umrunden die Bassa de les Olles, die kleinste Lagune des Deltas. Schon hier lässt sich die reiche Vogelwelt beobachten, während einzelne Tiere über die Reisfelder gleiten. Der Weg führt weiter über perfekte, flache Gravelpisten, eingerahmt von Kanälen, Bewässerungsgräben und wasserliebender Vegetation, bis wir Deltebre erreichen. Wir durchqueren den Ort und überqueren anschließend den Ebre auf der Brücke, die Deltebre mit Sant Jaume d’Enveja verbindet. Die Fahrt führt uns auf sanften Wegen durch Reisfelder und Kanäle, stets begleitet vom Rufen der Vögel.
Congost de Mont-rebei
Unser nächster Halt ist Balaguer. Dort stärken wir uns mit einer coca de recapte, einem pizzaartigen Blechkuchen, der selbstverständlich mit Paprika und Auberginen aus dem Gemüsegarten Lleidas belegt wird. Auf der landschaftlich wunderschönen Panoramastrecke von Balaguer nach Baronia de Sant Oïsme werfen wir einen Blick auf den Fluss Segre und den malerischen Stausee pantà de Camarasa. In der Umgebung des Stausees mit Blick auf den Montsec kann man wandern — ein Streckenabschnitt des GR-1 führt dort vorbei — und Felsmalereien besichtigen. Wer die Landschaft aus der Vogelperspektive sehen möchte, kann dies aus dem Heißluftballon, dem Paraglider oder dem Drachengleiter tun. Die Landschaft ist schon ein Vorgeschmack für das, was uns im Congost de Mont-rebei erwartet. Die schwindelerregende Felsschlucht ist die berühmteste Kataloniens. Man kann sie zu Fuß durchqueren oder sie mit dem Kajak auf dem Bergfluss Noguera Ribagorçana erkunden. Wir entscheiden uns für eine Wanderung und laufen entlang von Felswänden, die sich an einigen Stellen über 500 Meter hoch auftürmen.
Raus aus der Hauptstadt
Wir starten auf der Plaça Catalunya und folgen den Radwegen der Gran Via – umgeben von Barcelonas markanten modernistischen Gebäuden wie der Casa Calvet, einem der klassischsten Werke Gaudís. Allmählich verändert sich die städtische Umgebung, während wir die Carrer de Trullols hinauffahren – ein gleichmäßiger, moderater Anstieg, der uns zur Carretera de les Aigües de Collserola führt. Mit jedem Höhenmeter weiten sich die Ausblicke: auf der einen Seite die Stadtsilhouette mit der Sagrada Família, auf der anderen die ersten Wälder des Naturparks. Die Carretera de les Aigües bietet eine einzigartige Perspektive auf die Stadt – wie ein Balkon über Barcelona, an klaren Tagen mit dem Mittelmeer im Hintergrund.
Das Weinanbaugebiet Montsant
Am Fuße des Montsant, kurz vor der Ortseinfahrt des wunderschönen Prioratdorfes Poboleda, liegt Escaladei. Es war das erste Kartäuserkloster auf der Iberischen Halbinsel. Der Name des Landkreises Priorat geht auf das Kloster zurück, das in der Vergangenheit das Leben im heutigen Parc Natural del Montsant prägte. Der Gebirgszug des Montsant hat Symbolcharakter und wird von Kletterern aus der ganzen Welt geschätzt. In unserer Unterkunft empfiehlt man uns eine Wanderung von La Morera de Montsant aus über den Steilhang Grau de Barrots bis zum Gipfel des Montsant. Es handelt sich um einen kurzen Ausflug von Morera de Montsant aus, der uns bis zum Balkon des Priorats führt, eine natürliche Felsenterrasse, von der aus man einen weiten Blick über den gesamten Landkreis hat. Wir merken uns diese Wanderung für das nächste Mal vor, denn wir möchten den Nachmittag in Siurana verbringen. Die Gemeinde mit dem Siegel Dorf mit Charme liegt malerisch auf einem Felsvorsprung, der einen privilegierten Blick auf den gleichnamigen Stausee bietet. Während die Fremdenführerin uns vom Einfall der Sarazzenen in das Dorf berichtet, haben wir die Kletterer im Blick, die am gegenüberliegenden Berg einen der vielen Klettersteige erklimmen, die zu den prestigeträchtigsten der Welt gehören.
Von Figueres über das Albera-Massiv nach Vilamaniscle
Wir verlassen Figueres und folgen flachen Wegen durch die landwirtschaftlich genutzte Ebene, vorbei an Peralada und seinen Weinbergen. Nach Delfià beginnt das Gelände anzusteigen, während wir auf Schotterwegen in das Albera-Massiv hineinfahren. Die Steigungen werden zunehmend steiler, bis wir Vilamaniscle erreichen, wo sich die Landschaft völlig verändert: Der Aufstieg führt weiter zwischen Trockenmauern und Olivenhainen, mit ersten Ausblicken auf den Golf von Roses und das Cap de Creus in der Ferne. Das Gelände wird felsiger, typisch für die Gegend, und manchmal etwas technisch, aber die Landschaft und die weitreichenden Ausblicke entschädigen mehr als genug für die Anstrengung.
Aufstieg ins obere Becken der Noguera Ribagorçana
Ab Senet führt ein kurzer Asphaltanstieg zur Staumauer des Embassament de Baserca (auch Senet-Stausee genannt), der auf 1.361 Metern Höhe liegt. Der Stausee, gespeist von der Noguera Ribagorçana, ist umgeben von Gipfeln über 3.000 Metern – dem Maladeta-Massiv, der Besiberri-Gruppe und dem Pic de Mulleres. Die Landschaft ist granitdominiert, rau und spektakulär: ein tief eingeschnittenes Tal zwischen Bergen, die einen Großteil des Jahres Schnee tragen. Nach der Staumauer folgt ein sehr steiniger, steiler Abschnitt, doch kurz darauf wird der Weg breiter und die Steigung moderater. Wir folgen nun dem GR11 – mit freien Blicken auf das blaue Wasser des Stausees zur Linken und die alpinen Schwarz- und Tannenwälder, die den Weg Richtung Norden säumen.
Vall de la Vansa und Coll de Jovell
Vom Coll de Bancs aus beginnt ein leichter Abstieg nach Cornellana. Dort verlassen wir den Asphalt und wechseln auf eine Waldpiste, die unterhalb der Serra del Cadí verläuft und dem Ribanegre-Fluss folgt. Der Weg ist technischer und steiniger, aber authentisch – ein pures Hochgebirgsambiente mit Blick auf die Kalksteinwände des Cadí und die Wiesen, die das Tal ausfüllen. Diese Piste führt uns zum Coll de Jovell (1.793 m), einem natürlichen Übergang zwischen Cornellana und Josa de Cadí. Die Landschaft wird alpiner, weiter und spektakulärer – mit deutlich spürbarem Hochgebirgscharakter.
Von Sant Sadurní nach Vilafranca – zwischen Weinbergen und masías
Wir verlassen Sant Sadurní d'Anoia zwischen Rebstöcken und Gehöften, umgeben von der Ruhe des Penedès. Die Wege bestehen aus breiten, gut verdichteten Naturpisten – ideal, um das gemächliche Tempo der Weinregion zu genießen. Wir durchqueren El Pla und erreichen Vilafranca del Penedès, die historische Hauptstadt des katalanischen Weins und das Zentrum der DO Penedès – mit zahlreichen Weinkellereien und dem Weinmuseum VINSEUM. Weiter geht es auf Wegen, die von perfekt geordneten Rebzeilen flankiert werden. Die Route steigt allmählich an, führt durch La Serreta und Sant Miquel d’Olèrdola und enthält einen kurzen, anspruchsvolleren Abschnitt, der einen weiten Blick über die gesamte Ebene des Penedès eröffnet.
Durch die Garraf-Region
Hinter Olèrdola verändert sich die Landschaft abrupt. Wir lassen die Weinberge zurück und tauchen ein in den Naturpark Garraf – eine trockene, zerklüftete Landschaft, geprägt von Kalkstein und mediterraner Vegetation. Der Weg wechselt zwischen Gravelabschnitten und schmalen Straßen, umgeben von Rosmarin und Thymian, während das Meer immer näher rückt. Wir passieren Sant Pere de Ribes und beginnen den Abstieg über den Camí de les Casetes – eine panoramareiche Piste, die sich mit dem Mittelmeer im Hintergrund Richtung Küste schlängelt.
Montseny-Querung: vom Coll de Bordoriol zum Coll de Sant Marçal
Ab Viladrau beginnt der spektakulärste Abschnitt der Etappe. Die Straße dringt in den Naturpark Massís del Montseny ein und steigt kontinuierlich an. Wir fahren hinauf zum Coll de Bordoriol und weiter zum Coll de Sant Marçal (1.324 m), stets umgeben von dichten Wäldern aus Buchen, Tannen und Eichen. In den höchsten Bereichen ist das Licht gefiltert und die Stille vollkommen. Im Sommer schimmern die Wälder in intensiven Grüntönen, im Herbst leuchten sie in Gold, Ocker und Rot. Von den offenen Punkten bieten sich weite Ausblicke auf die umliegenden Berge des Massivs und das Tal von Santa Fe.
Land der Klöster
Im Landkreis El Bages machen wir unseren nächsten Halt zum Thema Kultur und Gastronomie: Die Besichtigung eines mittelalterlichen Klosters endet mit einem unterhaltsamen, insbesondere für Familien ausgelegten Spiel, bei dem jedes Team zwei Gerichte zubereitet und versucht, einen Stern für sein Restaurant zu ergattern. Da unsere Strecke hier über die Weinroute D.O. Pla de Bages führt, bietet sich ein Abstecher zu den Trockensteinhütten am Rande der Rebflächen an, die einst zur Weinbereitung genutzt wurden und heute nationales Kulturgut sind. Nun geht es weiter in Richtung Norden. Wir lassen die Spuren der Maultiertreiber hinter uns, die das Salz vom Salzberg in Cardona abtransportierten, und erreichen den Landkreis El Solsonès, wo uns in der alten Küche des Klosters El Miracle Rohmilchkäse vom Schaf zur Verkostung gereicht wird.
Morgenrot über Banyoles
Der See von Banyoles liegt auf halbem Wege zwischen den Pyrenäen und der Ebene des Empordà. Er empfängt uns mit einem Sonnenaufgang, der dank der rosafarbenen Spiegelungen auf dem See hypnotisch wirkt. Um diese Uhrzeit sind nur wir und ein paar Ornithologen unterwegs. Sie fotografieren Vogelarten, die über das Red-Natura-Netzwerk geschützt sind. Der See ist ein Feuchtgebiet, das im RAMSAR-Abkommen als von internationaler Bedeutung eingestuft wurde.
Vom Ebre-Tal in die Weinlandschaften
Wir verlassen Móra d’Ebre, überqueren den Fluss und fahren weiter Richtung Móra la Nova. Von hier führt die Route in eine Landschaft aus Feldern, sanften Hügeln und mediterranen Wäldern, geprägt von Olivenbäumen, Mandelbäumen und Weinbergen, die sich zwischen kleinen Erhebungen und Ebenen abwechseln. Wir folgen einer angenehm fahrbaren Piste mit leichtem Auf und Ab, vorbei an Darmós und Capçanes, wo das Landschaftsbild bereits den charakteristischen Charakter des Priorat ankündigt. Bald darauf erreichen wir den Pantà dels Guiamets, einen kleinen Stausee, umgeben von Kiefern und Reben, ein ruhiger, frischer Zwischenstopp vor dem letzten Anstieg hinauf nach Falset, der Hauptstadt der Region und Wiege der Weintradition.
Das jüdische Erbe von Besalú
Von Banyoles aus fahren wir auf Landstraßen und durch Pinienhaine bis in das ehrwürdige, mittelalterliche Besalú. Dort spazieren wir über die beeindruckende Brücke im romanischen Stil, die den Fluvià überquert. Sie ist ein Symbol für das mittelalterliche Katalonien. Die historische Altstadt und das call jueu, das Judenviertel der Sepharden aus dem 13. Jahrhundert mit seiner Synagoge und der Mikwe (Tauchbad) sind außergewöhnlich gut erhalten. Am Nachmittag fahren wir weiter in Richtung Figueres, der Geburtsstadt von Salvador Dalí. Wir essen auf der Terrasse eines Restaurants an der Rambla. In den Cafés dieser Flaniermeile verbrachte Dalí als Jugendlicher viele Stunden und malte. Im Café Emporium schrieben der surrealistische Maler und sein Freund Luís Buñuel das Drehbuch für den Kurzfilm Un Perro Andaluz (Ein andalusischer Hund).
Schlafen unter dem Sternenhimmel
Wir fahren zum See von Banyoles. In der Nähe des gleichnamigen Städtchens gibt es viele Campingplätze. Wir wählen eine besondere Option: das Glamping. Unsere Zimmer bestehen aus durchsichtigen Kugeln mitten in der Natur. Von unseren Betten aus haben wir Blick in den Sternenhimmel.
Kekse aus Camprodon
Wir nehmen die Zahnradbahn zurück ins Tal von Ribes de Freser. Dann fahren wir weiter nach Camprodon, wo wir über die mittelalterliche Brücke spazieren. Selbstverständlich erstehen wir mehrere Schachteln der berühmten, traditionellen Kekse. Zwischen Camprodon und Olot liegen viele hübsche Dörfer, von denen jedes einzelne einen Zwischenstopp wert ist: Beget, ein Dorf mit Charme, und Sant Joan de les Fonts mit einer mittelalterlichen Brücke. Castellfollit de la Roca steht in schwindelerregender Höhe auf einem Felsvorsprung aus Basalt, der von weitem aussieht wie ein Schiffsbug. Nach einem intensiven Tag steuern wir einen der vielen Bauernhöfe in der Umgebung von Olot an, der zu einer Pension umgebaut wurde.
Kaviar aus dem Val d’Aran
Das klare Schmelzwasser aus den Bergen bietet optimale Bedingungen für die Zucht von Stören, von denen der erlesene Kaviar aus dem Val d’Aran gewonnen wird. Nach der Besichtigung des Zuchtbetriebs in der Gemeinde Les geht es weiter nach Vielha, wo wir diese feine Delikatesse kosten können. In der von herrlicher Natur umgebenen Ortschaft gibt es zahlreiche Lokale, die traditionelle Spezialitäten wie den Eintopf Olla aranesa anbieten, wie auch Restaurants mit internationaler Küche und Kreationen aus marktfrischen Zutaten.
Leckeres Frühstück
Der Tag beginnt mit einem üppigen Frühstück in einer Bar in Montblanc.
Es gibt ein typisch katalanisches Frühstück mit pa amb tomàquet und Olivenöl der Klasse extra verge. Als Aufschnitt bekommen wir botifarra blanca und botifarra negra, llonganissa, Käse, Oliven, Nüsse und Trockenfrüchte und ein bisschen Wein. So starten wir gestärkt in den Tag. Montblanc ist ein Mittelalterstädtchen, in dem die vollständige Stadtmauer mit Türmen und Portalen gut erhalten ist. Jedes Jahr im April wird hier bei der Setmana Medieval und im Rahmen eines umfassenden Festprogramms die Legende von Sant Jordi (dem Heiligen Georg) nachgespielt.
Dinner unter Sternen
Beim Besuch eines Bauernhofs in Lleida erleben wir die fruchtbaren Anbauflächen in der hiesigen Ebene aus nächster Nähe und können saftige Birnen aus Lleida pflücken. Auf den Feldern wird auch das Gemüse für die köstlich belegten Weizenbrotfladen Cocas de recapte aus Balaguer angebaut. Zum Mittagessen lassen wir uns eine der typischen Spezialitäten Lleidas schmecken: Cargols a la llauna (über dem Feuer in einer Blechform gegarte Schnecken). Für alle Naschkatzen bietet sich ein Abstecher ins Nougat- und Schokoladenmuseum (Museu del Torró i de la Xocolata) in der Ortschaft Agramunt (eine Station auf der Gastro-Route durch den Landkreis L’Urgell) an. Wir beschließen den Tag in einem alten Kloster mit einem wunderbaren Abendessen unter dem Sternenhimmel der Serra del Montsec.
Von Collada de Toses zum Coll de la Creueta (1.888 m)
Hinter der Collada de Toses führt die Route mit sanften Anstiegen und Abfahrten zunächst zur Collada del Pedró und dann zum Coll de la Creueta (1.888 m), dem höchsten Punkt der Etappe. Dieser Pass markiert die natürliche Grenze zwischen Ripollès und Berguedà.
Die Landschaft wird offen und alpin, mit weitläufigen Wiesen und Gipfeln wie dem Pic de la Creueta (2.067 m), der sich auf der linken Seite erhebt. Die Aussicht von hier ist außergewöhnlich – Bergketten reihen sich aneinander und erstrecken sich weit in die Ferne.
Rafting in Llavorsí
Wir sind in Llavorsí angekommen. Heute erwartet uns eine ordentliche Portion Adrenalin. Denn wir befinden uns in einer der katalanischen Rafting-Hochburgen, zu denen auch Sort, Rialp, Esterri d’Àneu und la Ribera de Cardós gehören. Vor uns liegt eines der besten Wildwasserreviere Europas, der Fluss Noguera Pallaresa. Wir beschließen, unsere Chance zu nutzen und ihn hinunterzufahren. Wir steigen in einen Neoprenanzug und erleben in Begleitung eines Experten ein atemberaubendes Rafting-Abenteuer. In Sort gehen wir wieder an Land. Wer lieber etwas Ruhigeres unternehmen möchte, kann die Landeskundemuseen in den Tälern Valls d’Àneu und Vall d’Àssua oder das Braunbärenmuseum (Casa de l’Os Bru dels Pirineus) in den Valls d’Àneu besichtigen.
Der Anstieg zum Coll de Bracons
Wir verlassen Sant Esteve d’en Bas und beginnen den Anstieg zum Coll de Bracons, um die Serra dels Llancers zu überqueren. Es sind 8,2 Kilometer mit 655 Höhenmetern und einer Durchschnittssteigung von 8 % – ein anspruchsvoller, aber spektakulärer Pass. Die Straße windet sich durch einen üppigen Wald aus Buchen und Eichen, der die Luft frisch und feucht hält. An einigen Stellen öffnet sich die Vegetation und erlaubt Blicke zurück ins Vall d’en Bas und auf die Berge der Garrotxa. Der letzte Abschnitt ist der steilste, doch die Ankunft am Pass belohnt jede Anstrengung mit einem weiten, stillen Panorama über die Berglandschaft.
Der Foix-Park
Im Park erwartet uns ein kurzer, aber intensiver Anstieg von weniger als anderthalb Kilometern, dessen Kurven spektakuläre Ausblicke auf das Mittelmeer bieten. Oben beginnt eine schnelle Schotterabfahrt, die uns zum Pantà de Foix führt, einem friedlichen Ort, umgeben von mediterranen Wäldern und Weinbergen. Der Stausee aus dem 19. Jahrhundert ist heute ein wichtiges Biodiversitätsgebiet und wird vom Schloss Castellet überragt, das auf einem Hügel das Tal dominiert. Wir umrunden den Stausee auf einer kleinen Straße, bevor wir die letzten 15 Kilometer der Etappe in Angriff nehmen.
Von Dalís Landschaft zum Leuchtturm von Cap de Creus
Von Cadaqués führt eine schmale, kurvenreiche Straße vorbei an Portlligat, wo Dalís Haus direkt auf das Meer blickt, und steigt weiter durch eine außerirdisch anmutende Landschaft aus skulpturalen Felsen zum Leuchtturm von Cap de Creus, dem östlichsten Punkt der Iberischen Halbinsel, an. Der 87 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Leuchtturm thront über einer wilden, mineralischen Landschaft aus Klippen, versteckten Buchten und gewundenen Felsformationen, in denen Dalí überall Formen und Inspiration sah. Der Abstieg zurück nach Cadaqués ist kurz, aber spektakulär, mit ungestörtem Meerblick und dem Duft von Salz, den der Wind mit sich trägt.
Ein Bad in der Geschichte
Unsere Tour führt uns weiter entlang der Bucht von Roses, die zu den schönsten der Welt gehört. Wir fahren durch das Naturschutzgebiet Parc Natural dels Aiguamolls de l’Empordà, eine der naturbelassenen Landschaften Kataloniens mit der größten Vielfalt an Vogelarten. Den Nachmittag widmen wir der Ausgrabungsstätte von Empúries, d. h. dem Ort an dem Griechen und Römer sich zuerst auf der Iberischen Halbinsel ansiedelten. Wir wählen eine Sonderführung zum Thema Weinhandel und -Konsum in der Antike. Die privilegierte Lage der Ruinen direkt am Strand ermöglicht uns ein ungewöhnliches Badeerlebnis. Wir schwimmen und schnorcheln über einer Mole, an der vor 21. Jahrhunderten griechische Boote anlegten. Weniger als sechs Kilometer südlich von Empúries befindet sich L’Escala. Aufgrund der historischen Verbindung der Gemeinde zum Meer gehört sie dem Siegel Fischerdörfer und -viertel an. Im Museu de l’Anxova i de la Sal können wir anschaulich nachvollziehen, wie Fisch gepökelt wird. Die Fischpökelfabriken sorgten in L’Escala für großen Wohlstand. Selbstverständlich kosten wir die berühmten anxoves de L’Escala (Sardellen) in einer der traditionellen Bars in der Altstadt.
Koch-Workshop
In einem der Jugendstilgebäude am Passeig de Gràcia nehmen wir an einem Koch-Workshop teil und lernen zwei traditionelle katalanische Gerichte zuzubereiten: einen Esqueixada-Salat mit Kabeljau, Tomate und anderen frischen Zutaten und den leckeren Nachtisch crema catalana. Den Nachmittag verbringen wir an Bord eines Katamarans. Auf dem Segeltörn haben wir Gelegenheit zu einem entspannenden Bad im Mittelmeer. Während wir im angenehm ruhigen und warmen Wasser schwimmen, genießen wir den Blick auf die Mittelmeerfassade Barcelonas, die im Hintergrund vom Berg Collserola eingerahmt wird.
La Garrotxa mit dem Heißluftballon
Der Wecker klingelt noch vor Sonnenaufgang. Wir müssen früh aus den Federn, denn wir haben einen Flug mit dem Heißluftballon über den Parc Natural de la Zona Volcànica de La Garrotxa gebucht. Das für die Iberische Halbinsel einzigartige Naturschutzgebiet bietet einen landschaftlichen Mehrwert mit dichten Wäldern aus Steineichen, Eichen und Buchen. Ein Teil der Gruppe möchte das Vulkangebiet lieber vom Boden aus erkunden und macht einen Fahrradausflug auf der Via Verda del Carrilet d’Olot. Der Treffpunkt für die Heißluftballonfahrt liegt fünf Kilometer südlich von Olot. Die Erfahrung beginnt mit der Montage der Instrumente und dem Aufblasen des Heißluftballons. Die ersten Sonnenstrahlen geben den Startschuss für ein ruhiges und entspannendes Abenteuer. Zu unseren Füßen liegen die Vulkane Santa Margarida und El Croscat, etwas weiter entfernt können wir die in Nebel eingehüllten Pyrenäen ausmachen. So viel Schönheit kann man unmöglich auf ein paar Fotos bannen, man muss es selbst erleben. Natürlich kann man im Vulkangebiet auch gut wandern, aber der Blick aus der Vogelperspektive ist unvergleichlich schön.
Rund um den See von Banyoles
Auf der Ebene angekommen, trifft die Route auf die Volta a l’Estany de Banyoles, einen 6,5 km langen Rundradweg, der auf speziellen Wegen um den See herumführt. Es ist eine idyllische Art, den Tag ausklingen zu lassen: eine friedliche Landschaft voller Vögel und Wasserpflanzen. Die Spiegelungen auf dem Wasser und die tiefe Ruhe markieren das Ende einer Reise, die Sie vom Herzen des Naturparks La Garrotxa Volcanic Zone zu den stillen, ruhigen Gewässern des Sees von Banyoles geführt hat.
Bages
Stattdessen legen wir am Nachmittag mehrere Zwischenstopps ein. Wir fahren zu den tines de la Vall del Montcau und sehen uns die riesigen Kelterbecken an, in denen zu der Zeit, als der Landkreis Bages zu den größten Weinproduzenten Kataloniens gehörte, die Trauben direkt am Weinberg eingemaischt wurden. Anschließend besuchen wir Mura, ein mittelalterliches Dorf mit gepflasterten Gassen, das zum Siegel Dörfer mit Charme gehört. Hier ist eine Mühle mit über tausendjähriger Geschichte erhalten. Nicht weit entfernt liegt das Monasteri de Sant Benet de Bages, ein Kloster, in dem wir bei einer Führung alles über das zurückgezogene Leben der Mönche erfahren. Im Klosterkomplex befindet sich das moderne und innovative Forschungszentrum der Fundació Alícia, das der Kulinarik gewidmet ist. Es hat zum Ziel, gesunde Ernährung zu fördern, und umfasst drei Restaurants und einen Bioladen mit landwirtschaftlichen Produkten.
Wir setzen unsere Reise fort in Richtung Solsona in der Provinz Lleida, wo wir in einem ehemaligen Bauernhof im Tal Vall de Lord übernachten.
Zwischen dem Grün der Pinien und dem Blau des Mittelmeers
Hinter Palamós folgt die Route der Küste durch Platja d'Aro, S'Agaró und Sant Feliu de Guíxols, wo eine der spektakulärsten Straßen der Costa Brava beginnt – oft als „Straße mit 365 Kurven” bezeichnet. Auf einer Länge von etwa 30 Kilometern folgt sie der Klippenlinie in einer Abfolge von sanften Anstiegen, Gefällen und ständigen Kurven und eröffnet Ausblicke auf versteckte Buchten und Pinienwälder, die zum Meer hin abfallen. Jede Kurve offenbart eine neue Komposition aus Klippen, blauem Wasser und Horizont. Die Etappe endet in Tossa de Mar, das von seiner mittelalterlichen Burg und den über den Wellen aufragenden Mauern dominiert wird.
Frisch aus dem Meer
Bei einem Rundgang entlang der Hafenmole im Stadtviertel La Barceloneta erzählt uns ein Fischer Anekdoten aus seinem Berufsleben, zeigt uns das Treiben in der Fischauktionshalle und bringt uns die Speisefische des Mittelmeers näher. Am weiteren Nachmittag folgt eine geführte Tour zu typischen Geschäften wie z. B. traditionellen Lebensmittelläden, in denen klassische katalanische Erzeugnisse erhältlich sind. Zum Abendessen haben wir einen Tisch in einem der Sterne-Restaurants Barcelonas reserviert (insgesamt gibt es in Katalonien über 50 Lokale mit Michelin-Sternen). Dort sind alle Gäste begeistert vom hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis des Degustationsmenüs und der vorrangigen Verwendung frischer, regionaler Zutaten.
Von Montblanc zur Serra del Tallat
Wir verlassen Montblanc und folgen einer breiten, stetig ansteigenden Gravelpiste, die zwischen Getreidefeldern, Mandelhainen und Olivenhainen an Höhe gewinnt. Der Weg steigt sanft zur Serra del Tallat hinauf, einem Gebiet, das landwirtschaftliche Landschaften mit Windenergie verbindet, die Windturbinen markieren die Gipfel und eröffnen weite Ausblicke über die gesamte Conca.
Der letzte Abschnitt zum Sattel erfolgt auf einer schmalen Straße mit konstanter, aber moderater Steigung und bildet den Haupthöhenunterschied der Etappe. Ein kurzer, aber panoramareicher Anstieg, der den Übergang zu den flachen Landstrichen von Ponent einleitet.
Durchquerung des Naturraums Collsacabra
Nach dem Pass fahren wir einige Kilometer bergab, bis eine Abzweigung nach links auf eine Piste führt, die uns nach Sant Julià de Cabrera bringt. Wir betreten den Naturraum Collsacabra – eine Region mit beeindruckender Geologie, steilen Felswänden und großer biologischer Vielfalt. Die Landschaft ist grün und feucht, geprägt von Steineichen-, Eichen- und Buchenwäldern. Anschließend kehren wir auf die Straße zurück, fahren ein Stück bergab und nehmen dann den nächsten Anstieg zum Coll de Bac, durch Wälder, wie sie für die Alta Garrotxa typisch sind.
Vom Pass führt eine kurvige Abfahrt hinunter nach Rupit – einem der malerischsten Dörfer des Landes, mit Steinhäusern, Kopfsteinpflastergassen und einer Hängebrücke über den Fluss, umgeben von Klippen und Wasserfällen, die seine besondere Schönheit erklären.
Vom Tal der Cerdanya nach Puigcerdà
Sobald wir Alp erreichen, ändert sich das Terrain vollständig. Die Strecke wird sanfter und führt über ländliche Wege und Weidelandschaften, überquert den Segre und folgt dem Camí Ral de Sant Jaume, einer alten Verbindung zwischen den Dörfern des Cerdanya-Tals. Ein ruhiger Abschnitt, begleitet vom Rauschen des Flusses, durch Bolvir bis nach Puigcerdà – der historischen Hauptstadt der Cerdanya, deren See und Glockenturm uns empfangen und das Ende dieser Etappe markieren.
Auf Picassos Spuren
Wir machen einen Sprung zurück in der Zeit und versetzen uns in das Barcelona der Bohème. Damals, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, wandelte der junge Picasso durch die Straßen der Stadt. Wir sehen wichtige Stationen seines Lebens: seine Schule, die Gasse Carrer Avinyó und die Bar, in der er seine erste Einzelausstellung zeigte. Nach der Besichtigung des Museu Picasso haben wir Appetit bekommen. Wir nutzen die Nähe zum Stadtviertel Born und seinen attraktiven Bars, um mit einer gastronomischen Tour weiterzumachen. Am Nachmittag bietet sich ein Spaziergang durch das Born an. Es gibt viele Läden mit hundertjähriger Tradition und Boutiquen mit handgefertigten Waren: Schmuck, Mode, Kosmetik, Kunsthandwerk und turró (weißer Nougat).
Entlang des Mittelmeers
Wir verlassen Sitges über die Strandpromenade, flankiert von indianischen und modernistischen Villen, und folgen dem Radweg mit dem tiefen Blau des Mittelmeers zur Linken bis zu den Jardins de Terramar. Von dort nehmen wir einen Grünweg, der einen kühlen, schattigen Wald durchquert und uns nach Les Roquetes del Garraf führt. Nach dem Durchqueren der Regionalhauptstadt Vilanova i la Geltrú lassen wir die Küstenlandschaft hinter uns und wenden uns dem Landesinneren zu. Die Straße gewinnt allmählich an Höhe, bis wir den Foix-Park erreichen.
Archäologisches Ensemble von Empúries
Kurz nach Sonnenaufgang fahren wir an der Bucht von Roses entlang, die zu den schönsten der Welt gehört. Wir gelangen in das von Winden geprägte Feuchtgebiet Aiguamolls de L’Empordà. In den Morgenstunden sind die Vögel, die dieses Sumpfgebiet bewohnen, besonders aktiv, und ihr Gesang beglückt uns mit einem Moment absoluter Tiefenentspannung. Auf dem Weg zur Ausgrabungsstätte von Empúries fahren wir durch Feuchtgebiete und Marschland, vorbei an Reisfeldern und Gehöften. Empúries ist der Ort, an dem sich Griechen und Römer zuerst ansiedelten. Bei einer Führung erfahren wir, dass im Eingangsbereich zur antiken Siedlung die tabernae lagen, Tavernen, in denen weinartige Getränke serviert wurden. Guter Wein war den convivium genannten Gaststätten vorbehalten. Dort traf man sich zu üppigen Mahlzeiten und genoss dazu die Weine aus der Provinz Tarraconense, zu der Empúries gehörte. Am Strand vor der archäologischen Anlage haben wir das Privileg, über einer Hafenmole zu schwimmen und zu schnorcheln, an der vor 21 Jahrhunderten griechische Schiffe anlegten.
Sant Pere de Rodes
Auf dem Weg zum Kloster von Sant Pere de Rodes fahren wir durch die Weinberge der geschützten Herkunftsbezeichnung D.O. Empordà, die sich von den Pyrenäen bis zum Mittelmeer erstrecken. Unsere Fremdenführerin erzählt uns unterhaltsame Anekdoten über den Weinbau der Mönche, während wir die Klosterkirche, die beiden Kreuzgänge und den Weinkeller besichtigen. Zum Abschluss kehren wir in der Panoramabar des Klosters ein und genießen den herrlichen Ausblick auf Port de la Selva und das Meer. Bei der Gelegenheit probieren wir einen der Weine aus der Region, der durch den Einfluss des Windes Tramuntana geprägt ist. Über die schöne Straße durch das Naturschutzgebiet Parc Natural del Cap de Creus erreichen wir das Haus von Dalí in Portlligat. Das weiß getünchte Konglomerat aus ehemaligen Fischerbaracken thront über einer malerischen Bucht mit Fischerbooten am Strand. Es war Treffpunkt zahlreicher Künstler und Intellektueller der Epoche, darunter auch zwei Freunde Dalís, der Cineast Buñuel und der Dichter García Lorca. In Cadaqués, dem Fischerdorf mit der perfekten Postkartensilhouette, essen wir zu Mittag. Auf dem Felshügel der Altstadt spazieren wir durch enge und steile Gassen und haben dabei das Meeresrauschen im Ohr.
Der Vielha-Tunnel und das Tor zum Val d’Aran
Wir lassen den Stausee hinter uns und folgen weiter der N-230, vorbei an der Besiberri-Schlucht und dem Refugi de Conangles, eingebettet in eine imposante Hochgebirgslandschaft aus Wäldern und Fels. Schließlich erreichen wir den Eingang des Vielha-Tunnels – einer historischen Infrastruktur, die die Alta Ribagorça mit dem Val d’Aran verbindet. Der Tunnel ist für Radfahrende befahrbar, sofern der SOS Vielha-Dienst über die Kabine am Tunneleingang vorab informiert wird; das Personal sperrt kurzzeitig eine Fahrspur, um eine sichere Durchfahrt zu gewährleisten. Licht und reflektierende Weste sind obligatorisch. Im Tunnel erwarten uns 400 Höhenmeter Anstieg, der Rest ist reine Abfahrt. Nach dem Ausgang folgen wir dem Camin deth Port, einer abfallenden Piste entlang des Nere-Flusses, die uns direkt ins Zentrum von Vielha führt – Ziel der Etappe und Tor zum Val d’Aran.
Ankunft in Lleida
Wir fahren weiter durch das Gebiet der Tossals de Torregrossa (Margalef und La Pena), kleine Erhebungen, die weite Ausblicke über die Ebene von Ponent bieten. Die Wege bleiben durchgehend komfortabel und hervorragend befahrbar, bis wir die ersten Außenbezirke von Lleida erreichen, wo die ländliche Landschaft langsam in die Stadt übergeht. Beim Einfahren in die Stadt wird die Seu Vella schon aus der Ferne sichtbar, ein unverkennbares Symbol der Hauptstadt des Segrià. Der letzte Abschnitt führt uns entlang des Hügels, auf dem die Seu Vella und das Castell de la Suda thronen, ein eindrucksvoller Endpunkt für eine Etappe, die Geschichte, Natur und Authentizität verbindet. Sehr empfehlenswert: Zur Seu Vella hinaufzufahren, um einen vollständigen Panoramablick über die Terres de Lleida zu genießen.
Das Erbe der Zisterzienser
Den Morgen verbringen wir am Ufer des Rio Gaià vor den Toren von Santes Creus, eines der großen katalanischen Klöster. Im Gegensatz zu den anderen beiden Klöstern der Zisterzienserroute, die noch heute bewohnt sind, blieb Santes Creus nach der Desamortisation unbewohnt. Zwei katalanische Könige wählten Santes Creus als Grabstätte. Im Innern des Klosters sehen wir die beeindruckenden Königsgräber und beachtenswerte Kirchenfenster.
Im Anschluss machen wir in der nahegelegenen Gemeinde Cabra del Camp eine Nordic-Walking-Wanderung durch Weinberge und Getreidefelder. Die Temperatur ist angenehm, und eine leichte Brise bewegt die Ähren. Während wir die Vorzüge der sanften Mittelmeerlandschaften genießen, können wir ganz bei uns selbst sein. Zum Abschluss der Wanderung erwartet uns eine Weinverkostung der D.O. Tarragona und eine Olivenölverkostung der D.O.P. Siurana.
Die Berge und Buchten von Begur
Von Pals aus fahren wir auf Landstraßen und Wegen durch mediterrane Wälder in Richtung der Berge von Begur. An der Küste angekommen, passieren wir Platja de Pals und die kleinen, kristallklaren Buchten zwischen Felsen und Pinien, darunter Sa Riera und Sa Tuna. Von hier aus steigt die Straße zum Dorf Begur an, das für seine „Indiano”-Häuser, Wehrtürme und außergewöhnlichen Aussichtspunkte über das Mittelmeer bekannt ist. Von der Burg, einem der höchsten Punkte an der Küste, erstreckt sich die gesamte Küste des Empordà – von den Medes-Inseln bis zum Cap de Begur.
Picassos Olivenöl
Nachdem wir in unserem auf Weintourismus spezialisierten Hotel aufgewacht sind, erwartet uns ein Frühstück mit Erzeugnissen wie z. B. Clementinen mit der geschützten geografischen Angabe I.G.P. Terres de l’Ebre und Öl von tausendjährigen Olivenbäumen aus dem Gebiet Territori Sénia, von denen einige bereits zu Zeiten der Römer gepflanzt wurden. Gleich neben der Markthalle von Tortosa gehen wir an Bord eines der drei Llaüt-Holzboote, die Flussfahrten auf dem Ebro anbieten, und kosten Pastissets (süße Teigtaschen arabischen Ursprungs) mit verschiedenen Füllungen. Da die Landkreise am Ebro mit zwei geschützten Ursprungsbezeichnungen für natives Olivenöl extra (D.O.P. Baix Ebre - Montsià und Terra Alta) aufwarten, beschließen wir, uns für eine Weile dem Olivenöltourismus zu widmen. Das Bergdorf Horta de Sant Joan spielte eine bedeutende Rolle im künstlerischen Schaffen Picassos – und der Maler liebte es, seine Brotscheiben in frisch gepresstes Olivenöl zu tunken. In der Ortschaft besuchen wir eine alte Ölmühle und lernen wie die traditionelle, einst für unterwegs zubereitete Clotxa gemacht wird (ein rundes, ausgehöhltes Bauernbrot mit einer Füllung aus gerösteten Tomaten, Knoblauch, eingesalzenen Sardinen und Olivenöl). Als weitere Aktivität steht Showcooking im Olivenhain auf dem Programm.
Ein Drink in der Abendsonne
Bei einer inszenierten Führung in der Winzergenossenschaft von Espolla verrät uns Maria, eine Anwohnerin, so manches Geheimnis – und entlang der Weinroute D.O. Empordà gibt es in Colera eine weitere interessante Aktivität: Bei einer Vertikalverkostung wird ein und derselbe Wein aus verschiedenen Jahrgängen probiert. Während das Abendlicht die Felsen am Cap de Creus in spektakuläre Rottöne taucht, fahren wir mit einem Motorboot aufs Meer hinaus und genießen einen an der Costa Brava destillierten Gin.
Eine Kathedrale im Stil der Romanik
La Seu d’Urgell ist ein Bistum mit einem sehr interessanten Kulturerbe. Von besonderer Bedeutung ist die Kathedrale Santa María. Sie ist die einzige in Katalonien, die vollständig im romanischen Stil erhalten ist. Wir fahren auf der Panoramastraße, die La Seu d’Urgell mit Gósol verbindet. Die von Pinienhainen gesäumte Serpentinenstraße liegt am westlichen Rand des Naturschutzgebiets Parc Natural Cadí-Moixeró. Im ersten Sonnenlicht erstrahlen die honigfarbenen Wände der Villen, die unseren Weg säumen. In malerischen Dörfern wie El Ges, Adraén, Fórnols, Cornellana und Tuixent sind die Einwohner an ein Leben in großer Höhe und relativer Abgeschiedenheit gewöhnt.
Auf den Spuren von Picasso
In den Abendstunden fahren wir nach Horta de Sant Joan, das Bergdorf, in das Picasso sich verliebte. Er pflegte zu sagen: „Alles, was ich kann, habe ich in Horta gelernt“. Im Abendlicht und mit Blick auf die Roques de Benet erahnen wir, was er meinte. Die bekannte Felsformation ist zum Wahrzeichen des Mittelgebirges Els Ports geworden, in dem es sich wunderbar wandern lässt.
Vom Coll d’Ares ins Pallars-Becken
Es folgt eine lange Abfahrt auf einer schmalen Straße mit brüchigem Asphalt – Vorsicht ist geboten. Der Weg führt durch Pinien- und Steineichenwälder, im Wechsel zwischen schattigen Abschnitten und Lichtungen, die privilegierte Ausblicke auf den Terradets-Stausee und die Montsec-Kette bieten.
Wir passieren kleine Dörfer wie Sant Esteve de la Sarga, l’Alzina und Moror – Orte, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint –, bis wir den Aussichtspunkt von Llimiana erreichen. Dort treffen wir wieder auf die Ruta dels Llacs, der wir bis zum Etappenende folgen.
Anstieg durch Wälder zum Pic de l’Orri
Wir verlassen Sort auf einem Radweg, der parallel zur Noguera Pallaresa nach Rialp verläuft – ein flacher, sehr angenehmer Auftakt. Ab hier nehmen wir die Straße nach Roní in Richtung des Skigebiets Port Ainé und beginnen einen langen, gleichmäßigen Anstieg: 25 Kilometer und 1.681 Höhenmeter. Die ersten Kilometer verlaufen auf Asphalt durch Rotkiefern- und Tannenwälder, mit gelegentlichen Ausblicken auf den Pic de l’Àliga und das Tal. Wir durchqueren Roní und folgen der Straße nach Port Ainé, wo wir den Asphalt verlassen und auf eine Schotterpiste wechseln.
Je höher wir kommen, desto lichter wird die Vegetation, und das Gelände öffnet sich: Die Skipisten von Port Ainé markieren die letzten Meter hinauf zur Torreta de l’Orri (2.439 m), dem höchsten Punkt der Etappe und des gesamten Massivs.
Inspirationsquelle von Bécquer
Am heutigen Tag fahren wir gemächlich in Richtung Cerdanya. 17 Gemeinden des Landkreises liegen auf über 1 000 Höhenmetern. Zum Frühstück halten wir in Bellver de Cerdanya. Einst gehörte die Stadt zu den Festungen, von denen aus der Grenzübergang zwischen den Grafschaften Conflent und Urgell kontrolliert wurde. Ein paar Scheiben frisches Bauernbrot mit hausgemachter Marmelade verleihen uns Flügel für die Besichtigungstour der mittelalterlichen Altstadt. In einem der alten Gemäuer schrieb Gustavo Adolfo Bécquer die Legende Das Teufelskreuz. Wir kommen an der Kirche Santa María de Talló vorbei, eine der wichtigen Stationen auf dem Jakobswegs in katalanischem Territorium.
Wein und Cava im Penedès
Sobald wir wieder im Tal angekommen sind, fahren wir weiter in Richtung Weinanbaugebiet D.O. Penedès. Die Region hat eine historisch gewachsene Weinbautradition, und ihre Weinberge liegen zwischen Montserrat und dem Mittelmeer. Wir fahren durch die malerischen Landschaften dieses „Terroirs“, das außergewöhnliche Weine und Cavas hervorbringt, und haben das Gefühl, durch einen Weingarten spazieren zu fahren. Im Penedès ist das önotouristische Angebot sehr gut ausgebaut. Viele Weinkellereien bieten ein attraktives Programm an, das Verkostungen mit interessanten Veranstaltungen verbindet. Für den schönsten Panoramablick über die Weinberge wählen wir den Wanderweg Ruta Miravinya. Dieser führt uns zu fünf Aussichtspunkten, von denen aus wir den Blick über die weiten Weinberge und deren mit Trockensteinmauern eingefassten Terrassen schweifen lassen. In Sant Sadurní d’Anoia besuchen wir das Cava-Interpretationszentrum Centre d’Interpretació del Cava, das in einer ehemaligen Brandweinkellerei untergebracht ist. In diesem modernen Informationszentrum erfahren wir alles über das Kellereiangebot der Region und die unterschiedlichen Volksfeste, in deren Mittelpunkt der Cava steht. Wer Interesse an der Geschichte dieser Weinbauregion hat, sollte dem Zentrum unbedingt einen Besuch abstatten. Vilafranca del Penedès ist eine der Hochburgen der Castellers in Katalonien. Eine gute Annäherung an die Kultur der Castells (Menschentürme) ist das in Vilafranca angebotene Kombiprogramm: ein Besuch einer Weinkellerei und anschließend die Teilnahme an einer Trainingsstunde der Castellers, bei der man Gelegenheit bekommt, am Bau der Menschentürme mitzuwirken. Wieder zurück an der Küste lohnt sich ein Zwischenstopp in Sitges, eine der elegantesten Gemeinden an der katalanischen Küste.
Rund um das Montserrat-Massiv
Die Route folgt einer schmalen Straße, die das Gefühl verstärkt, in das Massiv selbst einzutauchen. Wir steigen sanft an, bis wir die Hauptstraße am Fuß des Berges erreichen, und beginnen dann eine Abfahrt, die große Teile des Massivs umrundet und uns in das kleine Naturgebiet Roques Blanques führt. Der Weg wechselt zwischen kompaktem Erd- und steinigem Untergrund – ein raues Terrain, das in starkem Kontrast zu den Weinbergen steht, die weiter unten auf uns warten.
Ankunft in Terrassa
Auf den letzten Kilometern wird das Terrain sanfter, mit leichten Wellen, die die Annäherung an Terrassa ankündigen – eine Stadt mit Charakter und einem bedeutenden modernistischen und industriellen Erbe. Breite, baumgesäumte Wege begleiten uns und laden ein, die zurückgelegte Strecke zu genießen. Der Blick öffnet sich und gibt die ersten Gebäude der Stadt frei, eingerahmt von den Bergen, die uns in den kommenden Etappen erwarten. Der Eintritt in die Stadt erfolgt über den Vallparadís-Park – ein grüner Korridor, der uns sanft zum Etappenende im Herzen des Vallès Occidental führt, wo alle Dienstleistungen und Unterkunftsmöglichkeiten vorhanden sind. Ein Besuch lohnt sich: das Nationale Museum für Wissenschaft und Technik von Katalonien (mNACTEC).
Die Hauptstadt des Riu Ter
Die Landstraße, die Rupit und Manlleu verbindet, durchquert das Gebirge von Collsacabra. Wir machen einen kleinen Abstecher nach Tavertet, um auf einer kleinen Wanderung über Felsvorsprünge den spektakulären Blick auf das Dorf und den Stausee von Sau zu genießen. Der See staut den Fluss Riu Ter, liegt am Fuße der Serra de les Guilleries und ist von Pinien- und Tannenwäldern umgeben. In Manlleu angekommen, einer Stadt, die landschaftlich und aufgrund ihrer industriellen Vergangenheit vom Riu Ter geprägt ist, nehmen wir an einer interessant inszenierten Führung teil. Assumpta, eine der „Flussgeister des Ter“, erzählt uns, wie wichtig die Textilindustrie entlang des Flusses für die Entwicklung Kataloniens war. In den Textilfabriken wurde u. a. Baumwolle zu Garn gesponnen, um dann in der Textilindustrie weiterverarbeitet zu werden.
Vom Gresolet-Tal zum mittelalterlichen Erbe von Bagà
Vom Coll de Torn beginnt eine lange, angenehme Abfahrt, die sich allmählich ins Tal hinunterzieht. Die Piste ist breit und gut fahrbar, auch wenn sie stellenweise steinig wird, und geht schließlich in Asphalt über. Mit abnehmender Höhe wird die Vegetation dichter, mit gemischten Wäldern aus Rotkiefern, Buchen und Eichen. In der Nähe von Guardiola de Berguedà schließt die Route an einen Abschnitt der Via del Nicolau an – einer ehemaligen Bahnlinie, die heute als Radweg dient. Dieser Abschnitt ist ein echtes Highlight: Tunnel, Holzstegen und Ausblicke auf den Bastareny-Fluss begleiten die Einfahrt in den Talgrund. Die letzten Kilometer folgen der historischen Königsstraße, die Guardiola de Berguedà mit Bagà verbindet, bis wir die Arkaden des mittelalterlichen Dorfplatzes erreichen – das Ziel der Etappe.
Mittelalterliche Dörfer und Landstraßen
Hinter La Fageda führt die Route weiter nach Santa Pau, einem mittelalterlichen Dorf mit gepflasterten Straßen und einem wunderschön erhaltenen Platz mit Arkaden. Von dort aus folgen wir ruhigen Nebenstraßen durch El Sallent und Santa Maria del Collell, wobei sich bewaldete Abschnitte und offene Felder mit Blick auf die Serra de Rocacorba abwechseln. Ein sanfter Anstieg führt zum Collet de Guixeres, gefolgt von einer bewaldeten Abfahrt in Richtung des Beckens von Banyoles.
Val d’Aran
Morgendämmerung im Val d’Aran. Das Tal ist zum Atlantik hin offen, und mehr als ein Drittel seines Gebiets liegt auf über 2 000 m Höhe. Dadurch ist das Klima und die Zusammensetzung des Waldes anders als in anderen Regionen der Pyrenäen. Wir stellen schnell fest, dass es im Tal grundlegende Besonderheiten gibt, die sich von dem unterscheiden, was wir bisher in den Pyrenäen gesehen haben. In Vielha, der Hauptstadt des Val d’Aran, bewirbt ein Schild eine Kunsthandwerksausstellung mit einem Werbespruch auf Aranesisch: hèt a man, hèt aciu (handgefertigt, hier gefertigt). Im Tal wird bis heute aranés gesprochen, eine dialektale Variante des Okzitanischen. Die Architektur weist ebenfalls Besonderheiten auf. Die Dörfer wurden aus Stein und Holz errichtet. Einige haben die Kirche als Mittelpunkt, andere liegen an Berghängen und bieten einen weiten Blick über das Tal.
Der Anstieg ins Els-Ports-Gebirge
Mit jedem Kilometer dringt die schmale Straße tiefer in den Naturpark Els Ports ein. Die Steigung nimmt zu, der Asphalt weicht einer Schotterpiste, und hier beginnt der Anstieg zum Montsagre: eine anspruchsvolle, technische Kletterpassage, geprägt von steilen Rampen und dem typischen, unregelmäßigen Kalksteinuntergrund des Massivs. Zwischen den Kiefern öffnet sich die Szenerie immer häufiger: unten der Ebre, weit hinten die Bergketten von Cardó-el Boix. Ein Abschnitt von wilder, stiller und abrupt wechselnder Natur, intensiv und eindrucksvoll.
Musik erklingt
Auf der Landstraße, die den Stausee Pantà de Foix umrundet, fahren wir in die Provinz Tarragona, befinden uns aber weiterhin im Weinanbaugebiet D.O. Penedès. Wir kommen im Stadtviertel Sant Salvador an, einem der Fischerviertel von El Vendrell. Hier befindet sich die ehemalige Sommerresidenz des Cellisten Pau Casals, die zu einem Museum umgebaut wurde. Umgeben von seinen persönlichen Gegenständen lassen wir das Leben dieses universellen Musikers Revue passieren und erleben das Ambiente, in dem sein Werk entstand. Pau Casals pflegte zu sagen, dass sein Haus Ausdruck und Synthese dessen sei, was ihn als Katalanen und Künstler ausmacht. Es ist leicht nachzuvollziehen, mit welch freudiger Erwartung er von Reisen zurückgekommen sein muss, um nach Übertreten der Türschwelle direkten Kontakt zum Meer zu haben.
Über den Camin Reiau nach Arròs
Wir verlassen Vielha und schließen uns nach Gausac dem Camin Reiau an – einem alten Verbindungsweg zwischen den Dörfern des Val d’Aran. Die Route verläuft parallel zur Garona über breite Wege und schattige Abschnitte, wo die Bäume einen regelrechten Vegetationstunnel bilden. Der Wald ist dicht, geprägt von Birken, Haselsträuchern und Buchen, und immer begleitet uns das konstante Rauschen des Flusses. Das Gelände ist sanft und sehr angenehm, bis wir in Arròs den Fluss überqueren und den Anstieg ins Varradòs-Tal beginnen.
Anstieg durch Wälder zum höchsten Punkt der Etappe
Wir verlassen Espot und nehmen einen 12 Kilometer langen Anstieg in Angriff, mit einer kurzen Erholungsphase in der Mitte. Die ersten 3 Kilometer verlaufen auf einer schmalen, schattigen Straße, danach führt die Route auf einer Waldpiste weiter, umgeben von hohen Tannen, die ein Gefühl von Abgeschiedenheit und tiefer Ruhe erzeugen. Die letzten Meter vor dem Coll de la Creu d’Eixol sind die steilsten, doch die Belohnung folgt sofort: Oben öffnet sich das Landschaftsbild und ein riesiges Panorama aus sanft abfallenden Alpenweiden breitet sich aus. Am Horizont erheben sich die Bergketten in mehreren Ebenen, darunter markante Gipfel wie der Pic de l’Orri.
Auf in Richtung Garrotxa
Am Morgen fahren wir nach Girona und besuchen das bedeutende Kulturerbe der Stadt: das am besten erhaltene Judenviertel Kataloniens, die arabischen Bäder, die farbenfrohen Häuser entlang des Flusses Onyar und die Kathedrale Santa María. Selbstverständlich kosten wir auch ein paar der lokalen Spezialitäten. Dazu gehört der mit Vanillecreme gefüllte xuixo de crema, die Käsesorten aus der Region und ein ganz besonders exquisites Eis, das von einem der Gebrüder Roca hergestellt wird. Auf der Fahrt nach Rupit fahren wir durch den südlichen Teil des Parc Natural de la Zona Volcànica de la Garrotxa. Eine landschaftlich ansprechende Gegend mit vulkanischem Ursprung, in der uns Vulkankegel, Lavazungen, dichte Wälder, kleine Dörfer und ein umfassendes touristisches Angebot erwarten. Bei unserer Ankunft in Rupit buchen wir eine Führung durch die kleine Gemeinde, die unter einem enormen Felsvorsprung entstand, auf dem einst eine Burg thronte. Zuvor genießen wir ein rustikales Frühstück im Stil der Bergregion von Collsacabra und der deftigen Küche der Region Osona mit ihren typischen Wurstwaren. Das Dorf ist umgeben von Wäldern und Wasserfällen, die zu entspannten Wanderungen in der Natur einladen.
Natur zum Anbeißen
Rund um den Naturpark El Montseny locken vielfältige Aktivitäten, die Gastronomie und Natur miteinander verbinden – wie z. B. ein insbesondere im Herbst empfehlenswerter Waldspaziergang unter hundertjährigen Kastanienbäumen oder eine Verkostung von Bieren, die mit Wasser aus diesem Gebirgszug gebraut werden. Im nahe gelegenen Bergmassiv Les Guilleries kann man lokale Erzeugnisse wie Käse, Walnüsse und Waldbeeren umgeben von plätscherndem Wasser und Vogelgezwitscher kosten. Zum Abschluss versetzt uns das Bauernmuseum (Museu de la Pagesia) in Fogars de la Selva in die Zeit zurück, als in dieser Gegend hauptsächlich Landwirtschaft betrieben wurde.
Von Alta Garrotxa über Oix und Castellfollit de la Roca nach Olot
Nach Beget beginnt der Aufstieg zum Coll de Pera (802 m) – eine kurze, aber stellenweise steile Steigung. Der Pass überquert die Alta Garrotxa, umgeben von den für die Region typischen feuchten Wäldern. Von der Passhöhe führt uns eine lange Abfahrt zunächst nach Oix und dann nach Castellfollit de la Roca, wo die Route in den Naturpark La Garrotxa Volcanic Zone eintritt und Steinhäuser dramatisch auf Basaltfelsen thronen. Die letzten Kilometer führen durch Sant Joan les Fonts und La Canya, wobei wir den lokalen Straßen durch diese Dörfer folgen, bis wir Olot, das Ende der Etappe, erreichen.
Ankunft in Lleida
Beim See Estanc d’Ivars i Vila-sana haben wir eine besondere Aktivität gebucht: Wir nehmen teil an einer Vogelberingung. Dabei laufen wir etwas mehr als 2,5 Kilometer um den See und sehen, wie sich der zwischenzeitlich ausgetrocknete Lebensraum der Vögel regeneriert hat. In Lleida kommen wir am späten Nachmittag an. Genau zur richtigen Zeit, um die Einheit aus Kathedrale, Seu Vella, und Königspalast, Castell del Rei, zu besichtigen. Zum Abendessen kosten wir Schnecken, so wie sie traditionellerweise in Lleida serviert werden. Die cargols a la llauna werden in einer Metallauflaufform direkt auf dem Holzkohlefeuer gegart.
Von Mataró ins Vallès Oriental
Wir durchqueren Mataró und fahren weiter nach Argentona, wo wir die Küste endgültig hinter uns lassen und erneut in die Serra Litoral hinauffahren. Ein Teil des Anstiegs zum Coll de Parpers erfolgt auf der Straße, dann folgen wir einer Piste, die das Massiv in Richtung Vallès überquert. Das Terrain wechselt zwischen Buschlandschaften, Wald und offenen Bereichen, bis der Abstieg nach Cardedeu beginnt – eine Ortschaft mit landwirtschaftlicher Vergangenheit und modernistischem Erbe, wo Masías und Gebäude im Noucentisme-Stil über Feldern und Platanenalleen erhalten geblieben sind. Auf der Ebene wird das Landschaftsbild wieder ländlich: Wege zwischen Getreidefeldern, Bächen und Gehöften, begleitet von der Riera de Cànoves und dem Torrent del Pla. Die letzten Kilometer steigen sanft an bis nach L’Ametlla del Vallès – dem Endpunkt der Etappe, eingebettet zwischen Feldern und Wäldern, mit Blick auf die Ebene des Vallès.
Wurstwaren von Vic
Unser nächster Halt ist Vic. Der Plaça Major von Vic gehört zu den bekanntesten von Katalonien. Es ist ein monumental großer, rechteckiger Platz, der von Häusern mit Arkaden gesäumt wird. Besonders belebt ist er während des Wochenmarkts. Nach einem Stadtrundgang, auf dem wir einen Römischen Tempel, die Kathedrale und die Gassen des Judenviertels sehen, nehmen wir an einer Verkostung der berühmten Wurstwaren von Vic (llonganissa und fuet) in einem jahrhundertealten Trockenraum teil. Am Nachmittag lauschen wir Legenden von Hexen und Räubern im Espai Montseny de Viladrau, einem Informationszentrum über den Parc Natural del Montseny. Anschließend laufen wir auf einem Rundweg durch das Herz des Bergmassivs. Das Biosphärenreservat besteht nicht nur aus Buchen-, Tannen- und Eichenwäldern, es gibt dort auch Mammutbäume, wie den von Can Casades, und Ufervegetation entlang der Flüsse, die das Naturschutzgebiet durchqueren. Der Ausblick vom Gipfel des Montseny lohnt sich in jedem Fall. Für den Aufstieg muss man jedoch ausreichend Zeit einplanen. Im Herbst ist der Besuch des Bergmassivs besonders schön, wenn das bunte Laub den Waldboden bedeckt und in Viladrau die Fira de la Castanya (Marronenfest) gefeiert wird.
Die Abfahrt durch Castellar de n’Hug und zur Quelle des Llobregat
Es folgt eine lange, kurvenreiche Abfahrt mit vielen Kurven und Panoramablicken – eine ideale Strecke, um in gemächlichem Tempo zu genießen. Die Straße führt hinunter zum charmanten Dorf Castellar de n'Hug, das für seine schöne Lage und als Quelle des Llobregat bekannt ist. Mit sinkender Höhe weichen Almwiesen Wäldern und sanfterem Gelände. Die letzten Kilometer folgen dem Flusslauf bis nach La Pobla de Lillet, einem historischen Dorf, das eines der weniger bekannten Werke Gaudís beherbergt, die Jardins Artigas. Hier endet eine friedliche, aber recht anspruchsvolle Etappe.
Die Essenz des Priorats
Die Terres de l’Ebre sind eine weitere Reise wert. Die Liste der Sehenswürdigkeiten ist lang: eine Bootsfahrt auf dem Fluss Ebre bis zur Flussmündung in das Mittelmeer, das monumentale Tortosa oder die Landschaften des Parc Natural dels Ports. Auf den Spuren von Picasso in Horta de Sant Joan Fahrrad fahren auf der Vía Verda, vorbei an im Jugendstil errichteten Gebäude der landwirtschaftlichen Kooperativen, den sogenannten Kathedralen des Weins von Gandesa und Pinell de Brai im Landkreis Terra Alta. Am Ende des Programms steht eine Besichtigung der Ritterburg Castell de Miravet. Doch nun fahren wir erst einmal von der Costa Daurada ins Landesinnere Richtung Priorat. Der Landkreis ist Heimat der berühmten Weine der Herkunftsbezeichnungen D.O. Montsant und D.O.Q. Priorat. Unsere gemütliche Spazierfahrt führt vorbei an terrassierten Weinbergen mit Panoramablick auf das Massiv des Montsant. Wir besuchen eine Weinkellerei und erfahren mehr über die Essenz des Priorats: Weinberge, Weine und qualitativ hochwertiges Olivenöl.
Weintourismus im Landkreis El Priorat
Der Landkreis El Priorat bietet unendlich viele Möglichkeiten, um die Weine der Anbaugebiete D.O. Montsant und D.O.C. Priorat kennenzulernen, wie z. B. eine originelle Rätsel-Tour durch eine Kellerei oder die Weinlese auf althergebrachte Art. Wir haben eine inszenierte Führung bei der Winzergenossenschaft Falset gebucht, bei der der Guide in die Rolle eines dortigen Arbeiters schlüpft und den Prozess der Weinherstellung auf humorvolle Art und Weise erläutert. Die Dörfer in El Priorat, wo die Reben auf steil abfallenden Terrassen gedeihen, sind durch einige der schönsten Straßen Kataloniens miteinander verbunden. Eine davon führt uns zu den Ruinen des Kartäuserklosters Santa Maria d’Escaladei, das bis Mitte des 19. Jh. bewohnt wurde. Die Tatsache, dass in dieser Gegend Mönche lebten, war ausschlaggebend für die Entwicklung des Weinbaus.
Vogelbeobachtung
Es gibt sehr viele Möglichkeiten, das Delta zu erkunden. Man kann auf dem Ebre oder übers Meer Boot fahren, mit dem Fahrrad auf ländlichen Wegen radeln oder etwas über den Reisanbau lernen. Wir beschließen, uns die Fauna dieses Naturschutzgebietes genauer anzusehen. Dafür müssen wir früh aus den Federn, denn zur Vogelbeobachtung im Delta de l’Ebre eignen sich die Morgenstunden am besten. Wir wappnen uns mit den Ferngläsern, die unser Vogelführer für uns mitgebracht hat, und beobachten Rohrweihen, braune Sichler, Haubentaucher, Bindentaucher und einen Schwarm sehenswerter Flamingos. Um das zum Biosphärenreservat erklärte Delta, seinen natürlichen Reichtum und seine Fragilität besser zu verstehen, besuchen wir das Naturinterpretationszentrum MónNatura Delta. Wir erfahren, dass über 300 Vogelarten im Delta brüten oder es als Zugvögel besuchen. In der Ausstellung sehen wir, wie der traditionelle Reisbau die Landschaft und das Leben im Delta geprägt hat.
Das römische Tarragona
Wir fahren nach Tarragona. Dort versetzen wir uns in den Ruinen des antiken Tarraco zurück in die Zeiten des römischen Imperiums. In der Metropole mit Amphitheater direkt am Meer, mit Zirkus und befestigten Stadtmauern residierte einst der römische Kaiser. Die zum Weltkulturerbe erklärte Stadt Tarragona begeht jährlich das Römerfestival Tarraco Viva. Während des Festivals werden Facetten der Antike nachgestellt und auf unterhaltsame Art und Weise vermittelt.
Eintritt ins Vall d’en Bas und Etappenende
Der letzte Abschnitt führt uns Richtung La Garrotxa, sanft ansteigend bis zum Coll d’en Bas (589 m), dem höchsten Punkt der Route. Von dort geht es leicht bergab in das Vall d’en Bas – eine der fruchtbarsten und schönsten Agrarlandschaften der Region. Grüne Felder, verstreute Masías, Wälder und charmante Dörfer sowie das Profil von über vierzig Vulkanen kündigen unsere Ankunft in Sant Esteve d’en Bas an – dem Endpunkt der Etappe und dem Tor zur Vulkanlandschaft von La Garrotxa.
Von Vic nach Viladrau – das Tor zum Montseny
Wir verlassen Vic über Pisten und Nebenstraßen, die die Ebene von Osona durchqueren – vorbei an Getreidefeldern und verstreuten masías. Über Sant Julià de Vilatorta erreichen wir den Anstieg auf einer Piste zum Coll de Romegats (725 m), einem sanften Pass, der uns dem Montseny näherbringt. Die Straße ist schmal und ruhig, mit bewaldeten Abschnitten und offenen Blicken über die Ebene, die wir hinter uns lassen. Nach einer kurzen Abfahrt erreichen wir Viladrau – bekannt für sein Wasser und mehr als zweihundert natürliche Quellen, die im Ort und in den umliegenden Wäldern entspringen. Das frische, feuchte Mikroklima, einzigartig im gesamten Montseny, prägt die Identität dieses besonderen Ortes.
Torreta de l’Orri und endlose Ausblicke
Von diesem natürlichen Aussichtspunkt aus überblickt man einen Großteil der umliegenden Gipfel, die Ebene des Alt Urgell und sogar das Fürstentum Andorra. Der Orri bildet das natürliche Bindeglied zwischen Pallars und Alt Urgell, und sein Panoramablick gehört zu den weitreichendsten in ganz Katalonien. Vom Gipfel beginnt eine lange Abfahrt über Waldpisten, die sich an der Südflanke des Massivs hinunterwinden. Die ersten Abschnitte sind sanft und schnell, weiter unten wird das Terrain steiniger und stellenweise technisch, stets begleitet von Wäldern aus Schwarzkiefern, Birken und Eichen.
Weinkathedralen
Die Landstraße, die die großen Weinkathedralen von Gandesa und Pinell de Brai miteinander verbindet, verläuft entlang eines Gebirgsbaches, der die Gebirgszüge Serra de Pàndols und Serra de Cavalls voneinander trennt. Die Schönheit der Landschaft darf uns nicht vergessen lassen, dass hier eine der brutalsten Schlachten des Spanischen Bürgerkriegs stattfand. Wer mehr darüber erfahren möchte, kann das der Ebreschlacht gewidmete Museum in Corbera d’Ebre besuchen. Es trägt den Namen 115 dies (115 Tage) und ist das ganze Jahr über geöffnet.
Der Übergang in den Naturpark Serra de Collserola
Das Gelände bleibt unruhig, mit ständigen Auf- und Abstiegen, bis die Strecke allmählich nach Süden abfällt. Wir folgen dem Santiga-Bach, zwischen landwirtschaftlichen Flächen und kleinen Wäldern, und weiter südlich dem Ripoll-Fluss entlang eines ausgeschilderten Radwegs. Wir passieren Ripollet und Cerdanyola del Vallès, wo der Übergang zwischen Ebene und Gebirge bereits deutlich sichtbar wird. Ab hier taucht die Route in den Naturpark Serra de Collserola ein – eine grüne Barriere zwischen der Stadt und dem industriellen Gürtel der Metropolregion. Der Weg ist breit und angenehm, doch mit einigen fordernden Rampen, die uns hinauf nach Collserola bringen.
Für Naschkatzen
Das Ölgebäck Xuixo aus Girona – hergestellt mit Milch aus dem Empordà, Eiern aus dem Landkreis El Pla de l’Estany und Mehl direkt aus der Stadt – bildet den Auftakt für unsere Tour zu den Köstlichkeiten Gironas. Die klassische Variante ist mit Creme gefüllt, doch mittlerweile gibt es Xuixos auch mit Zartbitterschokolade, Äpfeln, Ratafia-Likör, Mandelnougat und vielem mehr. Anschließend besuchen wir ein Schokoladen-Atelier, in dem wir verschiedene Kakaosorten und erlesene Pralinen kosten. Nun führt uns unsere Route weiter in die Region Paisatges Barcelona, und zwar in die Stadt Vic, deren bunter Wochenmarkt zum Bummeln einlädt. Dort kaufen wir nicht nur die Hartwurst Llonganissa de Vic ein, sondern nehmen auch an einem Workshop teil, bei dem wir lernen, wie die luftgetrocknete Wurst Fuet auf traditionelle Weise hergestellt wird.
Der Estany d’Ivars i Vila-sana
Hinter Bellpuig wechselt die Route in eine völlig flache und landwirtschaftlich geprägte Landschaft, bis wir den Estany d’Ivars i Vila-sana erreichen, ein wiederhergestelltes Feuchtgebiet, das heute zu den bedeutendsten Binnenlagunen Kataloniens zählt. Der Rundweg um den See ist ruhig, autofrei und ein beliebter Ort für Spaziergänger und Radfahrer; über 200 Vogelarten lassen sich hier beobachten.Nach der halben Umrundung verlassen wir das Gewässer und folgen dem Camí de Vila-sana nach Mollerussa, dem Ziel dieser Etappe, wo die landwirtschaftliche Weite der Lleida-Ebene endgültig die Szenerie bestimmt.
Gestern und Morgen
Beim Frühstück im Hotel gibt es u. a. Joghurt und Kefir aus Bio-Milch von einem Hof, der sich der regenerativen Landwirtschaft verschrieben hat. Um mehr über diese Praxis zu erfahren, bei der die Bodengesundheit im Mittelpunkt steht, nehmen wir an einer Veranstaltung zum Thema Permakultur – einem Prinzip für nachhaltige Landwirtschaft im Einklang mit der Natur – teil. Nachdem wir die beliebten Kekse aus Camprodon und typische Wurstwaren aus La Cerdanya (die Kochwürste Bull und Bisbe sowie die grobe Leberpastete Pa de fetge) eingekauft haben, machen wir einen letzten Halt, bevor wir in den Landkreis La Garrotxa fahren. Das Ethnografische Museum in Ripoll, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Andenken an alte Traditionen und Berufe zu bewahren, zeigt seinen Besuchern, dass man unser heutiges Dasein nur dann begreifen kann, wenn man die Vergangenheit kennt.
La Seu d’Urgell
Wir fahren weiter nach La Seu d’Urgell im Landkreis Alt Urgell. Die Stadt liegt zwischen zwei Flüssen und wird geprägt von Ihrer Nähe zum Gebirge Serra del Cadí. Die Sonne der letzten Abendstunden lässt die Kathedrale Santa María erstrahlen. Es ist die einzige erhaltene Kathedrale Kataloniens im romanischen Stil. Uns bleibt genug Zeit, den interessanten Kreuzgang anzusehen. In La Seu d’Urgell wird der einzige Käse Kataloniens hergestellt, der über eine eigene geschützte Herkunftsbezeichnung verfügt. Aufgrund der Käsemesse Feria de Formatges Artesans del Pirineo, die jedes Jahr im Oktober im Rahmen der Lebensmittelmesse Fira de Sant Ermengol in La Seu d’Urgell stattfindet, gilt die Gemeinde als Käsehauptstadt Kataloniens.
Abfahrt und Übergang in die Ebene von Girona
Nach dem Höhenpunkt folgt eine lange Abfahrt über den Camí de Caulès, der uns aus dem Massiv hinaus in die weiten, offenen Ländereien rund um Girona führt. Wir unterqueren die Autobahn und fahren durch Felder, kleine Gehöfte sowie durch lichte Wälder aus Pinien und Steineichen. Das Gelände ist flach und einfach zu fahren – perfekt, um einen gleichmäßigen Rhythmus zu halten. Wir passieren Cassà de la Selva und Quart, ruhige Ortschaften, umgeben von Landwirtschaftsflächen, in denen die Atmosphäre der Ebene von Girona schon deutlich zu spüren ist.
Die Schönheit der Romanik
Den Nachmittag widmen wir der romanischen Kunst im Vall de Boí, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Eine Adelsfamilie brachte Steinmetze, Baumeister und Handwerker ins Tal, die in wenigen Jahrzehnten acht Kirchen und eine Einsiedelei erbauten. Im Dorf Taüll, das zu den katalanischen Dörfern mit Charme gehört, bewundern wir an den Kirchen Sant Climent und Santa María die Quintessenz der romanischen Kunst. Beide wurden im Jahr 1123 an zwei aufeinanderfolgenden Tagen geweiht. In Sant Climent sehen wir dank Videomapping-Technologie die Fresken in der Apsis und im Presbyterium, als wären es die Originale. Wir machen Halt in Erill la Vall und besichtigen das Centre d’Art Romànic de la Vall de Boí und die Kirche Santa Eulàlia. Mit ihrem sechsstöckigen Turm im lombardischen Stil zählt die Kirche zu den schönsten des ganzen Tals. Wir setzen unsere Reise fort in Richtung Norden, um ein weiteres der großen Pyrenäentäler zu besuchen, das Val d’Aran.
Ein Spaziergang durch Lleida
Von Valls aus fahren wir weiter durch die Provinz Lleida und gelangen zur gleichnamigen Hauptstadt. Wir beginnen den Tag mit einer Besichtigung auf dem Plateau der Seu Vella. Die beeindruckende mittelalterliche Kathedrale von Lleida liegt erhaben auf einer erhöhten Felsformation und bietet einen schönen Ausblick auf die Obst- und Gemüseplantagen der Ebene. Die zunächst im romanischen Stil errichtete Kirche wurde Jahrhunderte später als gotisches Bauwerk fertiggestellt. Sie ist Symbol der Provinz Lleida wie auch die Schnecken, die man hier als cargols a la llauna serviert bekommt.
Ab an die Küste
Heute fahren wir von den Bergen kommend durch den Landkreis Vallès Oriental bis zu den feinen Sandstränden des Maresme. Vom Leuchtturm von Calella aus werfen wir einen Blick auf den Küstenstreifen, den wir uns heute ansehen werden. Wir beginnen im Fischerdorf Sant Pol de Mar, wo wir erst durch die Gassen und dann bis zum Stadtstrand Les Escaletes spazieren. Dort setzen wir uns in den Sand und lassen das ruhige Meer auf uns wirken.
Rund um den Sant-Ponç-Stausee und Ankunft in Solsona
Wir umrunden den Stausee auf einer Naturpiste, die dem Verlauf des Wassers folgt und zwischen kleinen Wellen und breiteren, offenen Passagen wechselt. Die Spiegelung des Himmels auf der Wasseroberfläche und die Ruhe der Umgebung machen diesen Abschnitt zu einem der eindrucksvollsten Momente des Tages.
Nach der Piste bleiben nur noch sechs Kilometer Asphalt bis Solsona – ein schneller, angenehmer Schlussabschnitt. Die Einfahrt in die Stadt erfolgt über ruhige Straßen, und zwischen den Dächern taucht bereits die Kathedrale auf: der stille Hinweis darauf, dass diese Etappe voller Natur, Gelassenheit und Kulturerbe zu Ende geht.
Von Sas nach El Pont de Suert dem Riuet d’Erta folgend
Ab Sas führt die Piste entlang des Riuet del Port d’Erta, vorbei an der romanischen Kirche Sant Bartomeu d’Erta, umgeben von Gipfeln über 2.200 Metern wie dem Cap dels Vedats d’Erta und dem Pic de la Tartera. Die Route fällt weiter ab bis in die Nähe von Castellars, wo wir auf einen Straßenabschnitt gelangen, der später in die Mina-Piste übergeht und uns nach Malpàs bringt.
Von dort steigt die Straße leicht an bis Gotarta, bevor eine schnelle, verspielte Abfahrt mit weiten Talblicken direkt nach El Pont de Suert führt – der Hauptstadt der Alta Ribagorça.
Aufstieg über den Port de Varradòs zum Pass (2.049 m)
Ab Arròs beginnt die Straße stetig anzusteigen. Die ersten 7,5 km sind fordernd, mit anhaltenden Steigungsprozenten. Die Vegetation ist üppig: Tannen-, Buchen- und Eichenwälder dominieren die Umgebung. Die letzten 2,5 km bis zum Saut deth Pish – einem ikonischen Wasserfall des Val d’Aran – sind sanfter und ermöglichen es, die Landschaft auf sich wirken zu lassen und die Weite des Tals zu erkennen. Ab hier verlassen wir den Asphalt und folgen einer Schotterpiste, die weitere 6,5 km ansteigt. Die Steigung ist konstant, aber nie technisch anspruchsvoll. Der Weg taucht tief ins Tal ein, flankiert von grünen Wiesen, genährt von den zahlreichen Wasserfällen, die den Varradòs-Fluss speisen. Ein Blick zurück eröffnet spektakuläre Ausblicke über das Val d’Aran. Schließlich erreichen wir den Coll de Varradòs auf 2.049 Metern – den höchsten Punkt des Tages.
Im Höhenflug
Noch atemberaubender wirkt das Bergmassiv Montserrat bei einem Hubschrauberflug, der für so viel Begeisterung sorgt, dass diese den ganzen Tag lang nachwirkt. Nach der Landung kosten wir den handwerklich hergestellten Frischkäse Mató, der mit etwas Honig serviert wird, und ein Gläschen des Kräuterlikörs Ratafia. Um mehr über die Kräuter und Pflanzen zu erfahren, die bei der Herstellung dieses beliebten Getränks verwendet werden, besuchen wir im Naturpark Sant Llorenç del Munt i l’Obac eine Gärtnerei, die einheimische Gewächse züchtet, und unternehmen einen Streifzug durch die Umgebung.
Delta de l’Ebre
Der nächste Stopp auf dieser Etappe ist das Delta de l’Ebre. Es ist eines der biologisch bedeutendsten Ökosysteme der Iberischen Halbinsel, vor allem wegen der vielen Vogelarten, die hier brüten und als Zugvögel Rast machen. Wir besichtigen das Landeskundemuseum Ecomuseo del Delta de l’Ebre in der Gemeinde Deltebre, um die Besonderheiten des Deltas und die Beziehung der Menschen zu dieser besonderen Landschaft zu verstehen. In diesem Biosphärenreservat gibt es Aussichtsplattformen zur Vogelbeobachtung, von denen aus wir einen herrlichen Blick auf die Feuchtgebiete und Reisfelder haben. Reis ist eine Zutat, die in den traditionellen Gerichten aus dem Delta eine große Rolle spielt. Bei Sonnenuntergang fliegt ein großer Schwarm Flamingos auf dem Weg zu ihrem Schlafplatz über uns hinweg.
Wein aus Alella
Bevor wir zu unserer Übernachtungsunterkunft in Barcelona weiterfahren, machen wir einen Zwischenstopp in einem Weingut in Alella. Dort kosten wir die harmonische Kombination aus ökologischem Rosé-Cava und Erdbeeren aus Vallalta. Die Weine aus Alella fanden bereits in den Schriften von Plinio Erwähnung als Weine des Ibererstamms der Layetaner. Die zugehörigen Weinberge sind klein und bieten einen faszinierenden Ausblick auf das Meer. In der Nähe gibt es zwei weitere Ausflugsoptionen. Einerseits die Formel-1-Rennstrecke Circuit Barcelona-Catalunya in Montmeló, die ein paar Attraktionen zum Rennsport bietet und auf der einer der wichtigsten Wettkämpfe der Motorrad-Weltmeisterschaft ausgetragen wird. Andererseits das Einkaufszentrum La Roca Village mit mehr als 140 Open-Air-Boutiquen nationaler und internationaler Luxusmarken mit bis zu 60% Rabatte über das ganze Jahr und nur 40 Minuten von Barcelona entfernt. Am Ende dieser Etappe der Grand Tour von Katalonien übernachten wir in Barcelona.
Erwachen in Tarragona
In der Weltkulturerbe-Stadt Tarragona genießen wir am schmiedeeisernen Geländer des Balcó del Mediterrani den Ausblick aufs Meer und einen herrlichen Sonnenaufgang. Im Amphitheater direkt am Strand, das zu unseren Füßen liegt, saßen einst römische Bürger und genossen den gleichen Fernblick. Der Dichter Florus nannte Tarragona aufgrund des warmen Lichts an seiner Küste „die Stadt des ewigen Frühlings“. Wir besichtigen die Überreste des Zirkus, des Prätoriums und der Stadtmauer. Unsere Stadtführerin erklärt, dass die Steine für die Bauten aus dem nahe gelegenen Steinbruch Mèdol stammen.
Montserrat und die Schutzheilige „Moreneta“
Montserrat ist ohne jeden Zweifel der symbolträchtigste Berg Kataloniens. Wir fahren mit dem Auto bis an den Rand des Bergmassivs auf den öffentlichen Parkplatz und mit der Seilbahn Aeri weiter bis zur Gipfelstation. Die Fahrt führt über das Llobregat-Tal und direkt an den bizarren Felsformationen vorbei, die vor Millionen von Jahren entstanden sind. Es handelt sich um eine weltweit einzigartige Felsformation mit einem Kloster von großer kultureller Bedeutung. Im Parc Natural de Montserrat wandern wir auf Wegen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Nachdem wir die „Moreneta“, die Jungfrau von Montserrat und Schutzheilige von Katalonien, gegrüßt haben, laufen wir auf einem der Panorama-Wanderwege des Naturschutzgebiets vorbei an einigen der beeindruckenden Felsformationen wie zum Beispiel dem Cavall Bernat.